Augsburg - Er kam, traf und jubelte: Stephan Hain avancierte am vergangenen Sonntag zum gefeierten Aufstiegshelden, als er in der 78. Minute im Spiel gegen den FSV Frankfurt eingewechselt wurde und wenig später den Ball zum entscheidenden 2:1 für den FC Augsburg versenkte.

"Man träumt als Stürmer sicherlich davon, das entscheidende Tor zu machen. Dass mir das aber wirklich gelingt, ist unfassbar", kann der 22-Jährige auch Tage später sein Glück noch nicht wirklich fassen.

Im bundesliga.de-Interview spricht der Stürmer über seine Entwicklung mit dem Tor für die Bundesliga als Höhepunkt, das Saisonfinale bei Hertha BSC und seine Erwartungen an die kommende Spielzeit im "Oberhaus".

bundesliga.de: Herr Hain, herzlichen Glückwunsch zum Aufstieg! Wie ausgiebig haben Sie am Sonntag noch gefeiert?

Stephan Hain: Herzlichen Dank für die Glückwünsche. Es war eine spontane Party, die bis in die Morgenstunden ging.

bundesliga.de: Das Spiel gegen den FSV Frankfurt begann alles andere als optimal. In der 3. Minute gingen die Hessen durch einen Foulelfmeter mit 1:0 in Führung. Was haben Sie da gedacht?

Hain: Da der Rückstand ja sehr früh war, hatten wir fast das ganze Spiel noch vor uns. Wir haben dann auch die richtige Reaktion gezeigt und wollten das Spiel unbedingt drehen.

bundesliga.de: Die Mannschaft hat sich schnell zurückgekämpft. In der 85. Minute haben Sie letztlich mit Ihrem Treffer zum 2:1 den Sack zu gemacht. Wie fühlt es sich an, als Aufstiegsheld gefeiert zu werden?

Hain: Ich saß ja zunächst auf der Bank und es war wirklich schwer dabei zuzusehen, wie die Kollegen alles versuchen, um das Spiel noch zu gewinnen. Dass ich dann ins Spiel komme und auch das Siegtor mache, das ist Wahnsinn. Man träumt als Stürmer sicherlich davon, das entscheidende Tor zu machen. Dass mir das aber wirklich gelingt, ist unfassbar.

bundesliga.de: Hätten Sie vor der Saison gedacht, dass Sie in dieser Mannschaft eine solche Entwicklung hinlegen würden?

Hain: Ich bin ein junger Spieler und die Konkurrenz in der Mannschaft ist groß. Aber ich weiß, dass ich von den erfahrenen Kollegen viel lernen kann. Jeder Spieler hat seine individuellen Stärken und daher sind wir als Team auch so stark. Aber um Ihre Frage zu beantworten: Wenn mir einer vor ein paar Jahren gesagt hätte, dass ich das entscheidende Tor zum ersten Aufstieg des FCA in die Bundesliga schieße, dann hätte ich das nicht für möglich gehalten.

bundesliga.de: Da der Aufstieg nun perfekt ist: Worauf freuen Sie sich in der kommenden Saison in der Bundesliga am meisten?

Hain: Es ist ein Traum, der wahr wird. Schon als kleiner Junge hatte ich den Traum, in der Bundesliga zu spielen. Jetzt kann ich diesen Traum erleben.

bundesliga.de: Was zeichnet den FCA in dieser Saison aus? Immerhin gab es mal ein paar Wochen, in denen man nicht um den Aufstieg mitspielte, am 8. Spieltag war man gar nur Elfter.

Hain: Wie bereits gesagt haben wir einen breiten Kader, der Ausfälle wegstecken konnte. Egal welcher Spieler ausgefallen ist, wir konnten das immer auffangen. Außerdem passt es auch menschlich einfach.

bundesliga.de: Nun steht mit der Partie bei der Hertha die letzte Pflichtaufgabe an. Was für ein Spiel erwarten Sie im Berliner Olympiastadion?

Hain: Hertha können wir ja nicht mehr von Platz 1 abfangen. Dennoch fahren wir am Sonntag nach Berlin, um das Spiel zu gewinnen. Danach können wir dann gemeinsam feiern.

bundesliga.de: Steht die große Aufstiegsparty mit den Berlinern oder auch im letzten Spiel das Sportliche an erster Stelle?

Hain: Ich bin sicher, dass beide Mannschaften das Spiel gewinnen wollen, wenn der Schiedsrichter die Partie anpfeift.

bundesliga.de: Haben Sie bereits einen privaten Sommerurlaub geplant oder feiert die Mannschaft, wie der FC St. Pauli in der vergangenen Saison, irgendwo im Süden noch einmal gemeinsam den Aufstieg?

Hain: Ich habe noch keinen Urlaub gebucht, sondern werde wohl spontan mit meiner Freundin mal ein paar Tage wegfahren. Das müssen wir aber mit unseren Studien noch vereinbaren.

Die Fragen stellte Gregor Nentwig