München - Am Freitagabend treffen zwei Sieger des letzten Spieltages aufeinander. Aue entschied das Sachsen-Derby in der Nachspielzeit für sich und der MSV Duisburg schickte Braunschweig mit 3:0 nach Hause. Die weiteren Partien lauten: FSV Frankfurt gegen den SC Paderborn und Hansa Rostock gegen Union Berlin (alle Spiele ab 17:45 Uhr im Live-Ticker / Liga-Radio).

FC Erzgebirge Aue - MSV Duisburg


Nach vier sieglosen Spielen konnte Aue endlich wieder einen Sieg verbuchen. Im Sachsen-Derby bei Dynamo Dresden erkämpften sich die "Veilchen" in letzter Sekunde die drei wichtigen Punkte. FCE-Trainer Rico Schmitt weiß, dass die Erwartungshaltung jetzt sehr hoch ist und die Erzgebirgler nachlegen müssen. Am Freitagabend ist der MSV Duisburg im Sparkassen-Erzgebirgsstadion zu Gast. Die "Zebras" blieben bisher weit unter ihren Möglichkeiten. Seit den letzten drei Spieltagen trainiert Oliver Reck das Team und versucht, den MSV in die obere Tabellenregion zu führen. Unter dem 46-Jährigen hat Duisburg bereits vier Punkte eingefahren.

Schmitt sieht beim Gegner sehr großes Potenzial und traut dem MSV zu, ganz oben mitzuspielen. Reck hätte Struktur in die Mannschaft gebracht, was man bereits beim 3:0 gegen Braunschweig sehen konnte. Aue-Stürmer Ronny König glaubt, dass der MSV nicht so offensiv wie Dresden spielt und aus einer sicheren Abwehr heraus auf Konter lauern wird. Aue wolle die Partie aber unbedingt siegreich beenden. "Wir haben eine ähnliche Konstellation wie am 9. Spieltag als wir erst auf St. Pauli gewannen und auch im darauffolgenden Heimspiel gegen Rostock den Platz als Sieger verließen. Das wollen wir erneut schaffen", sagte König. FCE-Trainer Schmitt muss sein Team umbauen, da drei Spieler gesperrt sind. Adli Lachheb sitzt immer noch seine Rotsperre ab, während Pierre le Beau und Marc Hensel in Dresden ihre fünfte Gelbe Karte kassierten und ebenfalls pausieren müssen. Dafür rücken Fabian Müller und Nicolas Höfler in die Startformation.

Duisburg befindet sich zwar im Aufwind, hat aber auswärts bisher durchweg enttäuscht. Nur magere zwei Punkte stehen auf der Habenseite. Damit ist der MSV das zweitschlechteste Auswärtsteam der 2. Bundesliga. Oliver Reck weiß worauf sich seine Mannschaft in Aue vorbereiten muss: "Im Spiel vom FCE in Dresden habe ich viel, viel Enthusiasmus und Begeisterung gesehen. Und mit diesem Elan erwarte ich Aue auch am Freitag." Auch die "Zebras" haben mit Branimir Bajic und Dzemal Berberovic zwei Gelb-gesperrte Spieler in ihren Reihen. Ebenfalls nicht dabei ist der Langzeitverletzte Srdjan Baljak. Der MSV Duisburg spielte bisher vier Partien beim FCE, von denen zwei gewonnen und zwei verloren wurden.




FSV Frankfurt 1899 - SC Paderborn 07


Der FSV Frankfurt steht vor den eigenen Fans unter Zugzwang. Die Hessen sind das schlechteste Heimteam der 2. Bundesliga und haben als einzige Mannschaft noch keinen Heimerfolg feiern können. Mit dem SC Paderborn reist ein Verein an, der in seiner aktuellen Form ein potentieller Aufstiegskandidat ist. Zudem sind die Ostwestfalen das zweitbeste Auswärtsteam. Das sind also eigentlich ganz klare Vorzeichen.

