München - Die Angst geht um! Am 33. Spieltag der 2. Bundesliga kämpfen mehrere Teams um den Klassenerhalt. Die einen wollen sich mit einem Sieg eine gute Ausgangsposition für den letzten Spieltag erarbeiten, die anderen können mit einem dreifachen Punktgewinn den vorzeitigen Klasserverbleib sichern.

Tabellenschlusslicht Alemannia Aachen (25 Punkte) empfängt den Karlsruher SC (30). Die Badener stehen auf dem Relegationsrang und sind noch in Schlagdistanz zum rettenden Ufer. Erzgebirge Aue liegt lediglich zwei Punkte vor dem KSC und trifft auswärts auf den MSV Duisburg. Hansa Rostock (26) ist bei Union Berlin zu Gast und braucht dringend einen Sieg, um überhaupt noch Chancen auf den Klassenerhalt zu haben. Zudem trifft der FC Ingolstadt 04 auf Energie Cottbus und der VfL Bochum auf Eintracht Braunschweig (So., ab 13:15 Uhr im Live-Ticker/Liga-Radio).

Die Ausgangslage vor dem Heimspiel gegen den Karlsruher SC ist klar: Nur mit einem "Dreier" könnte sich die Alemannia die Chance auf den Relegationsplatz vor dem letzten Spieltag noch bewahren. "Am Sonntag zählt nur ein Sieg, sonst wäre das Gewissheit, was für viele eh schon seit Wochen feststeht", sagt Trainer Ralf Aussem.

Der 51-Jährige strahlt trotz der prekären Situation seiner Mannschaft weiterhin Zuversicht und Optimismus aus: "Wir haben nichts zu verlieren. Für viele sind wir schon abgeschrieben, doch dagegen werden wir uns vehement wehren." Gegen den KSC können Albert Streit (5. Gelbe Karte), Shervin Radjabali-Fardi (Kreuzbandriss), Mario Erb, Reinhold Yabo und Florian Müller (alle Reha) nicht mithelfen.

Markus Kauczinski und seine Schützlinge fahren mit breiter Brust ins Rheinland. "Ich spüre die Zuversicht bei den Spielern. Wir haben einen guten Lauf und das macht uns gefährlich", gab sich der 42-Jährige angesichts der bisherigen Ausbeute von zehn Punkten in den fünf Spielen unter seiner Leitung selbstbewusst. Neben den beiden Langzeitverletzten Bogdan Müller und Bakary Soumare werden auch Christian Timm (Knieprobleme) und Pascal Groß (Gelb-Sperre) in Aachen nicht spielen können.




Schiedsrichteransetzungen

"Es gibt keinen Grund, nachzulassen." Diesen Satz betet MSV-Trainer Oliver Reck bereits seit Wochen gebetsmühlenartig herunter. Denn trotz der positiven Ergebnisse in den letzten Spielen sind die "Zebras" noch immer nicht zu 100 Prozent gerettet. "Wir müssen weiter die Leistungen bringen wie zuletzt", sagt 47-Jährige weiter.

Wenn der MSV auf den FC Erzgebirge Aue trifft, kann Reck wieder fast auf den gesamten Kader zurückgreifen. Lediglich der gelb-gesperrte Zvonko Pamic und der am Sprunggelenk verletzte Benjamin Kern sind nicht einsatzfähig. "Dafür ist Goran Sukalo wieder fit. Beim 0:0 in Braunschweig konnten wir sehen, wie wichtig Goran für die Mannschaft ist, und wie es laufen kann, wenn er nicht spielt", hebt der Coach einen seiner Leader hervor.

"Für uns gilt es, eine vernünftige Leistung wie gegen Dresden zu wiederholen. Das einzige, was es aus diesem Spiel zu bemängeln gibt, ist die Chancenverwertung. Da müssen wir vor der Kiste einfach cooler werden", sagte Karsten Baumann. Der Trainer der "Veilchen" muss auf Fabian Müller (Knochenhautreizung im Mittelfuß), Christian Cappek (Sprunggelenkverletzung), Enrico Kern (Kreuzbandriss) und Skerdilaid Curri (Infekt) verzichten. Hinter den Einsätzen von Oliver Schröder (Schulterverletzung), Guido Kocer (muskuläre Beschwerden), Adli Lachheb (Infekte) und Kevin Schlitte (Zerrung im Oberschenkel) stehen noch Fragezeichen.



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Der VfL Bochum kann neben dem Festmachen des Klassenerhalts auch Wiedergutmachung für die deutliche 0:4-Niederlage aus dem Hinrundenspiel betreiben. Eine Tatsache, die Coach Andreas Bergmann angesichts der Tabellensituation verständlicherweise aber nur zweitrangig einordnet: "Wir müssen das Hinspiel ausblenden und die Konzentration auf unsere Leistung am Sonntag legen. Alle anderen Dinge sind Randnotizen."

