München - In der 2. Bundesliga stehen die beiden direkten Absteiger bereits fest, doch um den direkten Klassenerhalt kämpfen noch zahlreiche Teams (ab 13:15 Uhr im Live-Ticker/Liga-Radio). Am vorletzten Spieltag können bereits Entscheidungen im Tabellenkeller fallen.

Aues direkte Rettung steht im Moment auf Messers Schneide. Neutrainer Falko Götz braucht in seinem ersten Heimspiel unbedingt drei Punkte, um nicht auf den Relegationsplatz abzurutschen. Götz' Einstand vor einer Woche bei dessen Ex-Club Hertha BSC ging mit 2:3 verloren, weil Aue die erste Halbzeit verschlief und schon 0:3 im Rückstand lag.

Nun erwartet Götz mit den "Schanzern" einen Gegner "mit hohem spielerischen Vermögen" und fordert gleichzeitig die eigenen Fans auf, "die Mannschaft gnadenlos zu unterstützen, um auch den Gegner zu beeindrucken". Gegen den FCI muss Aue ohne den verletzten Jan Hochscheidt (Muselfaserriss) und die gesperrten Tobias Nickenig und Ronny König auskommen.

Die Gäste sind nach nur einem Sieg aus den vergangenen sieben Spielen doch noch in den Abstiegskampf verwickelt. Deshalb bezahlt die Ingolstädter Mannschaft ihren Fans auch die Reisebusse für die Anfahrt ins Erzgebirge.

Unter der Woche feierten die "Schanzer" zumindest schon mal ein kleines Erfolgserlebnis: Karl-Heinz Lappe, Toptorschütze der Regionalliga-Mannschaft aus Ingolstadt, verlängerte seinen Profi-Vertrag bis zum Sommer 2015. "Wir sind sehr glücklich darüber, dass er auch in den kommenden beiden Saisons für uns auf Torejagd gehen wird", sagte Manager Thomas Linke.



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Der beste Aufsteiger der laufenden Saison ist längst gerettet, auch dank dreier Siege aus den vergangenen drei Heimspielen. Mit Oliver Barth, Markus Dausch und Andreas Hofmann muss Coach Ralph Hasenhüttl am Sonntag allerdings auf drei Akteure verzichten. In der Hinrunde holte der VfR in Dresden immerhin einen Punkt (0:0).

Bei Dynamo stellen die Verantwortlichen bereits die Weichen für die kommende Spielzeit. Kapitän Romain Bregerie hat seinen Vertrag um drei Jahre verlängert. Der Kontrakt gilt allerdings nur für die 2. Bundesliga. "Er ist in den vergangenen Jahren zu einem festen Bestandteil und Leistungsträger unserer Mannschaft geworden. Er hat sich hier von Anfang an vorbildlich integriert und identifiziert sich mit Dynamo Dresden zu 100 Prozent", sagte der sportliche Leiter Steffen Menze. Der Franzose Bregerie fehlt auf der Ostalb allerdings wegen der fünften Gelben Karte.

"Für uns geht es um die Existenz, wir stehen mit dem Rücken zur Wand - aber wir sind trotzdem extrem gefährlich", betonte Dresdens Torhüter Benjamin Kirsten vor dem Spiel in Aalen. Der Keeper befindet sich in Topform, parierte zuletzt gegen Paderborn (2:1) zwei Elfmeter.



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Für den FSV ist nach dem 1:4 in Kaiserslautern und bei fünf Punkten Rückstand auf die "Roten Teufel" das Thema Relegationsplatz wohl erledigt. "Ich weiß, dass der Mannschaft trotzdem wichtig ist, was in den letzten beiden Spielen und gerade im letzten Heimspiel noch passiert", sagte Coach Benno Möhlmann. Bei den Frankfurtern fallen am Sonntag die Langzeitverletzten Heubach, Jönsson und Tosunoglu aus.

"Dort können wir aus eigener Kraft den Klassenerhalt schaffen", gibt ein selbstbewusster Marc Rzatkowski die Bochumer Devise für das Spiel am Bornheimer Hang aus. Kein Wunder, der VfL ist unter Trainer Peter Neuruer nicht nur ungeschlagen, sondern hat gleich alle vier Begegnungen gewonnen, ist auswärts noch ohne Gegentreffer und hat zuletzt sogar den Aufstiegskandidaten Köln geschlagen (2:1). Besonders Angreifer Zlatko Dedic fand unter Neururer wieder zu seiner Topform. Der Slowene traf in den vergangenen vier Spielen vier Mal.

"Die Bochumer haben unter Neururer wieder zur Ordnung im 4-4-2 gefunden", zollt FSV-Trainer Möhlmann dem wiedererstarkten Revier-Club großen Respekt. Dieses Kompliment gibt Rzatkowski direkt zurück: "Der FSV hat eine sehr gute Saison gespielt und steht zu Recht auf dem 5. Tabellenplatz."



