Zusammenfassung

  • Starke Wölfe haben es nun in der eigenen Hand.
  • Bruno Labbadia spricht nur von einem "Etappensieg" und warnt vor Kiel.
  • Spieler sind nach dem klaren Sieg optimistisch.

Wolfsburg - Der VfL Wolfsburg hat sich für das Relegations-Rückspiel am kommenden Pfingstmontag eine gute Ausgangsposition erkämpft. Am Donnerstagabend gewannen die Niedersachsen in der VW-Arena gegen den Zweitligisten Holstein Kiel mit 3:1. Besonders ein junger Kroate spielte sich gegen die Kieler in den Vordergrund.

Souverän meisterte Josip Brekalo die vielen Interviews nach dem Spiel. Der Kroate war ein gefragter Mann. Kein Wunder, denn der erst 19-Jährige war der beste Wolfsburger und krönte seine starke Leistung mit dem Treffer zum 2:0 kurz vor der Pause. Kiels Verteidiger Dominik Schmidt bugsierte die Kugel unfreiwillig in den Lauf von Brekalo, der sofort mit einem Volleyschuss aus knapp 22 Metern direkt abzog. Kiels Keeper Kenneth Kronholm war zwar noch mit den Fingern am Ball, konnte den satten Schuss aber nicht mehr abwehren.

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Brekalo war während des gesamten Spiels ein ständiger Unruheherd und Dreh- und Angelpunkt des Wolfsburger Offensivspiels. Zumeist kam der Kroate über die linke Seite, nahm Tempo auf und dribbelte in hoher Geschwindigkeit auf seinen Gegenspieler Patrick Herrmann zu. Holsteins Linksverteidiger war in den Duellen mit Brekalo zumeist nur zweiter Sieger. Der Wolfsburger Youngster hat sich zum Ende der Saison immer besser ins Spielsystem von Bruno Labbadia eingefunden und schoss in den letzten drei Ligaspielen zwei Tore, gab einen Assist. "Offensiv sind wir sehr stark", erklärte Brekalo, der selbstbewusst hinterher schob: "Wir wissen, dass wir die bessere Mannschaft sind."

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Neben Brekalo glänzten auch Rechtsaußen Renato Steffen und Stürmer Divock Origi. Der Schweizer Steffen stieß über die rechte Seite immer wieder mit nach vorne und legte seinem Teamkollegen Origi auch den Treffer zum 1:0 auf. Origi war an diesem Abend auch sehr eifrig und bereitete auch noch das dritte Tor durch Yunus Malli mustergültig vor.

Bruno Labbadia jubelt nach einem Tor der Wölfe - ganz so wie früher als Spieler
Bruno Labbadia jubelt nach einem Tor der Wölfe - ganz so wie früher als Spieler © imago

Trainer Bruno Labbadia war mit der Leistung und dem Ergebnis am Ende zufrieden. "Es war ein extrem intensives Spiel von beiden Mannschaften – das hatte ich so auch erwartet. Wir haben es über weite Strecken der Partie sehr gut gemacht." Besonders die Offensivflaute des VfL scheint behoben, denn in den letzten beiden Partien erzielten die Niedersachsen sieben Treffer. Unzufrieden war der Trainer jedoch mit der letzten halben Stunde als die Kieler einige dicke Einschusschancen hatten. Der VfL hätte sich über einen zweiten Gegentreffer nicht beschweren dürfen. "Die letzten 20 Minuten waren wir zu nachlässig. Der Sieg ist wichtig für uns. Ich gehe allerdings davon aus, dass es auch am Montag nochmal ähnlich schwer wird. Wir haben noch nichts erreicht außer einem Etappensieg."

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Innenverteidiger Robin Knoche fand es nach dem Spiel sogar ganz gut, dass die Kieler in der Endphase des Spiels noch einmal so stark aufkamen. "Vielleicht war das gar nicht so schlecht, denn jetzt weiß auch der Letzte, wie gut die Kieler Fußball spielen können. Das war noch einmal eine Warnung."

Bei Divok Origi und Renato Steffen entlädt sich die ganze Anspannung in einem Jubelschrei
Bei Divok Origi und Renato Steffen entlädt sich die ganze Anspannung in einem Jubelschrei © imago

Weite Strecken der Partie dominierten die Wolfsburger den Zweitligisten von der Ostsee fast nach Belieben. Nach der starken Anfangsphase und dem ersten Tor durch Origi verwalteten die Wolfsburger zunächst die Führung, um dann prompt den Ausgleich zu kassieren. Beim 1:1 sahen William und auch Knoche nicht gut aus und ließen sich vom starken Drexler an der Torauslinie düpieren. Schindler musste den Ball nur noch über die Linie drücken.

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Auch nach dem 3:1 schalteten die Wolfsburger in den Energiesparmodus und spielten eher auf Ergebnisverwaltung als auf das vierte Tor. "Es ist schade, dass wir nicht das vierte Tor gemacht haben", ärgerte sich Maximilian Arnold, "so haben wir Kiel Luft gegeben." Und auch Labbadia ist sich bewusst, dass der Heimsieg erst der erste von zwei Schritten zum Klassenerhalt ist: "Wir sind gewarnt und wissen, was in Kiel auf uns zukommt."

Aus Wolfsburg berichtet Alexander Barklage