Köln - Nach zwei Jahren Drittklassigkeit meldet sich Dynamo Dresden wieder zurück in der 2. Bundesliga. Souverän wie kaum ein Aufsteiger zuvor marschierten die Sachsen durch die Saison und wurden den selbst gestellten hohen eigenen Ansprüchen gerecht. Die Verpflichtung des Trainers Uwe Neuhaus erwies sich als Volltreffer. Nun will sich Dynamo dauerhaft in der 2. Bundesliga etablieren.

Vor der Saison hatte es in Dresden wieder einmal einen großen personellen Umbruch gegeben. 14 Spieler wurden abgegeben, 15 neue kamen. Der aus Mönchengladbach ausgeliehene Janis Blaswich wurde die neue Nummer eins im Tor, in der Abwehr wurde der aus Aue geholte Fabian Müller eine feste Größe, im Mittelfeld ackerte der aufstiegserfahrene Ex-Düsseldorfer Andreas Lambertz und im Angriff ging der aus Bielefeld verpflichtete Pascal Testroet auf Torejagd.

Die meisten Neuzugänge schlugen gut ein. Der wichtigste Mann bei Dynamo aber war der neue Trainer. Uwe Neuhaus kam nach einem Jahr Pause nach seinem erfolgreichen, siebenjährigen Engagement bei Union Berlin voller Tatendrang nach Dresden und formulierte den Aufstieg als klares Saisonziel. Schon mit Union hatte er im Jahr 2009 den Aufstieg in die 2. Bundesliga geschafft, damals kassierten die "Eisernen" nur vier Saisonniederlagen.

Dresden verlor nur zwei Punktspiele

Diesen Rekord pulverisierte Dynamo in dieser Spielzeit locker. Nur zwei Partien gingen verloren, die erste nach einem Traumstart erst am 13. Spieltag gegen Cottbus, die zweite und letzte in Runde 22 in Erfurt. Die Mannschaft von Uwe Neuhaus dominierte die 3. Liga nach Belieben, übernahm am 3. Spieltag die Tabellenführung, die die Sachsen nicht mehr abgaben. Nach zwölf Spieltagen hatte Dynamo neun Punkte Vorsprung auf Platz zwei, zum Hinrundenende zehn, nach Runde 28 sogar einmal zwölf Zähler Abstand auf den nächsten "Verfolger". Dresden ließ nie locker, die einzige "Krise" bestand im Herbst aus einer Serie von fünf Unentschieden.

Neuhaus setzte auf den zu Saisonbeginn 24-jährigen Innenverteidiger Michael Hefele als neuen Kapitän, der es mit tadellosen Leistungen in allen 38 Spielen und beachtlichen sieben Toren dankte. Dynamo praktizierte ein 4-2-3-1-System, in dem Neuzugang Testroet die Sturmspitze bildete. 18 Mal netzte der wuchtige Stürmer ein, was allerdings nicht reichte, um die teaminterne Torjägerkanone zu holen. Die sicherte sich Justin Eilers, der seinen 19 Treffern aus der Vorsaison noch stärkere 23 im Aufstiegsjahr folgen ließ. Damit war der 27-Jährige zugleich der beste Goalgetter der 3. Liga.

Eilers und Hefele nur schwer zu ersetzen

Mit eben jenem Justin Eilers (zu Werder Bremen) und Michael Hefele (nach Huddersfield) verliert Dynamo allerdings zwei ganz wichtige Eckpfeiler seiner Aufstiegsmannschaft, die nur schwer zu ersetzen sein dürften. Auch Luca Dürholtz, Fabian Holthaus, Quirin Moll und Jim-Patrick Müller verlassen den Verein. "Sie alle waren Teil einer Mannschaft, die sich in die Geschichtsbücher von Dynamo Dresden eingetragen hat", sagte Dynamos Sportgeschäftsführer Ralf Minge. "Bis auf Fabian, der uns in diesem Jahr sehr geholfen hat, waren alle auch Teil eines weiter gefassten Projekts. In der Saison nach dem Abstieg hat die Mannschaft mit ihren sportlichen Erfolgen maßgeblich dazu beigetragen, dass Dynamo heute schuldenfrei ist."

Drei Neuzugänge für die kommende Spielzeit in der 2. Bundesliga stehen schon fest. Von den Stuttgarter Kickers konnte Dynamo den 25-jährigen Innenverteidiger Hendrik Starostzik loseisen. Für die linke Abwehrseite wurde Marc Wachs (20 Jahre alt, zuvor Mainz II) geholt, im Mittelfeld ist Marcel Hilßner (21, Werder Nremen II) eingeplant. Sie dürften aber nicht die letzten Neuen bei Dynamo gewesen sein.

Tobias Gonscherowski