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Die Hamburger gehen mit einem Vorsprung von drei Punkten in das Rennen um den Klassenerhalt. Zuletzt holten die "Kiez-Kicker" nach zwei Niederlagen in Serie immerhin einen Zähler in Duisburg. "Der Fokus liegt einzig und allein auf uns. Wir haben es selbst in der Hand und brauchen nicht nach links und rechts zu schauen", sagte Coach Michael Frontzeck.

Personell hat sich die Situation für den 49-Jährigen in den vergangenen Wochen weiter entspannt. "Auch Kevin Schindler ist wieder im Mannschaftstraining. Wir konnten zuletzt mit 18 Feldspielern trainieren. Nur Florian Mohr und Marcel Andrijanic stehen nicht zur Verfügung." Mit einem Erfolg könnten sich die Norddeutschen aller Abstiegssorgen entledigen.

Auf der Gegenseite fällt mit Domi Kumbela Braunschweigs bester Torschütze aus. Der Deutsch-Kongolese laboriert an einem Muskelfaserriss. Dafür kehrt der zuletzt rotgesperrte Mirko Boland in den Kader zurück. Emre Turan könnte gegen St. Pauli erstmals Zweitligaluft schnuppern. Der Abwehrspieler, bislang ohne jeden Saisoneinsatz, bekam von Lieberknecht einen Einsatz in den verbleibenden zwei Spielen in Aussicht gestellt.

Am Freitag wurde beim Aufsteiger bekanntgegeben, dass der bisher von Manchester City ausgeliehene Omar Ellabdellaoui bis 2015 bei den Niedersachsen bleiben wird. Die "Löwen" haben die Kaufoption für den Cousin von Hannovers Mohammed Abdellaoue gezogen.



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Die Köpenicker wollen sich im letzten Heimspiel nach einer guten Zweitliga-Saison noch einmal von ihrer besten Seite zeigen. Direkt im Anschluss steigt zusammen mit den Fans die Abschlussfeier an der Alten Försterei. Bereits vor dem Anstoß gegen den MSV wird eine ganze Reihe von Spielern verabschiedet (Daniel Göhlert, Christoph Menz, Marcel Höttecke, Kilian Pruschke, Felipe Gallegos und Patrick Zoundi). Im Anschluss will die Elf von Trainer Uwe Neuhaus den zehnten Heimsieg der Spielzeit einfahren. Aktuell stehen die "Eisernen" mit neun Erfolgen im eigenen Stadion auf Platz 4 der Heimtabelle.

Die Gäste aus dem Ruhrgebiet kommen mit erheblichen Personalsorgen in die Hauptstadt. So fällt neben Timo Perthel (Gelbsperre) auch noch Angreifer Maurice Exslager wegen eines Innenbandrisses aus. Da auch Ranisav Jovanovic weiterhin passen muss, kommt wohl Hinspieltorschütze Srdjan Baljak zu einem Einsatz in der Duisburger Startelf.

Den Meiderichern würde in Berlin sogar schon ein Punkt zum sicheren Klassenerhalt genügen - eine Glanzleistung, standen die Duisburger vor der Amtsübernahme von Coach Kosta Runjaic doch am Saisonanfang abgeschlagen am Tabellenende.



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Unter der Woche gab es überraschend Unruhe in Paderborn. Der Club trennte sich vom bisherigen Coach Stephan Schmidt. SC-Ikone Rene Müller übernimmt bis zum Saisonende. "Wir hatten eine sehr gute Trainingswoche, die Mannschaft hat engagiert und konzentriert gearbeitet. Diesen Schwung wollen wir in das Spiel mitnehmen", betonte Müller vor seiner Zweitliga-Premiere als Coach.

Mit einem Sieg würde sich das Thema Relegation von selbst erledigen für den SC, der am Sonntag auf den gesperrten Thomas Bertels verzichten muss. Deniz Naki fehlt gegen die Münchner wegen eines Platzverweises. Jens Wissing muss wegen einer Magen-Darm-Grippe pausieren.

Mit 1860 München kommt das drittbeste Auswärtsteam der Liga nach Paderborn. 25 Zähler holte die Mannschaft von Alexander Schmidt in der Fremde. Der Trainer muss am Sonntag jedoch auf den verletzten Grzegorz Wojtkowiak verzichten. Ebenso nicht zur Verfügung stehen wird Daniel Bierofka. Dafür dürfte erneut Malik Fathi im defensiven Mittelfeld auflaufen. Trotz eines Trommelfellrisses gab der 29-Jährige Entwarnung. "Selbst bei Kopfbällen hat er keine Probleme", erklärte Schmidt, der versprach, dass sein Team es jetzt nicht schleifen lasse, sondern konzentriert die letzten beiden Aufgaben angehen werde.



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