Das lange Warten hat ein Ende, nach genau 90 Tagen endet am Freitagnachmittag, den 15. August, die Sommerpause für die 2. Bundesliga.

Die 2. Bundesliga bleibt spannend und qualitativ hochwertig: Mit Absteiger 1. FC Nürnberg geht einer der Topfavoriten für den sofortigen Wiederaufstieg in die neue Saison. Aber auch die Mitabsteiger aus Duisburg und Rostock machen sich Hoffnungen.

Dazu kommen ambitionierte Jäger, wie der SC Freiburg, der seinerseits die Rückkehr in die höchste deutsche Spielklasse als offensives Saisonziel ausgegeben hat. Zurück in die Bundesliga, das will man auch in Mainz, Aachen und bei 1860 München. Das Aufstiegsrennen ist eröffnet! Und was machen die Neulinge? Wie schlagen sich Oberhausen, Ingolstadt, Ahlen und FSV Frankfurt?

bundesliga.de hat die 18 Clubs der 2. Bundesliga und deren Vorbereitung, Transfers und Verletzten genau unter die Lupe genommen:

Die Plätze 14 bis 18:


FC Augsburg
Hinter dem FC Augsburg liegt kein gutes Jahr. Drei Trainer betreuten die Mannschaft, die von Platz 7 im Jahr 2007 auf Rang 14 abrutschte. Das hat Konsequenzen. Gut ein Dutzend Spieler haben den Verein verlassen, darunter auch Stammspieler wie Dreßler (Ingolstadt), Hlinka (Graz), Luz (Oberhausen), Diabang (Austria Wien) und Wenzel (Nikosia). Im Gegenzug wurde auch fast eine komplette Mannschaft verpflichtet. Bis dato fünf Neue kommen von Absteigern, drei aus Jena (die Torjäger Werner und Torghelle sowie Torhüter Khamutouski), Innenverteidiger Kläsener aus Paderborn und der rechte Außenverteidiger Müller aus Offenbach, dazu noch der Freiburger Defensivspezialist Khizaneishvili. In der Vorbereitung deklassierten die Schwaben den Energie Cottbus mit 6:1. Schwerer taten sie sich im Pokal in Paderborn, wo der FCA erst im Elfmeterschießen die Oberhand behielt.

FSV Frankfurt
13 Jahre nach dem letzten Zweitliga-Jahr, das mit Platz 18, gerade mal zwölf Punkten und einem Torverhältnis von 39:103 ziemlich desaströs geendet war, gelang dem FSV Frankfurt spektakulär die Rückkehr. Die Mannschaft von Trainer Tomas Oral katapultierte sich in zwei Jahren von der viertklassigen Oberliga Hessen zurück ins Rampenlicht der 2. Bundesliga. Alle Leistungsträger der Aufstiegsmannschaft konnten gehalten werden, hinzukommen eine Reihe von Neuverpflichtungen, von denen die Mittelfeldspieler Spilacek (Hoffenheim) und der Bundesliga-erfahrene Shapourzadeh (Rostock) die namhaftesten sind. Für Unruhe sorgte die schwere Verletzung des Innenverteidigers Husterer, die aber mit der Verpflichtung von Alexander Klitzpera (Aachen) aufgefangen wurde. Zudem muss der FSV in die Arena des Lokalrivalen Eintracht ausweichen. Die Premiere in der Commerzbank-Arena lief vielversprechend. Im Pokal wurde Osnabrück mit 2:0 ausgeschaltet.

FC Ingolstadt 04
Vor vier Jahren fusionierten der MTV und der ESV Ingolstadt, die beide einmal Anfang der achtziger Jahre in der 2. Bundesliga spielten, zum FC Ingolstadt 04. Seitdem ging es im Zwei-Jahres-Rhythmus von der Oberliga bis in die 2. Bundesliga. Der Aufstiegskader wurde stark verändert. Aktuell neun Abgängen stehen ebenfalls neun Zugänge gegenüber. Der bekannteste ist sicherlich der 74-fache tschechische Nationalstürmer Vratislav Lokvenc (zuletzt Salzburg). Auch die Abwehrspieler Dreßler (Augsburg) und Reinhard (KSC) verfügen über reichlich Profi-Erfahrung. Trainer Thorsten Fink, der den FCI erst zur Rückrunde übernahm, baut auf eine Mischung von Routiniers und Talenten. Im Pokal sah das beim unglücklichen 1:3 gegen den HSV schon sehr gut aus. Bis die neue nach dem Hauptsponsor Audi benannte Arena fertig gestellt wird, muss der FCI ins alte ESV-Stadion ausweichen.

Rot Weiss Ahlen
Sechs Jahre lang gehörte LR Ahlen der 2. Bundesliga an. Dann kam 2006 der Abstieg, der auch dazu führte, dass sich der Verein in Rot Weiss Ahlen umbenannte. Trotz eines relativ kleinen Budgets gelang den Ostwestfalen nach nur zwei Jahren der kaum für möglich gehaltene Wiederaufstieg. Als Architekt des sportlichen Erfolgs gilt der gerade einmal 35 Jahre alte Trainer Christian Wück, der seinem Team einen attraktiven Angriffsfußball verordnete. Einige Spieler aus der zweiten Reihe mussten den Verein verlassen, der sich lediglich vier Neuzugänge leisten konnte: fürs Mittelfeld sind Bölster (Wuppertal) und Book (Duisburg) vorgesehen, Döring (Paderborn) soll der Abwehr mehr Stabilität verleihen und René Müller (Offenbach) die Offensive verstärken. Die Generalprobe vor dem Ligastart endete mit dem Pokalaus im Elfmeterschießen gegen Nürnberg.

Rot-Weiß Oberhausen
Einen ungewöhnlichen Rollenwechsel vollzog RWO nach der völlig unerwarteten Rückkehr in die 2. Bundesliga. Der Erfolgstrainer Hans-Günter Bruns und der Sportliche Leiter Jürgen Luginger tauschten kurzerhand die Jobs. Nach dem Durchmarsch von der Oberliga in die 2. Bundesliga konnten die "Kleeblätter" die Aufstiegshelden zusammenhalten. Der Ruhrgebietsverein verpflichtete bislang acht Neue für alle Positionen: erfahrene Routiniers wie Schüßler (Paderborn) fürs Mittelfeld und Luz (Augsburg) für die Offensive, genauso wie den talentierten Außenverteidiger Falkenstein (2007 deutscher A-Jugendmeister mit Leverkusen). Mit dieser Mischung und einem kleinen Etat geht Oberhausen euphorisch die 2. Bundesliga mit dem Ziel an, nichts mit dem Abstieg zu tun zu haben. Bei der knappen 2:3-Pokalniederlage gegen Bayer Leverkusen hinterließ RWO einen guten Eindruck.

Tobias Gonscherowski