Belek - Am siebten Tag des Trainingslagers in Belek traf der FC St. Pauli auf Gaziantepspor und unterlag dem türkischen Erstligisten mit 2:3. Muhammet Demir (1.), Oguzhan Türk (12.) und Ogulcan Caglayan (68.) erzielten die Tore für Gaziantepspor, Lennart Thy (8.) und Christopher Nöthe (80.) für die Lienen-Elf.

Gegen den Tabellenzehnten der ersten türkischen Liga musste Coach Ewald Lienen auf mehrere Kiezkicker verzichten. Neben den bereits abgereisten Bernd Nehrig und Florian Kringe standen auch Markus Thorandt, Enis Alushi, Sebastian Schachten, Daniel Buballa, Dennis Daube und Michael Görlitz nicht zur Verfügung. Nachdem Robin Himmelmann gegen den 1. FC Kaiserslautern durchgespielt hatte, hütete nun Philipp Tschauner 90 Minuten lang das braun-weiße Gehäuse.

Früher Rückstand nach 23 Sekunden

Es entwickelte sich von Beginn an eine äußerst muntere und temporeiche Partie. Gerade einmal 23 Sekunden waren gespielt, da zappelte der Ball auch schon zum ersten Mal im Netz. Gazianteps Muhammet Demir hatte aus dem Rückraum abgezogen und konnte Tschauner, der noch mit den Fingerspitzen am Ball war, überwinden (1.).

Die Lienen-Elf zeigte sich nur kurz geschockt und glich mit der ersten guten Chance aus. Marcel Halstenberg hatte Lennart Thy geschickt mit dem Außenrist im Strafraum bedient und dieser ließ Gaziantep-Keeper Zydrunas Karcemarskas mit einem Schuss ins linke Ecke keine Abwehrchance – 1:1 (8.).

Gaziantepspor geht wieder in Führung

Aber auch der türkische Erstligist zeigte sich unbeeindruckt vom Gegentreffer und ging wenig später wieder in Führung. Nachdem Sören Gonther Demirs Schuss aus kurzer Distanz noch blocken konnte, war Oghuzan Türk zur Stelle und schob ins leere Tor ein (12.).

In der Folgezeit gestalteten beide Teams die Partie ausgeglichen, wobei die Braun-Weißen ein Chancenplus verzeichnen konnten, diese Möglichkeiten (u.a. Halstenberg und Koch aus der Distanz, Gonther und Koch nach Eckbällen) nicht nutzen konnten. Gaziantepspor ließ den Ball phasenweise zwar gut laufen, konnte sich gegen die seit dem zweiten Gegentreffer gut geordnete FCSP-Defensive aber nicht mehr entscheidend durchsetzen. So blieb es zur Pause beim 2:1.

Drei frische Akteuer in Halbzeit 2

Mit drei frischen Akteuren – Jan-Philipp Kalla, Tom Trybull und Christopher Nöthe – startete die Lienen-Elf in die zweite Halbzeit, in der sich zunächst keine Mannschaft eine nennenswerte Möglichkeit herausspielen konnte. Zehn Minuten spielte sich das Geschehen zwischen und nicht in den Strafräumen ab, dann zog Mustafa Durak aus 20 Metern ab.

Ähnlich weit ging der Ball aber auch daneben (55.). Anschließend ging’s bei leichten Feldvorteilen für unsere Kiezkicker weiter wie zuvor. Beide Teams standen hinten sicher und agierten im vordersten Drittel zu ungenau.

Türken erhöhen auf 3:1

Eine gute Kombination über mehrere Stationen bescherte der Lienen-Elf die erste richtig gute Chance in Halbzeit zwei. Final war es der von Rzatkowski in Szene gesetzte Nöthe, der aus 18 Metern abgezogen hatte. Bora Sevim, kurz zuvor eingewechselt, machte sich bei Nöthes Schlenzer ganz lang und verhinderte so den erneuten Ausgleich (66.).

Anstatt das 2:2 zu erzielen, erhöhte Gaziantep fast mit dem Gegenzug auf 3:1. Ogulcan Caglayan war nach einer Flanke von der rechten Seite zur Stelle und drosch das Leder aus kurzer Distanz oben rechts in die Maschen – Tschauner war ohne Abwehrchance (68.). Wenig später nahm Lienen fünf weitere Wechsel vor (71.).

Gonther vergibt Chance zum Ausgleich

Zehn Minuten vor dem Ende keimte noch mal Hoffnung auf. Nöthe verkürzte auf 2:3, nachdem er dem letzten Mann der Türken den Ball abgeluchst und Sevim überwunden hatte (80.). In der Schlussminute dann die große Chance für Gonther zum 3:3! Nach toller Vorarbeit von Kyoungrok Choi köpfte der Kapitän aus sieben Metern aufs Tor, doch Sevim war auf dem Posten und verhinderte den Ausgleich (90.).

Auf der Gegenseite verpasste Gazianteps John Chibuike nach einem Konter mit einem Schuss über den Querbalken das 4:2 (90.+1). Wenige Augenblicke nach einem zu unplatzierten Nöthe-Schuss (90.+2) war dann Schluss.