
Goretzka vor WM-Start: "Dann kann man da schon was reißen"
Wenige Tage vor dem Start der Weltmeisterschaft in Kanada, Mexiko und den USA hat Leon Goretzka im FIFA-Interview über die Lehren aus vergangenen Enttäuschungen, die Erwartungen an das Turnier und die entscheidenden Faktoren für ein erfolgreiches Abschneiden gesprochen.
Die frühen WM-Aus 2018 in Russland und 2022 in Katar sind für einige Nationalspieler noch immer präsent. Auch Leon Goretzka macht kurz vor Turnierbeginn im Interview mit der FIFA keinen Hehl daraus, dass man die jüngsten Misserfolge "natürlich gerade rücken möchte", wie der Mittelfeldspieler betont.
Dabei gehe es ihm nicht allein um das Weiterkommen, sondern vor allem um die damit verbundene Chance, "die Euphorie, die Nähe zu den Fans und auch vielleicht den Zuspruch der Fans" zurückzugewinnen. Genau das sei seine "persönliche größte Motivation" – und zugleich ein Ziel, das die gesamte Mannschaft teile.
Den Zuspruch von Bundestrainer Julian Nagelsmann hat der 31-Jährige jedenfalls inzwischen wieder gewonnen. Vor der Heim-EM vor zwei Jahren hatte Nagelsmann ihn noch nicht für den Kader berücksichtigt, was bei Goretzka für Enttäuschung sorgte. "Diese Themen mussten ausgeräumt werden. Das haben wir auch gemacht. Beide haben eine Motivation gezeigt, wieder zueinander zu finden, und jetzt haben wir wieder eine Basis geschaffen, gut miteinander zusammenzuarbeiten."
"Wissen, dass wir eine gute Mannschaft haben"
Die DFB-Elf steht damit vor der Aufgabe, das lange Warten zu beenden und nach dem Finale von 2014 endlich wieder K.-o.-Spiele bei einer Weltmeisterschaft zu erreichen. Der gebürtige Bochumer zeigt sich zuversichtlich.
"Wir wissen, dass wir eine gute Mannschaft haben. Wir haben Topstars und ich glaube, wenn wir alle fit sind und uns alle in einer guten Form befinden, dann können wir auf dem Turnier schon einiges leisten und einiges erreichen", so der Mittelfeldspieler, der nach seinem Abschied vom FC Bayern München aktuell auf Clubsuche ist.
Als Topfavoriten sieht er Deutschland diesmal jedoch nicht – auch wenn er sich das anders wünschen würde: "Ganz ehrlich: Ich wäre lieber Topfavorit. Das kenne ich aus dem Verein gut und dann sind die Chancen am höchsten, dass man es auch zieht." Gleichzeitig könne auch die aktuelle Rolle ohne Favoritenstatus ein Vorteil sein, "sobald man die annimmt", so der 31-Jährige weiter.

Zusammenhalt, Fitness und ein Quäntchen Glück
Als Schlüssel zu einem guten Turnier nennt Goretzka gleich mehrere Faktoren: Im Mittelpunkt stehe zunächst der mannschaftliche Zusammenhalt. Jeder müsse noch besser verstehen, "was der andere auf dem Platz macht."
Auch eine gewisse "Physis" sei entscheidend, gerade unter den teils extremen Wetterbedingungen, die der Mittelfeldspieler noch von der Klubweltmeisterschaft im letzten Jahr kennt.
Hinzu komme – wie in jedem Turnier – auch das nötige Quäntchen Glück. Insgesamt ist sich Goretzka sicher: "Wenn da vieles zusammenkommt, dann kann man da schon was reißen." Im ersten Gruppenspiel gegen Curaçao am Sonntag (Anpfiff: 19 Uhr) zeigt sich dann, wo die Mannschaft steht.
