Köln - Der Name hat einen fürstlichen Klang und suggeriert die große weite Welt der Schönen und Reichen. Doch Adriano Grimaldi ist so gar nicht abgehoben und hat auch keine verwandtschaftlichen Beziehungen ins Fürstentum am Mittelmeer. Er ist einfach nur ein talentierter Kicker, der in dieser Saison bei Fortuna Düsseldorf seinen Durchbruch im Profifußball schaffen will.

Gerade einmal 20 Jahre alt ist der in Göttingen geborene Deutsch-Italiener. Aber er hat schon viel von der Republik gesehen und in den unterschiedlichsten Ligen gespielt. Nach seinen ersten fußballerischen Schritten beim Nikolausberger SC und dem SC Weende stürmte er in der B- und A-Junioren-Bundesliga für Hannover 96. Danach ging es für ein halbes Jahr wieder zurück nach Weende ins Seniorenteam in die Oberliga Niedersachsen und dann wiederum für nur sechs Monate zum FC Sachsen Leipzig in die Regionalliga Nord.

Spektakulärer Profi-Einstand

Junioren-Bundesliga, Oberliga, Regionalliga. Innerhalb von 18 Monaten hektischer Betriebsamkeit hatte Adriano Grimaldi auf sich aufmerksam gemacht. In Hannover wurde er noch vom dortigen Jugendkoordinator Jens Rehhagel, dem Sohn des großen Meistertrainers Otto, für zu leicht für den Profifußball befunden. Und auf einmal rissen sich die Topclubs um das Talent. Bayer Leverkusen in Person von Amateurtrainer Ulf Kirsten war an ihm dran, aber auch der 1. FSV Mainz 05, der schließlich den Zuschlag bekam.

Grimaldis rasante Entwicklung ging zunächst weiter. Nach drei Toren in den ersten sechs Spielen der Mainzer "Zweiten" berief ihn Trainer Thomas Tuchel in den Profikader. Sein Bundesliga-Debüt im September 2009 gegen Hertha BSC verlief spektakulär. Kurz nach seiner Einwechslung in der 70. Spielminute mischte der Teenager die Berliner Hintermannschaft auf und holte einen Elfmeter heraus. Mainz drehte das Spiel nach Rückstand und gewann, Adriano Grimaldi war der gefeierte Star.

Zurück ins zweite Glied

Fünf weitere Bundesliga-Kurzeinsätze kamen in der Vorrunde noch dazu, dann wurde es wieder ruhig um den neuen "Sturm-Fürst" (Bild-Zeitung). Klaglos fügte sich Adriano Grimaldi wieder in seine Rolle als Regionalliga-Stürmer, in der ihm in 43 Begegnungen sieben Tore gelangen, darunter auch in der letzten Saison ein Doppelpack gegen Fortuna Düsseldorf II. Das Bewerbungsschreiben kam an. Die Rheinländer verpflichteten ihn für die neue Saison.

"Adriano Grimaldi ist ein robuster Spieler. Er wird sich bestimmt etwas umstellen müssen und sehen, was es konkret bedeutet, Profi zu sein", lautete das erste Urteil von Fortuna-Trainer Norbert Meier. Im Trainingslager verdiente sich der Neuzugang dann sein erstes Lob vom Coach.

Erste Eindrücke positiv

"An Adriano imponiert mir, wie durchsetzungsfähig er sich gezeigt hat", sagte Norbert Meier. "Wir brauchen Spieler, die für ihre Chance arbeiten. Wir beobachten die bisherigen Vorstellungen wohlwollend, aber es können natürlich, gerade bei den jungen Spielern, immer auch Phasen der Ermüdung kommen."

Die ersten Eindrücke waren also positiv, bei seinen ersten Einsätzen in den Testspielen gelangen ihm drei Tore, darunter auch eins beim 2:1-Erfolg gegen den ukrainischen Europa-League-Vertreter Karpati Lwiw. Zuletzt setzte ihn allerdings ein beim Freundschaftsspiel gegen den FC Wegberg-Beeck erlittener schmerzhafter Pferdekuss außer Gefecht. Doch das wird Adriano Grimaldi nicht umwerfen.

Tobias Gonscherowski