Zusammenfassung

  • Unter dem neuen Trainer Michael Frontzeck glaubt der 1. FC Kaiserslautern wieder an den Klassenerhalt

  • Die "Roten Teufel" sind dank vier Siegen im neuen Jahr der beste Tabellenletzte der Zweitliga-Geschichte

  • Die Aufholjagd lässt Erinnerungen an die Rettung in der Saison 2007/08 wach werden

Kaiserslautern – Spätestens seit dem spektakulären 4:3 des 1. FC Kaiserslautern gegen den 1. FC Union Berlin ist klar: Die "Roten Teufel" haben sich im Abstiegskampf der 2. Bundesliga noch längst nicht aufgegeben. Aller Unkenrufe zum Trotz liegen die Pfälzer, die in der Winterpause noch abgeschlagen auf dem letzten Tabellenplatz rangierten, dank eines starken Starts ins neue Kalenderjahr wieder in Sichtweite des rettenden Ufers.

Vier Siege feierte der FCK unter ihrem neuen Trainer Michael Frontzeck, der aufgrund der gesundheitlichen Probleme von Jeff Strasser an den Betzenberg geholt wurde, und sendeten damit klare Lebenszeichen im Rennen um den Klassenerhalt. Bereits jetzt hat der Traditionsverein 2018 doppelt so viele Siege eingefahren wie im vorherigen Halbjahr der Saison. Und doch war der Befreiungsschlag am vergangenen Spieltag vor allem ein moralischer, holte die Konkurrenz aus Darmstadt, Fürth, Braunschweig und Bochum ebenfalls wichtige Dreier im Abstiegskampf.

Unter dem neuen FCK-Coach Michael Frontzeck kann Kaiserslautern wieder vom Klassenerhalt träumen © gettyimages / Sielski

"Wir können und müssen uns selbst helfen und dürfen nicht auf irgendwelche Schützenhilfe warten", postuliert Frontzeck deshalb vor dem direkten Duell beim Tabellen-15. SpVgg Greuther Fürth. "Auch das ist kein Endspiel für uns", weiß Frontzeck angesichts der Ausgangslage um den langen Weg zum Klassenerhalt. FCK-Boss Martin Bader sagte dem "kicker": "Wenn man sich jedes Wochenende mit Hochrechnungen beschäftigt, raubt das nur unnötige Energie. Natürlich schauen wir auf die anderen Ergebnisse, aber wenn unser eigenes nicht passt, ist es auch egal. Wir dürfen nicht den Fakt außer Acht lassen, dass wir nach 19 Spielen zwölf Punkte hatten. Mit dieser Bilanz hat bisher kaum ein Klub die Liga gehalten. Wenn es bei uns am Ende gut ausgeht, wäre es ein Wunder."

Bester Tabellenletzter der Zweitliga-Geschichte

Aktuell hat der FCK fünf Punkte Rückstand auf den Relegationsplatz. Den größten Rückstand auf Platz 16 hatten die Pfälzer nach 16 Spieltagen – damals hatten die „Roten Teufel“ acht Punkte Abstand. Der erste Nichtabstiegsplatz ist derzeit noch weiter entfernt, auf den Tabellen-15. SpVgg Greuther Fürth fehlen den Pfälzern vor dem direkten Aufeinandertreffen sechs Zähler. Zum Vergleich: In die Winterpause ging Lautern mit einem Rückstand auf Rang 15 von satten zehn Punkten. Kurios: Kaiserslautern ist in Bezug auf die Punktanzahl (24) der beste Tabellenletzte, den die 2. Bundesliga nach 25 Spieltagen jemals hatte.

Mit einem Traumtor bringt Brandon Borrello den FCK gegen Union Berlin in Führung © imago / Jan Huebner

"Es hieß im Winter, wir müssen jedes zweite Spiel gewinnen, um noch mal eine Chance zu haben - da sind wir voll im Soll", betont Bader und sieht die Mannschaft im Abstiegskampf weiter in der Bringschuld: "Jeder, der dem FCK gewogen ist, muss spüren, dass im Klub alles für den Ligaerhalt getan, nichts abgeschenkt wird und die Mannschaft nach jedem Spiel aufrecht vom Platz geht", schildert der erfahrene Funktionär die Bedingungen für eine erfolgreiche Aufholjagd. 

Erinnerungen an die Saison 2007/08

Und dass Kaiserslautern weiß, wie es geht, haben die Pfälzer in der Saison 2007/08 eindrucksvoll bewiesen: Nach 28 Spieltagen lag der FCK mit 26 Punkten auf Rang 15 und hatte sogar acht Punkte Rückstand auf den 14., damals der erste Nichtabstiegsplatz (es gab 2007/08 letztmals vier direkte Absteiger). Aus den letzten sechs Saisonspielen holte Kaiserslautern elf Punkte und sicherte sich als Tabellen-13. den Klassenerhalt – es war die größte Aufholjagd im Drei-Punkte-Zeitalter in der 2. Bundesliga.