München - Aufgepasst in Rostock. Ein "Phantom" geht dort neuerdings um. Nein, es ist nicht das Phantom der Oper, das in der Nähe der DKB-Arena gesichtet wurde. Es ist das Phantom des Fußballs und es kommt in Person von Marek Mintal.

Nach acht überwiegend sehr erfolgreichen Jahren beim 1. FC Nürnberg hat der bald 34-jährige Slowake beim FC Hansa Rostock angeheuert. Für zwei Jahre unterschrieb der Offensivmann im hohen Norden, nachdem sein auslaufender Vertrag beim Club nicht mehr verlängert worden war.

Idol in Nürnberg

Sportlich verlief sein Abschied bei den "Clubberern" nicht ganz zufriedenstellend. In keinem einzigen Spiel der abgelaufenen Saison stand Marek Mintal in der Startelf der "Jungen Wilden". Immerhin 17 Mal, also in jedem zweiten Spiel, wurde er eingewechselt. Zu einem Torerfolg kam er nicht mehr, immerhin gelangen ihm noch zwei Assists.

Doch beim letzten Heimspiel des 1. FC Nürnberg war das alles egal. Die Fans feierten ihr Idol frenetisch. "Ich möchte mich für die vergangenen acht Jahre bei den Fans bedanken. Ihr seid die besten Fans der Welt", rief Marek Mintal ihnen ergriffen zu. "Ihr habt mir immer Kraft gegeben, egal ob es gut oder schlecht lief, ihr habt immer hinter mir gestanden. Das werde ich nie vergessen. Ich liebe euch!"

Zwei Mal Torschützenkönig

Die Anhänger hatten allen Grund Marek Mintal zu verehren. Denn selten schlug eine Neuverpflichtung in der "Club"-Geschichte so gut ein, wie jene des Jahres 2003. Damals kam Marek Mintal für kleines Geld vom slowakischen Meister MSK Zilina ins Frankenland zu dem damaligen Zweitligisten. Er kam mit der Empfehlung zwei Mal hintereinander Torschützenkönig in seiner Heimat geworden zu sein.

Gleiches gelang ihm auch beim 1. FC Nürnberg. In seiner ersten Saison wurde er mit 18 Treffern auch bester Torschütze der 2. Bundsliga. Nürnberg stieg wieder in die Bundesliga auf, in der Mintal wiederum auf Anhieb Torschützenkönig wurde. Diesmal sogar mit 24 "Buden".

Verletzungen warfen ihn zurück

Mintal machte seine Tore meistens aus dem Nichts. Er war nur schwer zu greifen, agierte mal im offensiven Mittelfeld, mal in vorderster Front. Ganz egal, wo der 45-malige slowakische Nationalspieler auftauchte, Tore waren sein Markenzeichen, das "Phantom" wurde sein Spitzname.

Dann riss seine Glücksträne. Immer wieder warfen ihn Verletzungen zurück. Zwischen 2005 und 2007 brachte er es nur auf 17 Einsätze. Doch Mintal kämpfte sich zurück, war wieder da, als er nach dem Nürnberger Abstieg 2008 gebraucht wurde. Auch dank seiner 16 Saisontreffer schaffte der Club den sofortigen Wiederaufstieg. In der Bundesliga kam er zuletzt jedoch nicht mehr richtig zum Zug.

Mintal wichtig für den Klassenerhalt

Deshalb entschied er sich für den Wechsel nach Rostock. "Ich freue mich auf das tolle Umfeld in Rostock und möchte gerne helfen, unsere Ziele in der nächsten Saison so schnell wie möglich zu erreichen", sagte Marek Mintal bei seiner Vorstellung beim Zweitliga-Aufsteiger.

"Wir bekommen mit Marek Mintal einen erfahrenen und torgefährlichen Spieler, der hervorragend in unser Anforderungsprofil passt", gab es lobende Worte von Hansa-Trainer Peter Vollmann. "Wir sind sicher, dass er uns bei der Mission Klassenerhalt enorm weiterhilft. Marek ist topfit und überaus motiviert. Er ist in der Offensive überall einsetzbar und gibt unserem Spiel damit eine gewisse Variabilität." Der Spuk des Phantoms ist also noch lange nicht vorbei.

Tobias Gonscherowski