Köln - 40 Jahre 2. Bundesliga: Das sind 40 Jahre reich an kuriosen, dramatischen und unvergessenen Begegnungen. Beim ersten Zweitligaspiel überhaupt steht ein gewisser Felix Magath als 21-Jähriger auf dem Saarbrücker Rasen.

bundesliga.de präsentiert zehn der herausragendsten Partien der Zweitligageschichte.

2. August 1974: Saarbrücken – Darmstadt 1:0

Diese Partie ist zwar kein Eröffnungsspiel, so wie man es heute kennt. Aber es ist das einzige Spiel am 1. Spieltag der Zweitligageschichte, das an einem Freitag stattfindet. Es ist also die Mutter aller Zweitligaspiele, die Geburtsstunde der Liga. Nikolaus Semlitsch (o.R., 2.v.r; © Imago) erzielt das erste Tor der 2. Liga. Beim FCS ist der blutjunge Felix Magath (u.R., 3.v.l.) am Ball, bei Darmstadt der spätere Zeugwart der Nationalelf, Manfred Drexler.

23. Mai 1980: Arm. Bielefeld – Arm. Hannover 11:0

Bielefeld landet den höchsten Sieg der Zweitliga-Geschichte. Bielefeld steht bereits als Aufsteiger fest, Hannover als Absteiger - und es gibt keine Rückkehr. Das Tor der Niedersachsen hütet Georg Kaiser. Im Duell der Arminen trifft Christian Sackewitz (© Imago) dreifach.

14. Juni 1987: FSV Salmrohr – Hannover 96 5:5

Hannover führt nach 51 Minuten mit 4:0 und sieht wie der sichere Sieger aus. Doch Salmrohr mit Torhüter Wolfgang Kleff (© Imago) gibt sich nicht auf, Trainer Klaus Toppmöller treibt sein Team an, es schafft den 4:4-Ausgleich. Als drei Minuten vor Ende Hannover mit 5:4 in Führung geht, sieht es danach aus, als wären alle Bemühungen umsonst gewesen. Doch Herbert Herres schafft mit dem Schlusspfiff den Ausgleich.

24. August 1991: 1. FSV Mainz 05 – Chemnitzer FC 0:0

Erstmals in der Geschichte der 2. Bundesliga spielen Teams aus dem gesamten Deutschland zusammen. Das erste Duell zwischen West und Ost findet in Mainz statt, das Spiel gegen Chemnitz endet torlos. Jürgen Klopp war bei den Mainzern als Spieler dabei, Hans Meyer (© Imago) als Coach der Chemnitzer.

7. Juni 1997: 1. FC Kaiserslautern – SV Meppen 7:6

Der 1. FC Kaiserslautern steht bereits als Zweitliga-Meister und Aufsteiger fest. Zur Halbzeit führt der FCK schon mit 6:2, doch am Ende wird es noch einmal knapp. Der SV Meppen kommt in den letzten elf Minuten bis auf ein 7:6 wieder heran. Christian Claaßen wird bei seinem Tor zum 7:6 wie ein FCKler von der Westkurve gefeiert. Trotz all der ausgelassenen Stimmung hat es wohl keiner für möglich gehalten, dass die Lauterer mit Trainer Otto Rehhagel nicht einmal elf Monate später die deutsche Meisterschaft feiern würden.

11. Juni 1997: VfL Wolfsburg – 1. FSV Mainz 05 5:4

Für den 34. und damit letzten Spieltag der Zweitligasaison 1996/97 ist dieses Duell terminiert, und der VfL unter Trainer Willi Reimann liegt einen Punkt vor den Mainzern auf dem dritten Platz. Es ist klar, dass dem Sieger dieses Duells der Aufstieg winkt und die 15.300 Zuschauer im alten VfL-Stadion sehen eine packende, ja dramatische Partie. Am Ende setzen sich die Wölfe mit 5:4 durch und schaffen den Sprung in die Bundesliga, in der der VfL seitdem ununterbrochen dabei ist. Unter den Torschützen der enttäuschten Mainzer befindet sich unter anderem Jürgen Klopp. 

16. März 2002: Unterhaching – 1. FC Saarbrücken 8:0

Unterhaching ist damals seit Jahren bekannt für mannschaftlich geschlossenes, sehr diszipliniertes Spiel – für Fußballfeste sind andere Mannschaften zuständig. Doch an diesem Tag gilt das Motto „Hang Down Your Head, Tom Dooley“. Der Saarbrücker Coach muss mit ansehen, wie sein Team mit 0:8 unter die Räder gerät. Für Unterhaching um Torjäger Francisco Copado (© Imago) ist es der höchste Sieg im bezahlten Fußball.

25. Mai 2003: Eintracht Frankfurt – Reutlingen 6:3

Frankfurt und Mainz liefern sich am letzten Spieltag ein Fernduell um den dritten Platz. Wenn beide gewinnen, sind die Teams punktgleich und die Tordifferenz entscheidet. Mainz gewinnt in Braunschweig mit 4:1. In Frankfurt läuft das Spiel der Eintracht gegen Reutlingen, Bakary Diakite trifft zum 5:3 in der 90. Minute. Das reicht noch nicht, Mainz bleibt Dritter. Erst in der Nachspielzeit trifft Alexander Schur (Foto) zum 6:3, Eintracht zieht am FSV vorbei und steigt auf.

18. Mai 2008: 1. FC Kaiserslautern – 1. FC Köln 3:0

Am 18. Mai 2008 kommt es zum "Endspiel" auf dem Betzenberg. Der ruhmreiche 1. FC Kaiserslautern kämpft gegen den Abstieg in die Drittklassigkeit bei ausverkauftem Stadion; ein Sieg würde den Klassenerhalt bedeuten. In der 69. Spielminute trifft der Kölner Patrick Helmes nur den Pfosten des Lauterer Tores; eine Schrecksekunde für alle FCK-Fans. Eine Minute später schallt ein Jubel durchs Stadion; Josh Simpson erzielt das 1:0 für die Pfälzer. Dann beginnt es auch noch zu regnen (Fritz-Walter-Wetter) - und die Fans feiern die Mannschaft. Nur fünf Minuten später trifft Marcel Ziemer zum 2:0. Wiederum sechs Minuten später erzielt abermals Ziemer das 3:0 (81. Spielminute); die Entscheidung ist gefallen. Klassenerhalt.

13. September 2010: Cottbus – Karlsruher SC 5:5

Beide Teams liefern sich einen packenden Schlagabtausch, es geht hin und her. Nach 16 Minuten führt Cottbus mit 2:0 und sieht wie der sichere Sieger aus. Doch der KSC dreht das Spiel bis zur Pause, führt mit 4:2. In Hälfte zwei ziehen die Badener sogar auch 5:2 davon, doch mit einer Energie-Leistung schaffen die Lausitzer noch das 5:5.

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