Nach dem Pokal-Aus beim FC Bayern erwartet die SpVgg Greuther Fürth nun dessen Stadtrivalen TSV 1860 München zum Liga-Duell. Der FC Augsburg und Fortuna Düsseldorf liefern sich ein direktes Duell um den Relegationsplatz, Hansa Rostock reist zur TuS Koblenz (alle Spiele So., ab 13:15 Uhr im Live-Ticker/Liga-Radio).

Für die Fürther wird es in erster Linie wichtig sein, den Schalter wieder auf Ligabetrieb umzulegen. Eine Halbzeit lang ließen sie die eigenen Fans am Mittwoch in der Allianz Arena den großen Traum von der Sensation beim Rekordmeister träumen. Nach der letztlich deutlichen Niederlage will Trainer Mike Büskens den Auftritt in München schnell aus den Köpfen seiner Spieler bekommen. "Jetzt geht es gegen die 'Löwen'. Das ist ein anderer Gegner, der uns auf andere Weise fordern wird", sagte er.

Loboué fällt aus

Der Niederlage der Münchner am Montag gegen Rot Weiss Ahlen misst der Fürther Coach für das Spiel am Sonntag keine große Bedeutung zu. "Auch gegen Ahlen hatten sie die Chance zur Führung", erklärt Büskens, der vor allem vor der Offensive von 1860 Respekt hat: "Wenn ich mir die Stürmer anschaue, dann ist das schon eine Hausnummer in der 2. bundesliga."

Allerdings war nur eines der letzten zwölf Tore der Gäste ein Stürmer-Tor. Die Fürther Offensivabteilung ist mit 38 Treffern dagegen die drittgefährlichste der Liga, Stürmer Sami Allagui mit 67 Versuchen schussfreudigster aller Zweitligaspieler.

Einen herben personellen Ausfall müssen die Franken in der Defensive verkraften: Torhüter Stephan Loboué hat sich im Pokalspiel eine Muskelverletzung im Oberschenkel zugezogen und muss passen. Ob er von Max Grün oder Matjaz Rozman ersetzt wird, hat Büskens noch nicht entschieden.

Lienen: "Es geht nur über Leidenschaft"

Für die "Löwen" gilt es nach dem "Schwarzen Montag" gegen Ahlen, eine neue Serie zu starten. Bis zum 0:1 gegen RWA waren die Münchner sieben Spiele in Folge ungeschlagen. Trainer Ewald Lienen spricht zwar deutliche Worte, will aber nicht schwarz malen. "Gegen Ahlen war es armselig, was wir fußballerisch gemacht haben, besonders das Flügelspiel, aber vom kämpferischen und läuferischen her kann ich der Mannschaft keinen Vorwurf machen", sagt Lienen.

Schlüssel zum Erfolg bei der Spielvereinigung ist für ihn ein gutes taktisches Verhalten gegen die gefährliche Fürther Offensive und das nötige Feuer: "Wir müssen von der Einstellung wieder dahin kommen, wo wir im Herbst waren: leidenschaftlich und mit letztem Willen alles investieren. Jeder muss begreifen, dass es in dieser Liga nur über Kampf, Biss und Leidenschaft geht."

Wieder zurück im Team ist José Holebas, der seine Gelbsperre abgesessen hat und seine angestammte Position als Linksverteidiger vom verletzten Marcos Antonio (Schultereckgelenksverletzung) übernimmt.

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FC Augsburg - Fortuna Düsseldorf

Den Weg zurück in den Liga-Alltag muss auch der FC Augsburg im Duell mit dem direkten Konkurrenten um den Relegationsplatz, Fortuna Düsseldorf, finden. Das könnte für den FCA mit dem Erfolgserlebnis im Pokal gegen Bundesligist 1. FC Köln aber deutlich leichter werden als für die Fürther.

"Nach dem tollen Pokal-Sieg konzentrieren wir uns jetzt wieder voll auf die nächsten Aufgaben in der Liga", sagt Trainer Jos Luhukay, kündigt aber auch einen wachsamen Blick an: "Ich werde in den letzten Trainingseinheiten genau hinschauen, wer weiter konzentriert arbeitet und dann ein Team zusammenstellen, dass auch gegen Fortuna Düsseldorf einen Sieg landen kann. Aber es steht fest, dass dies kein Selbstläufer wird."

Meier: "Haben nichts zu verlieren"

Körperlich haben seine Spieler das Spiel vom Mittwoch jedenfalls gut überstanden. Gegen die Fortuna fehlt, neben den Langzeitverletzten, nur Daniel Baier, der im Spiel bei Union Berlin Gelb-Rot gesehen hatte.

Bei der Fortuna hält sich die Furcht vor dem frisch gebackenen Pokal-Halbfinalisten in Grenzen. "Wir haben nichts zu verlieren, aber alles zu gewinnen. Die Augsburger Zielsetzung liegt auf einem ganz anderen Level als die unsere. Aber wir fühlen uns in unserer Position nicht unwohl, warum sollten wir dort nicht noch länger bleiben wollen?", fragt Trainer Norbert Meier.

Dennoch weiß auch der Düsseldorfer Coach um die Stärken der Schwaben: "Unabhängig von den drei Roten Karten für die Kölner - die Augsburger haben am Mittwoch gegen den FC absoluten Spitzenfußball gezeigt." Zurück im Kader ist Rechtsverteidiger Christian Weber, der seine Gelbsperre gegen den MSV abgesessen hat. Mittelfeldmann Oliver Fink hingegen wird aus selbigem Grund die Reise nach Augsburg gar nicht erst antreten. Ebenso wie Torhüter Michael Melka, der nach neuerlichen Problemen mit seinem Fuß erst am Dienstag wieder das Training aufnehmen wird.

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TuS Koblenz - Hansa Rostock

In Koblenz hat man den 15. Rang noch längst nicht aus den Augen verloren. Mit Anel Dzaka, Daniel Gunkel, Andreas Glockner, Marvin Pourie und Edmond Kapllani hat sich die TuS in der Winterpause ordentlich verstärkt - was sich schon ausgezahlt hat. Ein Sieg, zwei Unentschieden und eine Niederlage stehen seit Rückrundenbeginn zu Buche. Bis auf die verletzten Christian Müller und Keeper David Yeldell kann TuS-Trainer Petrik Sander aus dem Vollen schöpfen.

Für Hansa-Trainer Andreas Zachhuber ist klar, dass es jetzt nur noch darum gehen kann, "viele Punkte zu holen und damit am besten schon in Koblenz zu beginnen." Gleichzeitig sieht er das dritte Auswärtsspiel in Folge auch als "Wiedergutmachung für die enttäuschende und schlechte spielerische Leistung in Oberhausen".

Um dieses Ziel umzusetzen, wird es im Kader einige Veränderung geben. So darf sich beispielweise Felix Kroos gute Chance ausrechnen: "Er hat sich in den Zweikämpfen deutlich verbessert", so Zachhuber.

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