München - Elf Spiele ist der VfL Bochum jetzt schon unbesiegt, nun will das Team von Trainer Friedhelm Funkel den vereinsinternen Rekord brechen. Die Bochumer treffen am Samstag auf den abstiegsbedrohten Karslruher SC, bei dem der neue Trainer Reiner Scharinger vor seinem Debüt steht. Im zweiten Spiel trifft der SC Paderborn auf Energie Cottbus (alle Spiele ab 12:45 Uhr im Live-Ticker/Liga-Radio).

VfL Bochum - Karlsruher SC

Im Auswärtsspiel in Fürth verpasste der VfL die Gelegenheit, Augsburg und Hertha weiter Druck zu machen, und kam nur auf ein 1:1, nachdem das Team schon in der 2. Minute 1:0 in Führung lag. Trainer Funkel sah das Remis dennoch positiv: "Wir haben unser erste Ziel, Fürth nicht vorbeiziehen zu lassen, erreicht. Wichtig ist, dass wir weiter alle Chancen auf Platz zwei haben."

Bei Bochum fehlen Matias Concha (Schien- und Wadenbeinbruch), Matthias Ostrzolek (Gelb-Rot-Sperre) und Slawo Freier (Innenbandriss) sicher. Unklar ist noch, ob Stürmer Chong Tese zum Aufgebot zählt. Den Nordkoreaner plagte zuletzt "nur" eine Reizung des Außenbandes, nachdem zuvor schon befürchtet wurde, dass sich der Torjäger einer Kniespiegelung unterziehen muss.

Scharinger: "Weiß um die Schwere der Aufgabe"

Nach den enttäuschenden letzten Wochen unter Uwe Rapolder herrscht nach dem Trainerwechsel in Karlsruhe natürlich Aufbruchsstimmung. "Wir sind der Auffassung, dass Rainer Scharinger genau der richtige Mann für uns in der jetzigen Situation ist", erklärte KSC-Präsident Ingo Wellenreuther. "Wir trauen ihm absolut zu, in den verbleibenden zehn Spielen die notwendigen Punkte einzufahren."

"Ich freue mich sehr auf die Arbeit hier, auch wenn ich um die Schwere der Aufgabe weiß", äußerte sich Scharinger zur Situation des KSC. "Wir müssen unsere Kräfte bündeln, dann ist das Ziel Klassenerhalt auch zu realisieren." Verzichten muss der neue Coach dabei auf Martin Hudec (Muskelfaserriss), Thomas Konrad (Knieprobleme), Sebastian Langkamp, Marco Engelhardt (Lungeninfekt), Gaetan Krebs (Ermüdungsbruch), Michael Mutzel (Knieprobleme) und Serhat Akin (Schultereckgelenksverletzung).




SC Paderborn - Energie Cottbus

Auch das zweite Samstagsspiel ist ein Duell eines Aufstiegsaspiranten mit einem Team, das schlicht den Klassenerhalt als Ziel hat. Allerdings halten sich die Hoffnungen (in Cottbus) und Ängste (in Paderborn) mittlerweile schon etwas in Grenzen. Der FCE hat, ähnlich wie der SCP, sechs Punkte Abstand zum Relegationsplatz. Nur bei einem Sieg der Cottbuser könnte die restliche Saison für beide Teams noch mal spannend werden.

Bei Paderborn hat Trainer Andre Schubert mit einer schwierigen Personalsituation zu kämpfen. Nach Edmond Kapllani (Kreuzbandriss) fallen mit Sören Brandy (Muskelprobleme), Sören Gonther, Florian Mohr und Jens Wemmer weitere Stammspieler verletzt aus. Fragezeichen stehen zudem hinter dem Mitwirken von Kapitän Markus Krösche, Philipp Heithölter und Jorge Mosquera. Trotz der zahlreichen Ausfälle verfällt Sportlicher Leiter und Chef-Trainer Andre Schubert nicht in Selbstmitleid. "Natürlich ist dies eine Schwächung für uns, keine Frage. Aber jetzt können sich die Spieler, die zuletzt in der zweiten Reihe gestanden haben, präsentieren". Ein Vorteil für die Gastgeber könnte sicherlich sein, dass Energie 90 Pokalminuten in den Knochen hat.

Denn in Cottbus drehte sich unter der Woche noch alles um das DFB-Pokal-Halbfinale. In einem packenden Match verpassten es die Lausitzer jedoch, sich gegen den MSV Duisburg durchzusetzen, verloren mit 1:2. Marc-Andre Kruska fasste die Gemütslage der Ostdeutschen zusammen: "Die Enttäuschung ist riesengroß. Das in Worte zu fassen ist beinahe unmöglich. Wir werden wohl erst in ein paar Tagen und dann noch mal ganz deutlich am 21. Mai realisieren, welche große Chance wir ungenutzt ließen." Verzichten muss Trainer Claus-Dieter Wollitz auf Julian Börner (Leisten-OP), Clemens Fandrich (Sprunggelenkverletzung) und Emil Jula (Achillessehnenprobleme).




Christoph Gschoßmann