Aus den vergangenen fünf Zweitligapartien holte der FSV lediglich einen Punkt bei 3:12 Toren. Bei dieser trostlosen Bilanz versuchen sich die Frankfurter vielleicht zu motivieren, indem sie in Erinnerungen schwelgen. Der 2:0 Heimsieg gegen den SCP in der Saison 2009/10 bedeutete den Beginn einer sieben Spiele andauernden Serie ohne Niederlage und den Wendepunkt einer bis dahin mäßigen Saison, die am letzten Spieltag mit dem Klassenerhalt in einem Happy-End mündete. Außerdem konnte Paderborn keines der direkten Duelle gewinnen. Beim FSV fehlen Gledson (Rotsperre), Babacar Gueye (Knochenhautentzündung), Marc Gallego (Bänderriss), Markus Hofmeier und Tufan Tosunoglu (beide im Aufbau).

Der SCP ist das Überraschungsteam der Saison. Auf dem 5. Platz mit nur vier Punkten Abstand auf den Tabellenführer und der besten Abwehr, sind sie klammheimlich zum Aufstiegskandidaten gereift. Paderborn-Trainer Roger Schmidt spricht von einer "Sehnsucht, die sich die Mannschaft erfüllen will". Ein Unentschieden oder ein Sieg beim FSV sei allerdings nur möglich, wenn sich die Spieler zu 100 Prozent einsetzten. Den folgenden Heimspiel-Doppelpack bezeichnet der Coach als zusätzliche Motivation: "Wir haben eine Riesenchance. Wenn wir an unsere Grenzen kommen, können und werden wir etwas mitnehmen." Passend dazu kehrt Kapitän Markus Krösche nach überstandener Verletzung in die Startformation zurück. Einziger Wermutstropfen ist der Ausfall von Thomas Bertels, der wegen der fünften Gelben Karte gesperrt ist. Weiterhin fehlen Jens Grahl (Meniskus-OP), Sven Krause (Reha) und Jens Wissing (Sprunggelenk-OP).




F.C. Hansa Rostock - 1. FC Union Berlin


Rostock braucht einen Sieg, um nicht noch weiter abzurutschen. Nor zwei Punkte trennen den Aufsteiger vom Tabellenende. Während die Hansestädter nur eines der letzten fünf Spiele gewinnen konnten, verloren die Berliner in diesem Zeitraum lediglich eine Partie. Union hat bereits doppelt so viele Punkte wie Rostock erzielt und steht auf einem sicheren Mittelfeldplatz.

Hansa-Trainer Peter Vollmann vertraut seiner Mannschaft: "Mit Lauf- und Kampfbereitschaft kann man es schaffen, die Mängel, die auch ein Resultat unserer angespannten personellen Situation sind, zu beheben." Die Lage ist für den 53-Jährigen nach den Sperren von Tom Weilandt und Dominic Peitz nicht einfacher geworden. Zudem fallen weiterhin Mohammed Lartey (Schambeinentzündung), Dexter Langen (Schlüsselbeinbruch) Jörg Hahnel (Sprunggelenk) und Kevin Pannewitz (suspendiert) aus.

Uwe Neuhaus sieht die Begegnung aber nicht als Selbstläufer. "Zuhause haben die Rostocker zwar erst einen Sieg errungen, aber eben auch erst zweimal verloren", gibt der
Union-Coach zu bedenken. Fünf Unentschieden und eine Gegentorquote, die es durchaus mit den Topmannschaften der Liga aufnehmen kann, untermauern die potentielle Schlagkraft der Hanseaten. Neuhaus sieht die Schwäche der Gastgeber eher in deren Offensivqualitäten. Rostock erzielte erst neun Tore und hat damit den schwächsten Angriff der 2. Bundesliga. Für den Berliner Trainer waren diese Nordost-Derbys immer eng und von hitziger Atmosphäre geprägt. So trennten sich beide Teams im letzten Aufeinandertreffen in der DKB-Arena mit 0:0. Bei den Köpenickern fallen Markus Karl (Gelbsperre), Simon Terodde (Aufbautraining) und Fabian Fritsche (Ermüdungsbruch) aus.