München - Am sechsten Spieltag zeichnet sich auch langsam in der Tabelle ab, welche Clubs in dieser Saison um den Aufstieg in die Bundesliga mitspielen können und welche Mannschaften noch an ihrer Form arbeiten müssen. Vor allem das Duell zwischen den sieglosen Vereinen FC Hansa Rostock und FC Ingolstadt verspricht Spannung: Kann einer der beiden endlich drei Punkte einfahren?

Gleichzeitig empfängt der VfL Bochum die überragende SpVgg Greuther Fürth und im Ruhrgebiet findet die Partie zwischen dem MSV Duisburg und Dynamo Dresden statt (Freitag, ab 17.45 Uhr im Live-Ticker).


VfL Bochum - SpVgg Greuther Fürth

Es ist wie verhext: Der VfL Bochum konnte nur eine einzige der bislang fünf Heimpartien gegen die SpVgg Greuther Fürth gewinnen, zwei Mal endete die Begegnung remis, weitere zwei Mal entführten die Franken drei Punkte aus dem rewirpowerSTADION. Doch auch aufgrund jüngster Erfolge geht Greuther als Favorit ins Freitagsspiel.

"Was uns fehlt, ist das Erfolgserlebnis. Das braucht die Mannschaft, um wieder eine gewisse Leichtigkeit herbeizuführen", sagte VfL-Coach Friedhelm Funkel. Der kennt natürlich den Ruf der Mittelfranken und ahnt schon, was am Freitag auf seine Elf zukommt. Sein Urteil über die "Kleeblätter": "Die Mannschaft ist punktuell verstärkt worden und hat einen guten Start hingelegt." Funkels Parole lautet dennoch: "Wichtig ist, das Spiel zu gewinnen. Wir wollen den Rasen nach 90, 91 oder 92 Minuten als Sieger verlassen." Unglücklicherweise verletzen sich seine Spieler derzeit reihenweise, am Mittwoch im Mannschaftstraining erwischte es Zlatko Dedic und Faton Toski. Während ersterer mit Andreas Luthe zusammenprallte und eine schmerzhafte Nasenbeinprellung davontrug, fiel Toski unglücklich auf die Schulter, eine Pause von vier bis sechs Wochen ist die bittere Konsequenz. Für ihn wird wohl Giovanni Federico in den Kader zurückkehren. Ein Comeback des verletzten Christoph Dabrowski steht noch nicht zur Debatte.

Die Spielvereinigung kassierte bis dato nur halb so viele Gegentreffer wie Bochum. Max Grün ist dadurch so etwas wie der heimliche Star der "Kleeblätter". Vier Punktspielsiege ohne Gegentor hat der 24-jährige Schlussmann inzwischen vorzuweisen, bleibt dabei aber auf dem Teppich: "Mir ist es ziemlich egal, ob es zu Null endet. Das ist ein schöner Nebeneffekt, Hauptsache, wir gewinnen und zeigen eine gute Leistung." Sein Coach Mike Büskens mahnt indes: "Der VfL ist bisher hinter den eigenen Erwartungen zurückgeblieben und steht daher schon unter einem gewissen Druck. Aber wir erwarten, dass sie sehr aggressiv ins Spiel gehen werden, um vor heimischem Publikum ein Zeichen zu setzen." Für die morgige Begegnung stehen dem 43-jährigen Fußballlehrer bis auf die Langzeit-Verletzten Kingsley Onuegbu und Dani Schahin alle Spieler zur Verfügung. Für letzteren rückt Fabian Baumgärtel in den Kader.




MSV Duisburg - SG Dynamo Dresden

Man könnte mit einigem Recht behaupten, die SG Dynamo Dresden fremdelt. Die Sachsen verloren beide Auswärtsauftritte der laufenden Spielzeit. Saisonübergreifend gewann der Club auswärts nur zwei der letzten 17 Zweitligaspiele. Beim MSV Duisburg ist es nicht ganz so einfach, den Finger in die Wunde zu legen, trotzdem sind sie inzwischen seit sechs Liga-Partien sieglos.

