Das Top-Spiel der 2. Bundesliga zum Rückrunden-Auftakt hat es gleich in sich: Am Montag reist der Spitzenreiter 1. FSV Mainz 05 zum direkten Verfolger, dem 1. FC Kaiserslautern.

Die Mainzer werden sich nur ungern an das Hinspiel erinnern. Da vergaben die Rheinhessen vor heimischen Publikum eine 3:0-Pausenführung und spielten am Ende nur remis. Glaubt man FSV-Trainer Jörn Andersen, wird seine Mannschaft diese Scharte auf dem Betzenberg mit Freuden auswetzen.

Im bundesliga.de-Interview blickt er auf das Spitzenspiel, analysiert die bisherige Leistung seines Teams und stellt eine einfache Rechnung zum Aufstieg auf.

bundesliga.de: Herr Andersen, sind Sie mit der Punkteausbeute aus der Hinrunde zufrieden?

Jörn Andersen: Ich bin nicht unzufrieden. Aber wir haben viele Punkte verschenkt...

bundesliga.de:...vor allem zum Ende des Jahres. Woran lag das?

Andersen: Das hatte mehrere Gründe. Wir haben nicht optimal gespielt und wir haben zu wenig Tore geschossen. Dadurch haben vor allem die Stürmer ein wenig das Selbstvertrauen verloren und dann zieht man das Pech an. Aber das wird in der Rückrunde wieder besser.

bundesliga.de: Was muss Ihre Mannschaft noch verbessern?

Andersen: Wir müssen auf dem Level weitermachen, den wir zu Saisonbeginn gezeigt haben. Dann sind wir zuhause auch wieder eine Macht und geben die Punkte nicht mehr so leichtfertig her.

bundesliga.de: Brauchen Sie dafür vielleicht auch noch einen neuen Spieler?

Andersen: Wenn wir noch nachbessern müssen, dann höchstens auf den Außenpositionen im Mittelfeld. Da sind wir etwas dünn besetzt.

bundesliga.de: Da könnten Sie aber doch Markus Feulner und Miroslav Karhan wieder hinbeordern, die Sie zu Saisonbeginn ins zentrale Mittelfeld gezogen haben.

Andersen: Das wollen die Spieler nicht, und ich will das auch nicht. Die beiden haben sich auf ihrer neuen Position ungemein gesteigert. Ich würde sie nur in absoluten Ausnahmefällen wieder auf die Außenbahn setzen oder im Verlaufe eines Spiels, wenn es denn nötig sein sollte.

bundesliga.de: Gegen den 1. FC Kaiserslautern könnte es gleich nötig werden. Schließlich reisen Sie als Tabellenführer zum direkten Verfolger. Freuen Sie sich auf das Spiel?

Andersen: Es gibt einige Spiele, in denen wir noch etwas gutzumachen haben. Und das Spiel in Kaiserslautern gehört dazu. Da haben wir zu Saisonbeginn leichtfertig einen Sieg verschenkt. Es kann für uns jetzt nichts Schöneres geben, als uns auf dem Betzenberg dafür zu revanchieren.

bundesliga.de: Steigt der 1. FSV Mainz 05 in dieser Saison auf?

Andersen: Wir müssen fest daran glauben, dass wir es schaffen können. Es wird aber schwer. Denn die ersten acht Mannschaften in der Tabelle haben alle Möglichkeiten, in die Bundesliga aufzusteigen. Vielleicht ist es auch gar nicht einmal so schlecht, dass wir die verschenkten Punkte in der Hinrunde nicht eingefahren und somit keinen Vorsprung haben. Denn so wissen wir, dass wir von Beginn an wieder 100 Prozent geben müssen und nicht überheblich auftreten dürfen. Wenn wir gut in die Rückrunde starten und in den 17 Spielen 30 Punkte holen, dann sollte es mit dem Aufstieg klappen.

Das Gespräch führte Michael Reis