München - Aufsteiger Erzgebirge Aue hat sein Saisonziel schon frühzeitig erreicht. Wo geht der Weg des Überraschungsteams aus dem Osten jetzt hin? "Unser Nahziel muss heißen, so lange wie möglich oben dran zu bleiben", sagte Mittelfeldspieler Marc Hensel nach dem Last-Minute-Sieg gegen 1860 München und meldete erste Ansprüche an. Jetzt kommt Schlusslicht Arminia Bielefeld ins Erzgebirgsstadion - eigentlich eine sichere Sache, denn die "Veilchen" sind das heimstärkste Team der 2. Bundesliga (alle Sonntagsspiele ab 13:15 Uhr im Live-Ticker/Liga-Radio).

Erzgebirge Aue - Arminia Bielefeld

Das "Projekt 40" mag abgeschlossen sein, dennoch denkt Hensels Trainer Rico Schmitt weiterhin von Spiel zu Spiel. Schmitt warnt vor der Partie gegen das Tabellenschlusslicht, den Gast zu unterschätzen. "Den Gegner müssen wir sehr ernst nehmen. Das wird ein ganz schweres Spiel", mahnte der Auer Übungsleiter und appellierte auch an die Zuschauer, "viel Geduld mitzubringen".

Geht man von der Statistik aus, sollte die Partie allerdings eine klare Sache für die Sachsen werden. Mit 28 Zählern führt der FCE die Heimtabelle der 2. Bundesliga an und hat in seiner Zweitligageschichte zudem noch nie gegen die Arminia, die mit erst einem einzigen Punkt auf fremdem Platz zudem das auswärtsschwächste Team der Liga ist, verloren (bei bisher drei Begegnungen).

Müller muss passen

Trotz magerer neun Saisonpunkte (selbst mit doppelt so vielen wäre Arminia noch auf einem Abstiegsplatz) hat Bielefeld beim 2:2-Unentschieden gegen den Aufstiegskandiaten VfL Bochum einen Achtungserfolg errungen. Auch gegen den FC Erzgebirge ist den Ostwesftalen also eine Überraschung durchaus zuzutrauen.

Trainer Ewald Lienen muss dabei wohl Christian Müller verzichten, der mit einer Grippe flach liegt. Lienen hält seinen Einsatz für unwahrscheinlich: "Gegen diese Mannschaft brauchen wir ausschließlich Spieler, die zu 100 Prozent fit sind. Wenn jemand nur mit halber Kraft in diese Partie geht, ist das Risiko zu groß." Außerdem fehlen der Arminia Nils Fischer, Benjamin Lense, Michael Delura, Pavel Fort (alle in der Reha) und Galin Ivanov (Muskelfaserriss).




FSV Frankfurt - Karlsruher SC

Der FSV Frankfurt steht im gesicherten Mittelfeld der Tabelle und will nach drei sieglosen Spielen (zuletzt einer 1:2-Auswärtsniederlage bei Alemannia Aachen) wieder auf die Siegerstraße zurück. Für Karlsruhe, das im Moment den Relegationsplatz belegt, geht es fast schon in jedem Spiel um alles - zuletzt kam der SC gegen Tabellenführer Hertha BSC mit 2:6 unter die Räder.

Für seine Mannschaft gab Frankfurts Trainer Hans-Jürgen Boysen eine klare Marschrichtung vor: "Wir müssen aufmerksam agieren und versuchen, rechtzeitig einen Treffer zu setzen, um Verunsicherung zu provozieren. Unsere Mannschaft ist gefestigt und stabil. Karlsruhe ist auf der Suche nach Stabilität. Wir hoffen, Lücken im Abwehrverbund des Gegners zu finden, die Abstimmungsprobleme zu nutzen, um auf die Siegerstraße zu kommen." Boysen kann dabei wieder auf Mario Fillinger und Momar N'Diaye zurückgreifen, die ihre Verletzungen auskuriert haben.

"Amateurhaft", meinte Timo Staffeldt, zwischen "Himmel und Hölle" wähnte sich Matthias Langkamp und Alexander Iashvili fand es "furchtbar und unvorstellbar". Das 2:6 gegen Hertha BSC war ein ganz bitterer Tag für den KSC. Ausgerechnet beim Spiel in Frankfurt wollen die eklatant auswärtsschwachen Karlsruher die schmerzliche Pleite vergessen machen, obwohl die Badener die letzten fünf Gastspiele allesamt verloren haben und auch sonst auf fremdem Platz noch sieglos sind. Verzichten muss Trainer Uwe Rapolder dabei auf Sebastian Langkamp (Muskelfaserriss), Marco Engelhardt (Lungeninfekt), Manuel Konrad (Knieprobleme), Gaetan Krebs (Ermüdungsbruch im Lendenwirbel) sowie Christian Timm (Trainingsrückstand).




VfL Osnabrück - Rot-Weiß Oberhausen

Zu einem waschechten Kellerduell, in dem beide Teams auf eine Trendwende hoffen, kommt es in Osnabrück, zwischen dem VfL und dem punktgleichen RWO. Die Gäste haben ihren Abwärtstrend von acht sieglosen Spielen in Folge am letzten Spieltag (2:0 in Paderborn) endlich gestoppt und wollen, genau wie der VfL, im "Sechs-Punkte-Spiel" gegen den direkten Konkurrenten Boden auf die Abstiegsränge gut machen.

"Wir müssen dringend zur Heimstärke zurückfinden", fordert VfL-Mittelfeldspieler Sebastian Tyrala vor der wichtigen Partie. Nach zuletzt zwei Pleiten in der osnatel ARENA soll es gegen Oberhausen wieder aufwärts gehen. "Das ist ein unangenehmer Gegner, der nie aufgibt und selten die Ordnung verliert", mahnte Coach Karsten Baumann zur Vorsicht. Der Trainer kann mit Ausnahme von Henrich Bencik, Konstantin Engel und Michael Lejan (alle Trainingsrückstand) auf alle Akteure zurückgreifen.

Nach dem Paderborn-Spiel ist Oberhausens Trainer Hans-Günter Bruns dazu gezwungen, die Startformation umzubauen. Yohannes Bahcecioglu und Daniel Embers fallen mit Muskelverletzungen aus. "Nach einem Sieg möchte man eigentlich nichts ändern, aber entscheidend wird sowieso die Einstellung sein, mit der sich die Mannschaft präsentiert. Und vom Engagement her war es in 2011, abgesehen vom Spiel beim FSV Frankfurt, sehr gut", sagte Bruns. Für Embers wird Fabian Hergesell links in der Abwehr verteidigen, für Bahcecioglu rückt Dennis Grote in die erste Elf.




Christoph Gschoßmann