Um 17.23 Uhr am 31. Mai 2009 war es soweit, tausende Fans des 1. FC Nürnberg stürmten den Rasen des easyCredit Stadions: Der Club war nach einem Jahr in der 2. Bundesliga wieder erstklassig.

Trainer Michael Oenning wusste, bei wem er sich neben seiner Mannschaft für den Erfolg in der Relegation über Cottbus zu bedanken hatte und gab gleichzeitig noch ein Versprechen ab: "Ohne die Fans wären wir sicherlich nicht hier. Diese Mannschaft wird ihnen nächstes Jahr viel Freude machen."

In und an der späteren Spielstätte der "Clubberer" hatten Verantwortliche, Spieler und Fans bereits früher viel Freude. Gebaut von 1925 bis 1928 und ursprünglich konzipiert für 36.600 Besucher, wurde die anfangs "Städtisches Stadion Nürnberg" genannte Arena 1928 sogar mit einer olympischen Goldmedaille in der zu der Zeit existierenden Disziplin "Städtebauliche Entwürfe" bei der Olympiade in Amsterdam ausgezeichnet.

"Tag der Hitler-Jugend"

Jedoch gibt es auch ein dunkles Kapitel in der Stadion-Geschichte: Die Nationalsozialisten veranstalteten ab 1933 jährlich den "Tag der Hitler-Jugend" in Nürnberg. Nach dem Ende des 2. Weltkriegs wurde es von der US-Armee als Sportstätte genutzt und erst 1961 wieder für die Öffentlichkeit freigegeben. 1963 hielten endlich die Bundesliga und der 1. FC Nürnberg Einzug ins weite Rund.

Zwar wurde mit dem Beginn der Bundesliga-Spielzeit die Zuschauerkapazität durch eine provisorische Stahlrohrtribüne erweitert. Doch die Rekordkulisse für die Club-Spielstätte von 75.000 Zuschauern in der Partie am 30. Mai 1971 gegen Fortuna Düsseldorf war nur möglich, weil viele Fans noch auf der Laufbahn Platz fanden.

Olympia in Nürnberg

Kurze Zeit später folgte das nächste Highlight: Sechs Spiele des olympischen Fußballturniers der Spiele 1972 in München fanden im Frankenland statt. Der erste große Umbau erfolgte 1987, ehe 1991 die Arena als Frankenstadion mit insgesamt 44.833 Plätzen wiedereröffnet wurde.

Nach dem Zuschlag für Nürnberg als FIFA-WM-Spielort 2006 wurde ab 2003 noch einmal eine umfangreiche Modernisierung an der Spielstätte vorgenommen. So wurden weitere Sitzreihen hinzugefügt und das Spielfeld um 1,5 Meter tiefer gelegt. Im Zuge der Überholung erhöhte sich das Fassungsvermögen auf 47.500 Zuschauer bei nationalen Spielen (international 44.308), wobei die Funktion als Mehrzweckarena beibehalten wurde.

Umweltbewusstsein beim Stadionumbau

Da man beim Umbau viel Wert auf den Umweltschutz legte und nun beispielsweise das Regenwasser vom Stadiondach gesammelt wird, um den Rasen zu bewässern, wurde die Nürnberger Sportstätte mit dem Umweltmanagement-Zertifikat für die kontinuierliche Verbesserung des betrieblichen Umweltschutzes (EMAS) ausgezeichnet - als erste in Europa.

Nachdem man 2006 die Namensrechte des Frankenstadions verkauft hatte, wurde es in "easyCredit Stadion" umgetauft. Zu Beginn der Bundesliga-Saison 2006/2007 wurde ein Teil der Zuschauerblöcke nach FCN-Legenden wie Max Morlock oder Hans Kalb benannt.

Rock im Frankenland

Doch nicht nur sportliche Highlights wie die sechs WM-Partien oder die drei Spiele des Confederations Cup 2005 fanden in der Arena statt. Auch zahlreiche Konzerte und das Festival Rock im Park sind jährlich in der Mehrzweckarena zu hören und zu sehen.

Die Kombination zwischen jungem und hungrigen Team, erstklassigen Fans und einer Spielstätte, die sogar mit einer grünen Umweltplakette ausgezeichnet wurde, lässt für die Zukunft von vielen weiteren Partys im Frankenland träumen.