Einige Sorgen bereiten dem Cheftrainer dabei noch Giovanni Federico und Slawo Freier. Auch hinter dem Einsatz von Denis Berger befindet sich noch ein Fragezeichen. Alle drei sollen aber am Sonntag zumindest im Kader stehen. Kevin Vogt, in den letzten beiden Partien Torschütze für den VfL, konnte inzwischen wieder am Mannschaftstraining teilnehmen. "Kevin hat einen guten Eindruck hinterlassen, da mache ich mir keine Sorgen", sagte Bergmann.

"Ich wurde während der Woche öfter gefragt, wie es denn mit einem Sieg am Wochenende aussieht. Dazu kann ich nur sagen, dass wir natürlich jedes Spiel gewinnen wollen, also auch am Sonntag in Bochum", gibt Braunschweig Trainer Thorsten Lieberknecht die Marschroute vor. Der Coach kann bis auf die Langzeitverletzten auf den gesamten Kader zurückgreifen. Norman Theuerkauf hat seine Gelbsperre abgesessen und auch Torjäger Dominick Kumbela ist wieder ins Mannschaftstraining eingestiegen.




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Der letzte Schritt zum Klassenerhalt: Mit einem Sieg über den FC Energie Cottbus wäre der FC Ingolstadt 04 definitiv durch, unabhängig von den Ergebnissen der Konkurrenz. Die Lausitzer müssen ebenfalls punkten, um sich Luft zu verschaffen. "Sie hatten sicherlich andere Erwartungen vor der Saison und werden am Sonntag an die Grenzen gehen. Es wird ein sehr interessantes Spiel für die Zuschauer", sagt FCI-Coach Tomas Oral.

Personell stehen bei den "Schanzern" bis auf die Langzeitverletzten alle Akteure zur Verfügung. "Wir haben keinerlei Blessuren und schöpfen aus dem Vollen", freut sich Oral und richtet den Blick nur noch auf Cottbus: "Was die Niederlage beim TSV 1860 angeht, so haben wir das genauso behandelt wie mit den 14 Spielen ohne Niederlage zuvor und jedem anderen Spiel: Wir haben das Ding abgehakt."

"Die Mannschaft braucht in dieser Phase sicherlich keinen Trainer, der zusätzliche Hektik verbreitet", sagt Rudi Bommer im Hinblick auf die schwere Cottbuser Aufgabe in Bayern. Dabei muss Bommer eventuell auf Leistungsträger verzichten. Dimitar Rangelov laboriert an den Folgen eines Schlags auf das Schienbein, der Bluterguss strahlt auf das Gelenk aus. Und Jules Reimerink will im Training trotz seiner Leistenbeschwerden versuchen, sich einsatzfähig zu melden. Roger hingegen kehrt nach seiner Sperre wieder zurück in den Kader.




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Verlieren verboten - unter diesem Motto reist der F.C. Hansa zum Auswärtsspiel am Sonntag beim 1. FC Union Berlin. Nach zuletzt zwei Niederlagen ohne eigenen Torerfolg hat sich der Rückstand auf den Relegationsrang auf vier Punkte vergrößert, so dass die Rostocker - neben zwei eigenen Siegen an den letzten beiden Spieltagen - auf Schützenhilfe anderer Vereine angewiesen sind. "Wir haben es jetzt nicht mehr in den eigenen Füßen", weiß auch Trainer Wolfgang Wolf, der jedoch die Hoffnung auf den Klassenerhalt noch nicht aufgegeben hat: "Wir werden natürlich alles probieren, um die letzten beiden Saisonspiele zu gewinnen und müssen gleichzeitig auf den Fußballgott hoffen."

Personell kann der Hansa-Coach nicht auf die gleiche Elf zurückgreifen wie zuletzt beim FC St. Pauli, denn Kevin Pannewitz wird in Berlin wegen einer Angina-Erkrankung ausfallen. Für ihn rückt wahrscheinlich Stephan Gusche in die Innenverteidigung. Neben Pannewitz fehlt gegen den 1. FC Union auch Edisson Jordanov, der sich am vergangenen Sonntag beim Spiel der A-Junioren in Bremen eine Bänderdehnung zugezogen hat.

Für die Berliner geht es nur noch darum, im letzten Heimspiel der Saison den Fans einen Sieg zu schenken, Platz 6 und somit die Einstellung der besten Platzierung in der 2. Bundesliga ist ohnehin nicht mehr möglich. Dafür könnten die Berliner aber Platz 7 festigen und sie haben noch ein weiteres Ziel vor Augen. "Wir wollen die 50-Punkte-Marke überspringen. Deshalb wollen wir gegen Rostock und zum Abschluss in Cottbus gewinnen", erklärte Trainer Uwe Neuhaus. Personell komplettiert Marc Pfertzel nach abgesessener Gelbsperre den Kader. Michael Parensen, der nach einem Pferdekuss im Training Schmerzen verspürte, wird ebenfalls einsatzbereit sein. Weiterhin außer Gefecht sind Steven Skrzybski, Christopher Quiring und Jerome Polenz.



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