Bielefeld - Nach einer turbulenten Sommerpause und finanziellen Problemen, die die Existenz des Vereins bedrohten, hat Arminia Bielefeld auch in der Hinrunde der laufenden Saison nur wenig Grund zum Jubeln gehabt.

Der DSC holte aus 17 Spielen nur sieben Punkte und steht auf dem letzten Tabellenplatz. Dabei weist die Mannschaft von Trainer Ewald Lienen mit zwölf Treffern nicht nur den harmlosesten Angriff, sondern mit 36 Gegentoren auch die anfälligste Defensive vor.

Im Gespräch mit bundesliga.de erklärt Arminen-Keeper Dennis Eilhoff, wo die Gründe für den sportlichen Misserfolg liegen und wie Bielefeld den Verbleib in Liga zwei sichern kann.

bundesliga.de: Herr Eilhoff, ist nach der schwierigen Hinrunde zumindest der Trainingsauftakt der Arminia reibungslos verlaufen?

Dennis Eilhoff: Wir haben am 27. Dezember erst mal den Schnee vom Platz schippen. Weil der Kunstrasenplatz derzeit nicht mit schwerem Gerät zu säubern ist, mussten wir, Spieler und Trainer, anpacken.

bundesliga.de: Wie ist denn die Stimmung innerhalb des Kaders?

Eilhoff: Nach der einwöchigen Pause sind alle froh, wieder gegen den Ball treten und endlich wieder Fußball spielen zu können. Alle sind voller Tatendrang und wollen die Rückrunde erfolgreicher gestalten als die Hinrunde. Die Mannschaft ist gewillt, die Spiele zu gewinnen und auf jeden Fall die Klasse zu halten.

bundesliga.de: Wie fällt Ihr Fazit für die Hinrunde aus?

Eilhoff: Angesichts der sieben Punkte, die wir im Moment haben, ist es natürlich kein Geheimnis, dass es nicht so gelaufen ist, wie wir uns das vorgestellt haben. Dass es schwer werden würde, war allerdings von vorneherein klar. Im Sommer stand aufgrund der sehr angespannten finanziellen Lage ja die Existenz des Vereins auf der Kippe. Dadurch mussten Leistungsträger der Vorsaison abgegeben werden. Diese Lücken wurden dann durch jüngere, unerfahrenere Spieler aufgefüllt. Das ist dann natürlich auch ein Qualitätsverlust, wenn man Spieler wie Giovanni Federico, Andre Mijatovic, Daniel Halfar oder Oliver Kirch abgeben muss. Die haben alle Erfahrung in der 1. und 2. Liga. Das führte dann schon vor Saisonbeginn zu einer sportlich schwierigeren Situation als davor.

bundesliga.de: Ist dieser Verlust sportlicher Qualität der Hauptgrund für die Entwicklung der Arminia?

Eilhoff: Der Hauptgrund ist mit Sicherheit die schwierigere finanzielle Lage des Vereins, wo dann, wie bei anderen Vereinen sicherlich auch, abgespeckt werden musste. Da müssen dann junge, unerfahrene Spieler nachrücken. Das heißt aber nicht, dass die schlechter sind, aber die haben einfach nicht die Erfahrung, wie man in der 2. Liga spielen muss. Und das ist sicherlich eins unserer Probleme.

bundesliga.de: Glauben Sie, dass diese fehlende Erfahrung der Mannschaft noch ein echtes Problem werden könnte?

Eilhoff: Da werden uns die Neuzugänge in der Winterpause sicher helfen. Mit denen wird es uns gelingen, eine deutlich bessere Rückrunde zu spielen. Wir werden alles daran setzen, die Klasse zu halten, was mit 30 Punkten machbar sein sollte.

bundesliga.de: Mit Eke Uzoma, Dario Vidosic und Sandro Kaiser standen schon vor dem Trainingsauftakt drei Neue fest, Josip Tadic kam noch hinzu. Haben Sie sich schon ein Bild von ihnen machen können?

Eilhoff: Wir haben bisher ja hauptsächlich im Kraftraum gearbeitet. Wenn wir dann draußen waren, bin ich als Torwart ja nicht so in die Spielformen integriert. Wir trainieren eher an der Seite der Mannschaft. Daher kann ich noch nicht so viel zu ihnen sagen.

bundesliga.de: Wie werden sie der Mannschaft denn helfen können? Schließlich sind sie auch alle noch jung.

Eilhoff: Ich gehe davon aus, dass sich das Trainerteam zusammen mit dem Geschäftsführer Gedanken gemacht haben wird, inwieweit sie uns helfen können. Als Stürmer sind Vidosic und Tadic natürlich dafür da, Tore zu schießen. Und das wird uns dann wiederum helfen, Spiele zu gewinnen.

bundesliga.de: Waren die Erwartungen im Umfeld des Vereins durch die doch sehr ordentliche vergangene Saison vielleicht etwas zu hoch für diese Spielzeit - trotz der widrigen Umstände?

Eilhoff: Ich denke, dass das Umfeld in Bielefeld die Lage schon so eingeschätzt hat, wie sie ist: nämlich schwieriger als letztes Jahr. Dass wir nicht um den Aufstieg spielen werden, war von vorneherein klar. Das war auch nicht die Vorgabe. Das Ziel zu Saisonbeginn war sportliche und finanzielle Konsolidierung, was uns bislang leider nicht so geglückt ist. Doch wir haben jetzt noch 17 Spiele vor der Brust, in denen wir versuchen werden, das Saisonziel zu erreichen.

bundesliga.de: Das bedeutet, dass der Klassenerhalt nach wie vor direkt geschafft werden soll oder wäre der Club auch erst einmal mit der Relegation zufrieden?

Eilhoff: Wir werden alles daran setzen, den direkten Klassenerhalt zu schaffen.

bundesliga.de: Für wie realistisch halten Sie das?

Eilhoff: Wenn alle an einem Strang ziehen und alles geben, um Arminia Bielefeld zu retten und in der 2. Liga zu halten, können wir das auf jeden Fall noch schaffen.

Das Interview führte Gregor Nentwig