
Video-Analyse: Ein neuer Standard-Trend?
Standardsituationen gewinnen immer mehr an Bedeutung. Freiburg, Dortmund und Co. haben mehrere Kniffe in der Schublade.
Die Bundesliga hat in der Saison 2025/26 in Sachen Standardtore mal wieder einiges zu bieten: Bislang fielen 164 Treffer nach ruhenden Bällen – schon jetzt sind das deutlich mehr als die 143 aus der Vorsaison.
Die meisten Tore in dieser Kategorie hat – wie könnte es auch anders sein – der FC Bayern München vorzuweisen (18). Dicht auf den Fersen sind jedoch Borussia Dortmund und der Sport-Club Freiburg mit 17 bzw. 16 Toren nach Standards.
Die gute Quote der Bayern rührt vor allem daher, dass sie mit Harry Kane einen Elfmeterschützen in den eigenen Reihen haben, der einfach immer trifft (bislang zehnmal in 2025/26). Doch besonders die direkten Verfolger haben noch weitaus andere Kniffe in der Standard-Trickkiste...
Revolutionäre Standardvarianten
Fast jedes zweite Tor im Kalenderjahr 2026 erzielte Freiburg nach Standards. Gerade bei Ecken ist eines immer wieder auffällig: das vermeintliche Chaos. Mehrere Akteure stürzen im Moment der Ausführung in die Flugrichtung des Balles und lenken damit all die Aufmerksamkeit der Gegenspieler auf sich. Nur ein einzelner Freiburger macht bei dem Spielchen nicht mit und kann durch diese Taktik ungestört einnetzen.
Auch der BVB greift mitunter zu frechen Methoden, so auch zuletzt im Klassiker gegen die Bayern beim Führungstor von Nico Schlotterbeck. Die Aufgabe von Maximilian Beier war es, Gegenspieler Josip Stanišić mit fairen Mitteln beim Abschlag des Freistoßes in Richtung des Münchener Tores zu schieben, um so eine etwaige Abseitsstellung seines einnickenden Teamkollegen zu verhindern.

"Alle Vereine machen das jetzt"
Laut BVB-Abwehrmann Ramy Bensebaini sei diese Methode keine unbekannte: "Alle Vereine machen das jetzt. In England haben es alle gemacht – und jetzt fangen auch in Deutschland alle damit an, weil sie sehen, dass es funktioniert."
Die Zahlen belegen es: Mit neun Toren ist der BVB das torgefährlichste Team bei Eckbällen, die vier Freistoßtreffer sind ebenfalls Bundesliga-Bestwert (gemeinsam mit Bayer 04 Leverkusen). Auch Freiburg kommt mit ihrer "Chaos-Methode" auf starke acht Tore infolge von Eckbällen und liegt damit noch vor den Bayern, die nur auf sieben kommen.
