München - Alemannia Aachen und FC Energie Cottbus sind am 4. Spieltag noch damit beschäftigt, die Wunden zu lecken. Der Saisonstart beider Clubs verlief nicht wunschgemäß. Als Quelle des Übels hat man in der Lausitz die abgegebenen Spitzenkräfte im Kader identifiziert.

In der Sommerpause verließen Nils Petersen, Emil Jula und Jiayi Shao die Cottbuser, auch Aachen ließ mit Zoltan Stieber und Marco Höger wichtige Spieler Richtung Bundesliga ziehen. Am Samstag wollen die Teams wieder zu ihrer Klasse zurückfinden. Zeitgleich findet in Ostwestfalen das Duell zwischen dem SC Paderborn und der SpVgg Greuther Fürth statt (Samstag, ab 12:45 Uhr im Live-Ticker).

Alemannia Aachen - FC Energie Cottbus

Unglücklich für Alemannia Aachen: Aus den letzten acht Pflichtspielen gegen Energie Cottbus nahmen die Aachener lediglich drei Punkte mit. Letztmals siegten die "Gelb-Schwarzen" in der Bundesliga im März 2007 mit 2:0 in der Lausitz.

Aktuell läuft es nicht viel besser für die Aachener. Sie tragen gerade die "Rote Laterne" in der 2. Bundesliga, verloren die ersten drei Spiele, dazu kommt noch das Pokal-Aus in der ersten Runde gegen den Karlsruher SC. Das zweite Mal in der Geschichte ist die Alemannia nun nach drei Spieltagen Tabellenschlusslicht der 2. Bundesliga. In der Saison 1989/90 stieg sie nach einem solch verkorksten Start ab. Jetzt kommt es laut Trainer Peter Hyballa darauf an, die Niedergeschlagenheit zu überwinden und Selbstvertrauen zu zeigen: "Wenn ich bei einem Spieler erkennen würde, dass er Angst hat, einen Fehler zu machen, dann würde ich ihn nicht aufstellen." Im Spiel gegen den FC St. Pauli noch verzichtete Hyballa über weite Strecken auf seinen Kapitän Benny Auer. Die derzeitige Stimmung am Tivoli spricht jedoch für einen Einsatz des Stürmers von der ersten Minute an. Aufgrund der Rotsperre von Manuel Junglas könnten entweder Ray Yabo oder Anouar Hadouir ins Mittelfeld nachrücken. Weitere taktische Umstellungen hält der Übungsleiter nicht für notwendig: "Ich habe in allen Spielern sehr viel von dem gesehen, was ich mit der Mannschaft besprochen hatte."

Der FC Energie Cottbus machte sich in der letzten Saison durch besonders torreiche Begegnungen bemerkbar. Die Lausitzer erzielten mit 65 Toren den zweitbesten Ligawert, hatten jedoch auch 52 Gegentore einzustecken, so viele wie noch nie in der 2. Bundesliga. In Cottbus will man jedenfalls nicht den Fehler machen und die bisher erfolglosen Aachener unterschätzen. "Ich habe Aachen in Aue gesehen, dort war Alemannia die bessere Mannschaft und hätte mindestens einen Punkt verdient. Gegen die sehr gut organisierte Mannschaft aus Braunschweig kann man verlieren, im Pokal in Karlsruhe sowieso und auf St. Pauli hängen die Trauben bekanntlich hoch", erklärt FCE-Coach Claus-Dieter Wollitz verständnisvoll. Die Lausitzer müssen sich nach der 0:5-Heimniederlage aus der letzten Woche selbst wieder aufrappeln. Bis auf den verletzten Markus Brzenska und den gesperrten Konstantin Engel ist der Kader einsatzbereit.




SC Paderborn - SpVgg Greuther Fürth

Torlos musste der SC Paderborn die letzten beiden Partien gegen die SpVgg Greuther Fürth beenden. In der vergangenen Saison stand es nach 90 Minuten 4:0 und 2:0 für die Franken.

Und auch am letzten Wochenende wollte die Torfabrik einfach nicht vom Paderborner Fuß in den Kasten springen. 0:3 ging das Spiel gegen Union Berlin verloren. Gegen Fürth wollen die Ostwestfalen wieder zu einer guten Form gelangen. "In dieser Woche haben wir an einigen Stellschrauben gedreht", berichtet SC-Trainer Roger Schmidt. Sichere Kombinationen und Torchancen sollen Garanten für ein zufriedenstellendes Ergebnis am 4. Spieltag werden. Personell ist man jedenfalls noch nicht über den Berg. Zumindest ist Stürmer Sören Brandy wieder voll einsatzfähig und, wie Schmidt es formuliert, "eine gute Option für eine Einwechslung". Dafür sind die Namensvettern Markus Krösche und Markus Palionis nach überstandener Verletzung noch immer unsichere Kandidaten für die Startelf. Auch bei den Langzeitverletzten Florian Mohr und Sven Krause ist noch kein Durchbruch zu erwarten. Neu im Paderborner Lazarett ist Torwart Jens Grahl, den eine Grippe zurückwirft.

In Fürth ist derweil die Welt wieder in Ordnung. Nach der Auftaktpleite gegen Eintracht Frankfurt ging es steil bergauf, die letzten beiden Spiele gewannen die "Kleeblätter" zu Null. Das ist quasi eine Spezialität der Franken, sagenhafte 15 Mal, unter anderen ja zwei Mal gegen den SC Paderborn, konnte man in der Saison 2010/11 ein Ergebnis zu Null verbuchen. Doch die Leistungsfähigkeit der Gastgeber schätzt SpVgg-Trainer Mike Büskens hoch ein: "Paderborn ist gut gestartet, zuletzt gab es einen Knick im Trend. Sie werden also wieder Fahrt aufnehmen wollen." Das Erfolgsrezept definiert er so: "Wir wollen den Rhythmus vorgeben und den Gegner aggressiv unter Druck setzen. Paderborn kann ordentlich Fußball spielen, wenn man sie lässt. Wir müssen also eine gute Leistung abrufen, um die drei Punkte zu holen." Personell gegen die Franken unbelastet in die Partie, Olivier Occean und Felix Kraus haben ihre Blessuren gut überwunden und trainierten bei den letzten Einheiten in vollem Maße mit.