Trotzdem ist die Stimmung in Duisburg heiter bis sonnig. Chefcoach Milan Sasic verteilte Lob an die MSV-Fans: "Sie feiern und begrüßen uns auch nach einer Niederlage und haben einfach ein Gefühl für die aktuelle Lage. Sie zeigen Verständnis!" Und bei der Pressekonferenz vor dem Spiel freuten sich die Anwesenden über das gute Deutsch von Flamur Kastrati. Der hatte in der letzten Saison nicht mit dem VfL Osnabrück gegen Dynamo in der Relegation gespielt. Dementsprechend ist der 19-Jährige topmotiviert: "Das ist schon ein spezielles Spiel für mich. Unser Team wird alles geben!" Derweil sind mit Goran Sukalo, Jürgen Gjasula, Dzemal Berberovic und Valeri Domovchiyski gleich vier "Zebras" angeschlagen. Vasileios Pliatsikas sah im Spiel gegen St. Pauli die Rote Karte und wird deswegen definitiv fehlen.

Die Dresdner sind noch ganz berauscht vom 4:0-Erdrutschsieg gegen Union Berlin. "Wir konnten eindrucksvoll beweisen, dass wir die Klasse für diese Liga haben", äußerte sich dazu Mittelfeldspieler Robert Koch. Gerade steht Dynamo auf dem 12. Tabellenplatz und Trainer Ralf Loose sah offenbar Handlungsbedarf. In der letzten Woche holte er mit Mickael Pote vom französischen Erstligisten OGC Nizza den 14. Neuzugang in die Mannschaft. "Es bringt nichts, wenn man die Wut im Training zeigt oder Trainingsweltmeister ist. Wir müssen in Duisburg von der ersten Sekunde an Gas geben und unsere Wut auf dem Platz zeigen", sagte Loose bestimmt.




FC Ingolstadt - FC Hansa Rostock

Mühsam nährt sich das Eichhörnchen: Hansa Rostock belegt mit vier Punkten aus vier Unentschieden den 13. Platz in der Tabelle. Beim FC Ingolstadt läuft es auch nicht besser, die Oberbayern warten ebenfalls auf den ersten Saisonsieg. Für beide wäre ein "Dreier" gleichzeitig eine Erlösung und großer Satz nach oben aus dem Tabellenkeller.

Im Mai 2010 besiegelte der FC Ingolstadt in der Relegation den Abstieg der Hanseaten. Doch Coach Peter Vollmann will von Revanche nichts wissen: "Die meisten waren damals ja ohnehin noch nicht dabei. Und die Motivation, das aktuelle Spiel zu gewinnen, sollte auf jeden Fall größer sein als die Gedanken, gegen diesen Gegner etwas gutmachen zu müssen." Die eigene Truppe auf den Gegner einzustimmen war für Vollmann ohnehin eine schwere Aufgabe, denn "Benno Möhlmann hat zuletzt sehr viel umgestellt, die Ingolstädter Mannschaft von Spiel zu Spiel immer auf mehreren Positionen verändert. Es ist überhaupt nicht klar, mit welcher Formation der FC Ingolstadt am Freitag gegen uns aufläuft". Die viele Ausfälle machen dem 53-Jährigen das Leben zusätzlich schwer. Neben den langzeitverletzten Marek Mintal, Pavel Kostal und Stephan Gusche ist vor allem in Sachen Tino Semmer und Marcel Schied das letzte Wort noch nicht gesprochen. "Ich hoffe, dass in der Abschlusseinheit einer von beiden mitmachen und dann auch mit nach Ingolstadt fahren kann. Falls nicht, dann werden wir mit Lucas Albrecht als einzige Sturmspitze beginnen", erklärte Vollmann.

Der größte Pechvogel des FCI ist Torwart Sascha Kirschstein. Er musste in dieser Saison schon zehn Mal hinter sich greifen, so oft wie kein anderer Zweitliga-Keeper. Benno Möhlmann, der Übungsleiter der Donaustädter nimmt Kirschstein in Schutz: "Wir haben immerhin gegen St. Pauli, Düsseldorf und Fürth gespielt, also bei Mannschaften, die in der Tabelle ganz oben stehen." Dem Gegner vom Freitag prophezeit Möhlmann eine rosige Zukunft: "Hansa Rostock hat eine spielstarke Mannschaft, die nach dem Neuanfang vor einem Jahr Stück für Stück besser wird. Sie wird sich auch in der 2. Bundesliga kontinuierlich weiterentwickeln." Neben den Verletzungen von Malte Metzelder und Leo Haas musste auch Caiuby kurzfristig eine schlechte Diagnose hinnehmen: Einriss vorderes Syndesmoseband, Knochenödem am Sprungbein. Vor allem Ahmed Akaichi darf trotz einer Muskelverhärtung auf einen Einsatz gegen Rostock hoffen.