Seit sechs Jahren spielt der 22-jährige Jan-Philip Kalla für den FC St. Pauli. Die "englische Woche" hat ihm zwei weitere Einsätze in der 2. Bundesliga beschert. Im Interveiw spricht er über den Konkurrenzkampf in der Abwehr, eine "Weiterbildung" und seine Flexibilität.

Frage: Sie haben jetzt fünf Zweitliga-Einsätze auf dem Konto, vier in dieser Saison, davon die letzten beiden von Beginn an. Der Konkurrenzkampf hinten ist in vollem Gange, oder?

Jan-Philip Kalla: Ich denke schon. In den letzten beiden Partien bin ich als linker Verteidiger zum Einsatz gekommen. Meiner Meinung nach hat Benny hinten links bisher eine ganz ordentliche Rolle gespielt. An sich ist dies auch nicht ganz meine Position, einfach weil ich ein Rechtsfuß bin. Durch seine Verletzung - so ärgerlich sie für ihn war - habe ich die Chance auf einen Einsatz bekommen und aus meiner Sicht auch zwei ganz zufriedenstellende Spiele gemacht. Nun muss man schauen, ob die Trainer sich auf dieser Position weiterhin für mich entscheiden, oder wieder für Benny, der ja, wie gesagt, auch ordentliche Spiele gemacht hat - und ein Linksfuß ist. Der Konkurrenzkampf tut uns allen auf jeden Fall gut.

Frage: Sie haben in der Defensive schon auf vielen Positionen gespielt, für die U23 häufig auch im defensiven Mittelfeld. Es gibt viele Beispiele, dass Spieler aufgrund ihrer Flexibilität auf verschiedenen Positionen eingesetzt werden. Ist diese Flexibilität manchmal ein Nachteil oder sehen Sie es eher positiv?

Kalla: Ich sehe darin keinen Nachteil, wenn man mehrere Positionen spielen kann. Kann schon sein, dass der Trainer sagt: "Er kann alle zehn Positionen spielen, aber spielt von den zehn keine hundertprozentig gut." Also es so sieht, dass man immer nur der 12. Mann ist und nur dort rein rutscht, wo einer nicht kann. Aber an sich sehe ich keinen Nachteil darin, mehrere Positionen spielen zu können. Wenn ich nur den Innenverteidiger spielen könnte, dann wäre ich für hinten links nicht in Frage gekommen und hätte die beiden Spiele jetzt nicht gemacht. Hinten rechts hätte ich sonst gegen Fürth nicht gespielt. Für mich ist es also kein Nachteil, dass ich mehrere Positionen spielen kann. Außerdem bringt es einen auch in der Entwicklung weiter. Und wenn mich die Trainer mehr für die Außenbahn sehen, dann motiviert mich das zusätzlich und ich beschäftige mich noch mehr mit dieser Position. Es ist also so eine Art Weiterbildung.