Düsseldorf/Berlin - Beinahe wäre Fortuna Düsseldorf in der vergangenen Saison der Durchmarsch von der 3. Liga in die Bundesliga gelungen. Der Start in diese Saison hat die Rheinländer aber wieder auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt.

Noch ist Düsseldorf ohne Sieg in Pflichtspielen in dieser Saison. Im Pokal scheiterte die Fortuna überraschend in Runde 1 und auch in der 2. Bundesliga misslang der Auftakt. Trainer Norbert Meier sieht im Interview mit bundesliga.de aber noch lange keinen Grund für Schwarzmalerei.

Er sprich über die Dinge, die im Auftaktspiel in Cottbus gefallen haben und sagt, woran seine Mannschaft noch arbeiten muss. Meier freut sich auf das Kräftemessen mit Hertha BSC am kommenden Montag.

bundesliga.de: Herr Meier, Ihre Mannschaft hat eine engagierte Leistung in Cottbus gezeigt. Wie zufrieden sind Sie trotz der Niederlage mit dem Gesehenen?

Norbert Meier. Sie haben es schon auf den Punkt gebracht, dass meine Mannschaft sich bei unserem ersten Liga-Spiel sicherlich besser präsentiert hat, als noch zuvor im Pokal. In Cottbus war das schon ein ganz anderes Spiel. Meine Mannschaft hat spielerisch überzeugt, wir haben Chancen herausgearbeitet, aber wir haben nicht getroffen. Es ist wie es im Fußball nun einmal ist. Wenn man die Tore nicht macht, kann man nicht gewinnen.

bundesliga.de: Ihre Mannschaft begann aggressiv in Cottbus und kam das gesamte Spiel über zu guten Torchancen. Dennoch wollte der Ball einfach nicht ins Netz. Das war schon im Pokal so. Warum läuft es offensiv noch nicht rund?

Meier: Wenn man auswärts derartige Chancen bekommt, muss man etwas daraus machen. Aber das sind halt auch die Momente, in denen einmal das Quäntchen Glück fehlen kann. Auch mit so etwas muss man umzugehen lernen.

bundesliga.de: Am Boden gewann Ihre Elf nur 41 Prozent der Zweikämpfe. Was muss die Mannschaft da noch besser machen?

Meier: Wir haben einige neue Spieler zu integrieren und es ist immer so, dass man zu Anfang einer neuen Saison zueinander finden muss. Dass hier Potenzial für Verbesserungen gegeben ist, will ich nicht bestreiten.

bundesliga.de: Vergangene Saison holte die Fortuna nur 16 Punkte in der Fremde. Warum tut sich Ihre Mannschaft auswärts so schwer?

Meier: Man sollte nicht vergessen, dass wir Aufsteiger waren. In dieser Situation konzentriert man sich zunächst einmal auf die 40 Punkte, die den Erhalt der Klasse bedeuten. In der ESPRIT arena haben wir alleine 43 von 51 möglichen Zählern geholt. Dort konnte sich, auch im Schulterschluss mit den Fans, ein sehr großes Selbstvertrauen entwickeln. Weitere 16 Punkte kamen aus Auswärtsspielen hinzu, wobei manches Spiel, in dem wir punktlos blieben, doch recht knapp verlief.

bundesliga.de: Nun folgt das schwere Heimspiel gegen Hertha BSC. Wie muss Ihre Mannschaft dort auftreten, um bestehen zu können?

Meier: Es wird ein sehr schweres Spiel - aber das macht die Aufgabe doch so reizvoll. Hertha spielt als Bundesligaabsteiger in einer anderen Liga. Die Möglichkeiten in Berlin sind andere als in Düsseldorf. Hertha will direkt wieder hoch, die haben einen erstklassigen Kader.

bundesliga.de: Steht Düsseldorf nach der Auftaktniederlage und dem frühen Pokal-Aus gegen Berlin schon ein wenig mit dem Rücken zur Wand?

Meier: Nein, ganz gewiss nicht. Mit dem Rücken zur Wand steht man, wenn nichts mehr geht, man kurz vor Saisonende hoffnungslos abgeschlagen auf einem Abstiegsplatz steht. Wir werden unsere Leistungen zeigen, davon bin ich überzeugt. Aber jetzt schon schwarz zu malen, halte ich für falsch.

bundesliga.de: Die Euphorie in Düsseldorf ist trotz des holprigen Starts ungebrochen. Wie wichtig sind werden die Fortuna-Fans gegen Berlin sein?

Meier: Unsere Fans sind einmalig und mehr als der sprichwörtlich der 12. Mann. Dies erlebe ich hier so seit zweieinhalb Jahren. Gegen Hertha dürfen wir wiederum über 30.000 Zuschauer erwarten, die uns bedingungslos unterstützen und das Gleiche wollen wie wir.

bundesliga.de: Vergangene Saison gehörte die Fortuna zu den Überfliegern der Saison. Was haben Sie sich als Ziel für diese Spielzeit gesetzt?

Meier: Vorderstes Ziel ist es, dass wir die 40 Punkte erreichen. Ansonsten wollen wir die ersten acht bis zehn Spieltage abwarten. Dann werden wir sehen, in welche Richtung die Reise geht. Alles andere wäre spekulativ und das liegt mir nicht.

Die Fragen stellte Sebastian Stolz