München - Am 34. Spieltag wird es im Kampf gegen den Abstieg aus der 2. Bundesliga für vier Vereine um alles gehen. Direkter Klassenerhalt und das Erreichen der Relegation hängen für Energie Cottbus, Erzgebirge Aue, den Karlsruher SC und Alemannia Aachen nicht nur von den eigenen Resultaten am letzten Spieltag ab.

Für Cottbus und Aue geht es darum, sich direkt für ein neues Jahr in der 2. Bundesliga zu qualifizieren und nicht den ungeliebten Weg über die Relegation antreten zu müssen. Der KSC und Alemania Aachen kämpfen derweil gerade um diese letzte Chance, die Klasse doch noch über Umwege zu halten. bundesliga.de fasst die Chancen der vier Vereine auf einen Verbleib in der 2. Bundesliga zusammen.

Cottbus hat die besten Karten

Der FC Energie Cottbus rangiert derzeit auf Tabellenplatz 14 und hat es selbst in der Hand, sich vor dem Abstieg in die 3. Liga zu retten. Mit einem Heimsieg gegen Union Berlin kann das Team um Stürmer Dimitar Rangelov (Foto) die Klasse halten. Die Lausitzer haben in der 2. Bundesliga noch kein Heimspiel gegen Union verloren (zwei Siege, zwei Remis). Auch ein Unentschieden dürfte angesichts der besseren Tordifferenz (minus 20) gegenüber dem KSC (minus 27) reichen. Zudem hat der FCE noch die Option, dass die Konkurrenz patzt. Wenn Aue verliert oder der KSC nicht gewinnt, können sich die Cottbuser selbst auch eine Niederlage erlauben. Energie stand in dieser Saison noch nie schlechter als Rang 14, obwohl unter Trainer Rudi Bommer nur eins der vergangenen 14 Spiele gewonnen wurde.

Aue bei Sieg gerettet

Punktgleich mit Cottbus liegt Erzgebirge Aue nur wegen der schlechteren Tordifferenz (minus 25) auf Tabellenplatz 15 und kann sich trotzdem gute Chancen auf den direkten Klassenerhalt ausrechnen. Mit einem Heimsieg gegen den VfL Bochum sind die "Veilchen" gerettet. Sollte dies nicht gelingen, muss das Team von Trainer Karsten Baumann auf einen Patzer des Karlsruher SC hoffen. Aus den vergangenen sechs Spielen konnte der FCE nur zwei Punkte einfahren und wartet seit dem 27. Spieltag auf einen Sieg. Auf einem Abstiegsplatz stand die Mannschaft von Karsten Baumann in dieser Saison jedoch noch nie.

KSC: Kauczinski mit guter Heimbilanz

Für den Karlsruher SC kann an diesem Spieltag vom Erreichen des direkten Klassenerhalts, der Teilnahme an der Relegation bis zum direkten Abstieg alles passieren. Die Situation ist für die Badener nicht unbekannt: Bereits vergangene Saison machte der KSC erst am letzten Spieltag mit einem Sieg über Union Berlin den Ligaverbleib perfekt. Unter Trainer Markus Kauczinski hat Karlsruhe drei Heimspiele in Folge mit 2:0 gewonnen (gegen Union, Dresden und Paderborn). Und auch die Defensive hat sich unter dem 42-Jährigen stabilisiert (in sechs Spielen nur drei Gegentore). Zudem sprechen die schlechten Bilanzen der anderen Teams (Cottbus zehn Spiele ohne Sieg und Aue seit sechs Spielen sieglos) für den KSC.

Alemannia Aachen (hier Amien Demai) kann bestenfalls noch den Relegationsrang erreichen, dafür benötigen die Westdeutschen einen Auswärtssieg bei 1860 München. Die bessere Tordifferenz (minus 18) gegenüber dem Karlsruher SC (minus 27) könnte am Ende den Unterschied machen, wenn das Team von Trainer Ralf Aussem selbst gewinnt und der KSC nicht. Entscheidend wird sein, wie motiviert die "Sechziger" noch sein werden, da es für sie nur noch um Rang 5 geht. Die Alemania hat unter Coach Aussem zumindest eine ausgeglichene Bilanz (zwei Siege, ein Unentschieden, zwei Niederlagen) und sollte aus dem Sieg gegen den KSC vergangene Woche neuen Mut geschöpft haben.


Steffen Hoss