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"Keine Zeit mehr für Nachlässigkeit": Werder setzt Scheuklappen auf und kämpft

Für einen Sieg hat es im Weserstadion wieder nicht gereicht. Doch der Auftritt gegen Borussia Mönchengladbach machte Werder Bremens Trainer Florian Kohfeldt Mut für den Abstiegskampf.

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Florian Kohfeldt saß kurz vor Mitternacht mit funkelnden Augen im Weserstadion. Statt allmählich herunterzufahren, stand der Trainer von Werder Bremen am Ende eines intensiven Abends noch immer unter Strom.

"Wir haben jetzt keine Zeit mehr für die geringste Nachlässigkeit", sagte der 37-Jährige rund eine Stunde nach dem 0:0 gegen Borussia Mönchengladbach: "Diese Mentalität müssen wir beibehalten. Wir haben noch sieben Finals, und in diesem Tunnel müssen wir bleiben."

Ab jetzt interessiere ihn nur die nächste Partie gegen Schalke am Samstag, fügte Kohfeldt an, der sich und seiner Mannschaft im nervenaufreibenden Bundesliga-Existenzkampf Scheuklappen verpasst hat. Kein Blick zurück, kein Blick zur Seite, stattdessen mutig und kämpferisch voran mit dem großen Ziel Klassenerhalt im Kopf. Trotz nur 22 Punkten und Rang 17 nach 27 absolvierten Spielen strahlt der Werder-Trainer große Zuversicht aus, dass Bremen ein Erstliga-Standort bleiben wird.

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Werder-Trainer Florian Kohfeldt nach dem Schlusspfiff - SV Werder Bremen/gumzmedia/nordphoto

Der Auftritt gegen den klaren Favoriten vom Niederrhein drei Tage nach dem 1:0-Erfolg in Freiburg zeigte, dass es noch nicht zu spät ist für Werder. Mit verbesserter Fitness, der nötigen Aggressivität und auch einem Funken Spielwitz bot der Außenseiter dem Champions-League-Anwärter von Beginn an die Stirn und erarbeitete sich beste Chancen auf den ersten Heimsieg seit dem 1. September. "Wenn wir mit dieser Einstellung in die letzten sieben Spiele gehen, bin ich sicher, dass wir den Klassenerhalt schaffen", sagte der starke Davy Klaassen.

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Immerhin durchbrach Werder seine schwarze Serie nach sieben Heim-Niederlagen und verhinderte damit das Erreichen der traurigen Rekordmarken von Tasmania Berlin (1965/66) und Hansa Rostock (2004/05) mit je acht Heimpleiten in Folge. Auch dank der klar solideren Abwehr, die wie am Samstag die Null hielt. "Wir verteidigen als Team viel besser und werfen uns mit voller Power in jeden Zweikampf", sagte Kapitän Niklas Moisander: "Wir sind auf dem richtigen Weg. Wir haben zwar nicht mehr viel Zeit, aber wir sind bereit für den Kampf."

Werder hat die Zwangspause offenbar gut genutzt, um Defizite aufzuarbeiten, der schlechte Eindruck des ersten Spiels nach dem Restart gegen Leverkusen (1:4) ist mittlerweile korrigiert.

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Die Borussia hat dagegen ein Stück weit ihre Leichtigkeit verloren, das konstatierte auch Trainer Marco Rose, gab sich mit Blick auf den Schlussspurt aber ähnlich kämpferisch wie Kohfeldt. "Es ist wichtig, dass wir auf deutsch gesagt die Arschbacken zusammenkneifen", sagte Rose, dessen Team als Vierter aktuell einen der begehrten Königsklassen-Ränge besetzt: "Und dass wir die letzten sechs Spiele unsere Chance ergreifen, dort vorne dranzubleiben."