Frankfurt - Erzgebirge Aue hat am Tag der deutschen Einheit die Hoffnung auf Bundesliga-Fußball im Osten genährt. Der Aufsteiger schloss am 7. Spieltag durch ein 3:2 (2:1) gegen den FC Augsburg zumindest für einen Tag zu Zweitliga-Spitzenreiter Hertha BSC auf, der am Montag gegen Alemannia Aachen spielt.

Energie Cottbus verpasste diese Chance durch ein 2:3 (1:0) beim FSV Frankfurt. Am Tabellenende holte Fortuna Düsseldorf die ersten Punkte, bei Arminia Bielefeld wird die Lage nach der sechsten Pleite immer kritischer.

Zweite Pleite in Folge für Energie

"Wir sind an das körperliche Limit gegangen und sind am Schluss dafür belohnt worden", sagte Aues Trainer Rico Schmitt nach dem dritten Sieg im dritten Heimspiel.

Dagegen unterlag Cottbus trotz 1:0-Führung und kassierte nach zuvor neun Spielen ohne Niederlage die zweite Pleite nacheinander. "Naivität, Passivität, Aussetzer", antwortete Energie-Trainer Claus-Dieter Wollitz auf die Frage nach den Gründen der Niederlage: "Ich hoffe, dass wir nicht irgendwann im Lauf der Saison über diese Punkte nachdenken müssen." Derweil hat 1860 München den Anschluss an die Spitze durch ein 1:0 (0:0) gegen Union Berlin gehalten.

"Ich habe geschrien wie ein Iltis"

Bereits am Samstag kam die Erlösung für die Düsseldorfer. Nach sechs Niederlagen und dem schlechtesten Start eines Zweitligisten seit 14 Jahren gewann der zweimalige DFB-Pokal-Sieger 3:2 (3:1) beim VfL Osnabrück. Obwohl die Fortuna auf dem letzten Tabellenplatz bleibt, machte sich Erleichterung breit. Vor allem Trainer Norbert Meier, der nach Schlusspfiff von den Fans gefeiert wurde, konnte trotz einer Erkältung durchatmen.

"Bei uns gibt es den Schulterschluss. Die Leute haben eine gewisse Angst, aber sie halten zur Fortuna. Das tut gut", sagte Meier, der sich am Spielfeldrand bis zur Heiserkeit verausgabt hatte: "Ich habe geschrien wie ein Iltis. Ich bin aber auch erkältet." Das Engagement des Trainers wurde auch von Manager Wolf Werner gewürdigt: "Der Vorstand hatte nie Zweifel", erklärte der Funktionär: "Wir sind alle lange im Fußball dabei und wissen, was davon zu halten ist, wenn nach einer solchen Serie alle gleich nach dem Trainer schreien."

"Schwerste Zeit, in der der Club je war"

Vergleichbar mit Meiers Situation in Düsseldorf ist die Lage von Trainer Christian Ziege in Bielefeld. "Zu diesem Zeitpunkt der Saison wechseln wir den Trainer nicht", sagte Geschäftsführer Ralf Schnitzmeier, der die Vorstellung des Ex-Bundesligisten beim 1:3 (0: 1) im Derby beim SC Paderborn aber nicht beschönigte: "Ich bin erschrocken über die Leistung. Es ist die schwerste Zeit, in der der Club je war."

Ziege selbst gab sich eine Teilschuld an der neuerlichen Niederlage: "Ich muss daran arbeiten, dass ich der Mannschaft verklickern kann, dass das ein Derby ist und sie da Gas geben muss. Offenbar habe ich das nicht geschafft." Die Schlappe hatte den Europameister von 1996 schwer mitgenommen. "Die Hoffnung stirbt zuletzt. Alles von einem Spiel abzuleiten, wäre mir jetzt zu einfach", sagte der frühere Nationalspieler.

Fürth und Duisburg stark

Im Gegensatz zu Bielefeld dürfen die SpVgg Greuther Fürth und der MSV Duisburg von der Eliteklasse träumen.

Die Fürther haben durch das 2:0 (0:0) beim Bundesliga-Absteiger VfL Bochum nach Punkten zum Tabellenführer aufgeschlossen. Nur einen Zähler weniger hat der MSV nach dem 3:0 (1:0) gegen Rot-Weiß Oberhausen auf dem Konto.

Derweil hat der Karlsruher SC seine Talfahrt durch ein 1:1 (0:0) beim Aufsteiger FC Ingolstadt gebremst.