Lange hat der 1. FC Nürnberg um ihn gekämpft. Über sechs Wochen haben sich die Verhandlungen mit Arminia Bielefeld hingezogen, bis die Rückkehr von Christian Eigler zum "Club" perfekt war.

Nun soll Eigler der Mann sein, der den 1. FC Nürnberg in die Bundesliga zurück schießt. "Ich will so viele Tore wie möglich machen", sagt der 24-Jährige.

Tore, die der "Club" gut gebrauchen kann, wenn man den Wiederaufstieg schaffen will. In der letzten Saison erzielte Nürnberg nur 35 Treffer.

Wunschspieler des Trainers

Eigler, der bis zur C-Jugend bereits sechs Jahre beim 1. FC Nürnberg spielte, eher er für ein halbes Jahr die Schuhe an den Nagel hängte, weil er die Lust am Fußball verloren hatte, kehrt über den SV Unterreichenbach, vier Jahren in Fürth und zwei bei Arminia Bielefeld wieder an den Valznerweiher zurück.

Dort hatte man bis zuletzt wohl Zweifel, ob der Wechsel zustande kommt. Für das obligatorische Begrüßungsfoto posierte er mit dem Trikot des künftigen Kollegen Peer Kluge. Seines mit der Nummer acht wird bis zum Auftaktspiel gegen Augsburg aber sicherlich fertig sein.

Der Wunschspieler von Thomas von Heesen sieht sich im Nürnberger Angriff namhafter Konkurrenz wie Robert Vittek oder Angelos Charisteas gegenüber. Eigler verlässt sich aber auf seine Stärken und glaubt an einen Stammplatz: "Je mehr Stürmer da sind, umso schneller erreichen wir unser Ziel, den Aufstieg. Allerdings habe ich keine Bedenken, dass ich nicht spiele." Dass sein neuer Trainer sein alter ist, dürfte dabei sicherlich nicht von Nachteil sein.

Torschützenkönig 2006 in der 2. Bundesliga

Thomas von Heesen holte Eigler 2006 aus Fürth nach Bielefeld: "Da wird er mit 18 Treffern Torschützenkönig in der 2. Bundesliga und keiner merkt etwas. Da habe ich ihn genommen", erinnert sich von Heesen. Bei der Arminia hatte Eigler noch einen Vertrag bis 2009 und war Stammspieler. Unter Trainer Michael Frontzeck hätte Eigler auch in der neuen Saison zu den festen Größen im Team gezählt.

Der Wunsch wieder ins Frankenland zu wechseln war aber größer. "Nach zwei Jahren in Bielefeld wollte ich gerne wieder zurück in die Heimat", nennt Eigler den Hauptgrund für seine Rückkehr.

Mit dem "Club" in die Bundesliga

Das Heimweh seiner Ehefrau unterstütze ihn bei seiner Entscheidung. "Zudem habe ich hier auf Dauer bessere Perspektiven als in Bielefeld", glaubt der gebürtige Schwabacher und unterzeichnete beim "Club" einen Vertrag über vier Jahre.

Eigler verzichtet freiwillig auf die Bundesliga und spielt lieber mit seinem "Traumverein" in der 2. Bundesliga. "Manchmal muss man einen Schritt zurück gehen, um dann zwei Schritte vorwärts zu machen." Familiär ist der Familienvater am Ziel angekommen. Jetzt muss er nur noch in seine sportliche Heimat zurückkehren, und die heißt Bundesliga.

Mark Schnell