Köln - Nach fünf Jahren Abwesenheit klopft Dynamo Dresden wieder an die Tür der 2. Bundesliga. Und die Sehnsucht der Dynamo-Fans ist riesengroß: "Es ist hypothetisch, aber wir hätten für das Spiel gegen Osnabrück wohl mehr als 60.000 Tickets verkaufen können. Die Euphorie um Dynamo ist in der gesamten Region um Dresden und darüber hinaus in den vergangenen Wochen zu einer wahnsinnig positiven Kraft geworden", sagte Geschäftsführer Volker Oppitz am Mittwoch.

Aber auch ein mit "nur" etwa 30.000 Zuschauern ausverkauftes im glücksgas stadion wird für Dynamo im Relegations-Hinspiel gegen den VfL Osnabrück (ab 20:15 Uhr im Live-Ticker) ganz sicher zum zwölften Mann. Mit Hilfe seiner Fans im Rücken hat Dynamo in der Vergangenheit schon manches Spiel gedreht.

"Als würden sie mit auf dem Platz stehen"

Kult-Fußballer Ansgar Brinkmann, der reichlich Stationen in seiner Karriere erlebt hat, drückte das Dynamo-Gefühl im Interview mit dem Stadionmagazin kürzlich so aus: "Es ist nicht die Anzahl der Fans. Der Unterschied ist die Emotion der Menschen hier für den Verein. Was die Emotion der einzelnen Leute hier betrifft, spielt Dresden in der Champions League.

Das ist ein ganz großes Kapital des Vereins. Ich habe ja noch im alten Rudolf-Harbig-Stadion gespielt. Wenn du da in der 70. Minute kaputt warst und plötzlich schrien die Leute ‚Dy-na-mo, Dy-na-mo, Dy-na-mo  entstand plötzlich das Gefühl, als würde sie mit auf dem Platz stehen. So viel Seele war bei dem Geschrei dabei."

Nervenaufreibende Saison

Die aktuelle Saison in der 3. Liga hat die Dynamo-Fans schon einiges an Nerven gekostet. Erst am letzten Spieltag sicherte sich Dresden endgültig Platz 3, Schahins 3:2-Siegtreffer nach 74 Minuten in Offenbach war die Entscheidung - ein 2:2 hätte nicht gereicht. Weil das Ticketangebot in Offenbach begrenzt war, sahen sich rund 6.000 Dresdner die Partie beim Public Viewing im glücksgas stadion an.

Ein proppenvolles Stadion und ein Freitagabendspiel sind eigentlich genau die Umstände, die dem VfL Osnabrück liegen. Die Heimstärke des VfL an Freitagabenden ist legendär, und deshalb bedauern viele Anhänger der "Lila-Weißen", dass die erste Relegationspartie nicht an der Bremer Brücke angepfiffen wird.

VfL subventioniert Fanbusse

Trotzdem dürfen sich die Profis des VfL auch auswärts der Unterstützung ihrer Fans sicher sein. Zur Fahrt in die sächsische Landeshauptstadt setzen die "Lila-Weißen" mehrere Fanbusse ein, die vom Verein subventioniert werden. So kostet die Hin- und Rückreise für die VfL-Anhänger, die ihr Team in Dresden unterstützen wollen, lediglich zehn Euro.

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