Köln - Sieben Mannschaften haben noch gute Chancen auf den Aufstieg. bundesliga.de checkt, wie die Situation der Teams aussieht, was passieren muss, damit es mit dem Aufstieg klappt und wo die größten Gefahren lauern.

Übersicht: Alle Kandidaten im Aufstiegscheck

In dieser Woche wird Fortuna Düsseldorf unter die Lupe genommen. Im zweiten Jahr nach dem Abstieg aus der Bundesliga peilen die Fortunen den sechsten Aufstiegs  ins Oberhaus an. Damit dieses Ziel erreicht wird, muss jedoch vor allem die Heimbilanz dringend aufgebessert werden.

Die Situation:

Fortuna Düsseldorf stand in dieser Saison auf keinem Platz der Tabelle häufiger als auf dem Zweiten (fünf Mal). Momentan liegt das Team allerdings nur auf Rang sechs, was an einem unerklärlichen Einbruch liegt. Düsseldorf verlor am 15. Spieltag 0:2 in Aalen und 1:3 gegen Sandhausen in Runde 16 - gegen die zwei Underdogs kassierte die Fortuna zwei Pleiten in Folge, zuvor waren es unter Oliver Reck nur zwei Niederlagen in 23 Spielen. Auch ins neue Jahr ist die Mannschaft mit nur einem Punkt aus zwei Spielen schwach gestartet.

Mit einem schlechten Auftakt kennen sich die Düsseldorfer allerdings aus, denn auch in der Hinrunde kam das Team mit zwei Remis und einer Niederlage schlecht aus den Startlöchern. Es folgte ein 3:0-Sieg bei Erzgebirge Aue - anschließend startete F95 einen Höhenflug, blieb elf Spiele ungeschlagen und wirkte souverän und gefestigt.

Das macht Hoffnung:

Offensiv ist das Reck-Team äußerst gefährlich. Nur Tabellenführer FC Ingolstadt erzielte mehr Tore (34) als Düsseldorf (32). Besonders auffällig ist dabei, dass die Fortuna sehr effektiv agiert: Durchschnittlich benötigt Düsseldorf nur sieben Torschüsse für einen Treffer. Zudem sind 26 Tore aus dem laufenden Spiel ligaweit Bestwert und ein Zeichen der Spielstärke.

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Vorne hat Düsseldorf mit Charlison Benschop (zehn Tore) und Shootingstar Joel Pohjanpalo (acht Tore) zwei Top-Stürmer, dahinter mit Erwin Hoffer einen dritten starken Stürmer (drei Treffer), der aber nur noch Edeljoker ist. Ein Hoffnungsträger ist Oliver Fink, der nach zehn Monaten Verletzungspause endlich zurück ist und gleich beim Comeback in Karlsruhe traf. Auch bei Regisseur Michael Liendl zeigt die Formkurve wieder nach oben: 2015 sammelte er in zwei Spielen schon zwei Scorer-Punkte (Torvorlage in Karlsruhe, Tor gegen Aue).

Hier lauern Gefahren:

Obwohl die Fortuna viele Tore erzielt, ist die Mannschaft von Oliver Reck keine Mannschaft, die sich zahlreiche Chancen erspielt. Nur zwei Mannschaften haben weniger Torschüsse abgegeben als Düsseldorf (226). In Partien, in denen es mit der Verwertung der Möglichkeiten nicht so gut funktioniert, ist das ein Problem.

Das Hauptproblem ist aber die Heimbilanz: Zu Hause erspielten sich die Düsseldorfer nur 13 Zähler in zehn Spielen. Nur drei von zehn Heimspielen gewannen die Fortunen (bei auch drei Niederlagen). Es fällt Fortuna einfach schwer, das Spiel selbst zu machen.

Insgesamt lässt Reck keinen Hurra-Fußball spielen. Gerade auswärts ist das Spiel der Fortuna oft ziemlich destruktiv - dort allerdings mit Erfolg!

Auch der Trend spricht nicht für die Rheinländer: An den ersten 14 Spieltagen kassierte Düsseldorf nur eine Niederlage, seitdem vier Pleiten in sieben Partien. Außerdem hat Fortuna noch keinen Rückstand gedreht. Nach Rückständen wurden nur vier Punkte geholt, während nach eigenen Führungen noch acht Punkte verspielt wurden.

Aussichten und Aufstiegschancen:

Düsseldorf muss in seinen Heimspielen punkten, um nicht den Anschluss an die Aufstiegsplätze zu verlieren. Seit Einführung der Drei-Punkte-Regel 1995/96 schafften es drei Clubs mit 32 oder weniger Punkten nach 21 Spieltagen am Saisonende noch unter die ersten drei Teams. Erst zwei Mal Mal ist ein Tabellensechster des 21. Spieltages seit Einführung der Drei-Punkte-Regel aufgestiegen.

Was die Taktik angeht, wechselt Oliver Reck gerne durch. In der Winterpause hat er in der Defensive eine Dreierkette eingeführt, die dann zum Auftakt in Karlsruhe auch gespielt wurde. Damit könnte die Fortuna mehr Druck aufbauen und häufiger mehr agieren als reagieren.

Gelingt diese spielerischer Weiterentwicklung schnell und relativ reibungslos, hat Düsseldorf noch alle Chancen, am Ende auf einem Aufstiegsplatz zu landen.

Stefan Schinken und Tobias Anding

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