Suat Türker ist ein echter Goalgetter. In den fünf zurückliegenden Spielzeiten erzielte er für die Kickers Offenbach in 134 Spielen 64 Treffer.

www.scfreiburg.com unterhielt sich im Trainingslager in Schruns mit dem neuen Mann in der SC-Offensive über seinen Start in Freiburg, neue Ziele und die Kleinigkeiten, die einen Stürmer zu einem erfolgreichen Stürmer machen.

Frage: Herr Türker, Sie waren sehr lange und auch sehr erfolgreich bei den Kickers Offenbach. Hat der Abschied etwas geschmerzt?

Suat Türker: Schon. Vor allem durch den Abstieg. So etwas wünscht sich kein Fußballer. Aber dennoch denke ich, dass dort in den letzten Jahren vieles aufgebaut wurde und ich auch meinen Teil dazu beitragen konnte, den Verein in die 2. Bundesliga zu bringen und auch erstmal dort zu halten. Es hat sehr viel Spaß gemacht. Auch mit den Fans in Offenbach. Eine Zeit, die ich nicht missen will und auch nicht vergessen werde.

Frage: Bei den Kickers war der Auftrag immer ganz klar der Klassenerhalt. Jetzt finden Sie eine völlig neue Situation vor. Die Mannschaft hat sich zusammengesetzt und beschlossen ganz offensiv zu proklamieren: Wir wollen aufsteigen. Sicherlich will man als Mannschaft immer das Optimum erreichen. Welchen Unterschied macht es, wenn man das auch offensiv nach Außen trägt?

Türker: Erst mal ist wichtig, dass es ein Ziel ist, dass man ganz realistisch betrachtet auch erreichen kann. Sonst macht das keinen Sinn. Prinzipiell ist es meiner Meinung nach so, dass es in der Zweiten Liga ohnehin nur zwei Dinge gibt: Entweder nicht absteigen, oder aufsteigen. Alles dazwischen hilft keinem Verein so richtig weiter. Und der SC Freiburg ist für mich ein absoluter Topverein, der auch in die Erste Liga gehört. In den letzten Jahren hat man immer wieder gesehen, wie stark der SC Freiburg ist, aber leider immer ganz knapp den Aufstieg verpasst hat. Das möchten wir in diesem Jahr besser machen. Deshalb heißt unser Ziel ganz klar Aufstieg. Diese Marschroute ist absolut richtig.

Frage: Es gibt Torjäger, die treffen nur zwei Jahre am Stück und dann nicht mehr. Oder nur unter einer bestimmten Konstellation, einem bestimmten Trainer oder einem bestimmten Spielsystem. Sie sind schon sehr lange im Geschäft, bei den verschiedensten Vereinen. Aber geliefert haben Sie immer. Was ist ihr Geheimnis?

Türker: Das werde ich oft gefragt. Dazu kann ich nur sagen, dass es bei mir jahrelang so gut lief, weil ich immer das Glück hatte, dass es im Team gestimmt hat. In einem guten Team mit einem tollen Klima kann fast jeder Stürmer erfolgreich sein. Vorausgesetzt, er bringt die Kleinigkeiten mit.

Frage: Die Kleinigkeiten?

Türker: Für das Team arbeiten, für das Team kämpfen und dann noch die eigenen Stärken einbringen. Eine mentale Stärke gehört auch dazu. Der Torschuss ist ja der letzte, der entscheidende Schuss, der den Erfolg bringt. Eine große Verantwortung, die man im Kopf richtig verarbeiten muss. Wenn man dass schafft und mit Teamwork verbindet, ist man ein guter Stürmer. An diesen Punkten habe ich in den letzten Jahren intensiv an mir gearbeitet. Früher habe ich mich sehr geärgert, wenn ich zwei Chancen vermasselt habe. Aber dieses Ärgern hat auch dazu geführt, dass man unkonzentriert wird. Wenn ich heute zwei Chancen versiebe, möchte ich es bei der dritten unbedingt richtig machen, konzentriere mich voll darauf und auf nichts anderes.