München - Ein Schritt zurück, der alles andere als ein Rückschritt sein soll. Dieses Ziel haben in der anstehenden Rückrunde der 2. Bundesliga einige Profis, die einen persönlichen Abstieg aus dem "Oberhaus" in Kauf nehmen.

Dabei handelt es sich aktuell allerdings nicht um junge Talente, die ganz klassisch eine Liga tiefer Spielpraxis sammeln wollen, sondern verstärkt um gestandene Profis.

Vorteile für beide Seiten

Heiko Butscher, Florian Heller und Uwe Möhrle, die in der Hinrunde allesamt bei ihren alten Vereinen über den Status eines Ergänzungsspielers nicht hinauskamen, wollen es noch einmal wissen und dann eben in der 2. Bundesliga Leistungsträger sein.

Solche Transfers haben für beide Seiten Vorteile. Die Spieler können ihre Klasse regelmäßig unter Beweis stellen, die Vereine setzen vor allem auf die Erfahrung der Routiniers - eine Win-win-Situation sozusagen. Mit 31 (Butscher), 32 (Möhrle) und 29 (Heller) Jahren befinden sie sich die drei oben genannten Kandidaten zwar im Herbst ihrer Karrieren, wollen ihre Dankbarkeit für die gebotene Perspektive aber mit höchstem Einsatz unterstreichen.

"Am wichtigsten, bei den Spielen auf dem Platz zu stehen"

"Ich werde alles dafür geben, dass die Eintracht in der neuen Saison wieder dort spielt, wo sie hingehört", sagte Butscher bei seiner Vorstellung am Main und hat wohl den Bundesliga-Aufstieg klar vor Augen.

"Ich will meinen Job für die Mannschaft erledigen und das in mich gesetzte Vertrauen zurückgeben. Ich bin schon eher der Typ, der für seinen Mitspieler einen Schritt mehr macht und die Drecksarbeit erledigt", so Möhrle im "kicker" zu seiner Spielweise und weiter zu den Plänen mit Energie Cottbus: "Der FCE hat zuletzt klar unter Wert gespielt. Die Qualität ist da, jetzt muss aber die Balance in die Reihe ge­bracht werden. Dann ist wieder einiges möglich." Und Heller will beim FC Ingolstadt seinen "Beitrag dazu leisten, den Verein in der 2. Bundesliga zu etablieren". Denn: "Für einen Fußballer ist es am Wichtigsten, bei den Spielen auch auf dem Platz zu sein."

Stellvertretend für die Vereine formulierte Eintracht-Trainer Armin Veh seinen Anspruch an Butscher: "Er ist kein Backup, er soll dazu beitragen, unser Ziel zu erreichen. Er ist der Typ, den wir brauchen. Wir haben eine gute, anständige Mannschaft. Das heißt nicht, dass er ein Sauhund ist, aber wir brauchen mehr Emotion, Leidenschaft und Führung." Wie passend, dass Butscher beim SC Freiburg und Möhrle beim FC Augsburg auch schon jeweils Kapitän waren.

"Er will uns helfen"

Nach demselben Schema liefen übrigens die Transfers von Gerald Asamoah zu Greuther Fürth und Albert Streit zu Alemannia Aachen ab. Auch hier wollen die 33 und 31 Jahre alten Akteure sich noch einmal ins Rampenlicht spielen. Das Risiko ist für die Clubs vielleicht einen Tick größer, weil beide Neuzugänge zuletzt vereinslos und daher länger nicht am Ball waren, aber immer noch kalkulierbar.

Sollte Asamoahs sportlicher Wert sich in Grenzen halten, kann der Ex-Nationalspieler bei den Franken auf jeden Fall ein Vorbild für die Youngster sein. "Mit seinem Auftreten bin ich sehr zufrieden, wir haben in den ersten Tagen schon gesehen, dass er uns helfen will. Außerdem zeigt er, dass er geerdet ist und keine Ausnahmestellung aufgrund seiner Vita anstrebt", sagt Mike Büskens über Asamoah.

Bleibt also nur noch abzuwarten, für welche neue Konstellation in der 2. Bundesliga ab dem 3. Februar die Rechnung am besten aufgeht.

Tim Tonner

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