Aachen - Sergiu Radu kennt sich aus im deutschen Fußball. Der 33-Jährige ging bereits für Energie Cottbus, den VfL Wolfsburg, den VfB Stuttgart und den 1. FC Köln auf Torejagd und erzielte dabei in 133 Spielen in der Bundesliga und 2. Bundesliga bislang 34 Tore.

Seit einer Woche stürmt der frühere rumänische Nationalspieler für Alemannia Aachen, für die er bereits bei seinem Debüt beim 4:2 gegen den Karlsruher SC einen Treffer beisteuerte. Die Verantwortlichen der Alemannia erhoffen sich von Sergiu Radu, dass er der jungen Mannschaft mit seiner Erfahrung weiterhilft. Was er selbst erwartet, erzählte er bundesliga.de.

bundesliga.de: Sergiu Radu, seit einer Woche sind Sie jetzt bei der Alemannia. Was hat den Ausschlag für den Wechsel von Cottbus nach Aachen gegeben?

Sergiu Radu: In Cottbus hat es für mich zuletzt nicht mehr so gut funktioniert. Ich habe nicht so viel gespielt. Deswegen wollte ich wechseln. Dann kam das Angebot der Alemannia. Mein Berater hat vor einer Woche mit Sportdirektor Erik Meijer gesprochen. Ich habe dann sofort ja gesagt.

bundesliga.de: Erik Meijer sagt, der Alemannia fehle es in ihrer jungen Mannschaft an Erfahrung.

Radu: Genau. Ich hoffe, ich kann der Alemannia mit meiner Erfahrung weiterhelfen. Ich bin kein junger Spieler mehr. Ich habe schon bei vielen Vereinen gespielt.

bundesliga.de: Was hat der Trainer Peter Hyballa Ihnen gesagt, was er von Ihnen erwartet?

Radu: Der Trainer erwartet Tore von mir, das ist doch klar. Ich bin ein Stürmer. Und er setzt auch auf meine Erfahrung.

bundesliga.de: Wie wurden Sie in Aachen aufgenommen?

Radu: Ich fühle mich sehr gut und wurde gut aufgenommen. Außerdem sind die Jungs alle sehr gute Fußballer.

bundesliga.de: Aus Ihrer Zeit beim 1. FC Köln besitzen Sie sogar noch ein Haus im Rheinland. Das passt ja gut.

Radu: Stimmt. Mein Haus ist in Hürth bei Köln. Es ist nicht so weit weg von Aachen. Das sind nur etwa 60 Kilometer. Das hat alles gut gepasst.

bundesliga.de: Kommen wir auf das Pokalspiel zu sprechen. Ihre jungen Kollegen waren ziemlich aufgeregt und haben sich fast alle nach dem Spiel noch ein Bayern-Trikot gesichert. Ist es auch für Sie noch etwas Besonderes gewesen, gegen Bayern München zu spielen?

Radu: Nein, für mich war es kein ganz so besonderes Spiel mehr, weil ich schon oft gegen die Bayern gespielt habe. Aber für den Verein war es ein wichtiges Spiel. Leider haben wir es nicht gewonnen. Aber wir müssen uns nun auf das nächste Spiel gegen Fürth konzentrieren. Ich hoffe, dass wir das Spiel gewinnen.

bundesliga.de: War das 0:4 jetzt ein Dämpfer für die Alemannia?

Radu: Nein. Der Pokal ist ein ganz anderer Wettbewerb. Gegen einen Gegner wie Bayern München ist es nicht einfach zu spielen. Wir wollten auch versuchen, Fußball zu spielen. Aber die Qualität von Bayern ist sehr groß. Man hat gesehen, warum die immer oben und in der Champions League spielen. Wir müssen uns auf die Liga konzentrieren. Da treffen wir auf nicht so starke Mannschaften wie Bayern München.

bundesliga.de: Was trauen Sie der Alemannia in der Rückrunde zu?

Radu: Die Mannschaft hat viel Potenzial. Die Jungs haben sich sehr gut entwickelt. Wir wollen bis am Saisonende einen Platz unter den ersten sieben oder acht schaffen.

bundesliga.de: Der Trainer setzt auf Hardrock-Fußball, wie er es nennt. Den Gegner früh attackieren, nerven, eklig sein. Passt diese Philosophie zu Ihnen?

Radu: Ja, die passt sehr gut zu mir.

bundesliga.de: Jetzt sind Sie nach Aachen gewechselt und im Pokal ausgeschieden. Ihr Ex-Club Energie Cottbus steht dagegen im Halbfinale. Haben Sie das der Mannschaft zugetraut?

Radu: Mich wundert das nicht. Cottbus ist sehr heimstark, und Hoffenheim ist nicht Bayern München. Für mich ist das keine große Überraschung. Cottbus hat Freiburg geschlagen, in Wolfsburg gewonnen. Sie haben Qualität.

Das Gespräch führte Tobias Gonscherowski