Zusammenfassung

  • Die Schwaben haben den Kader gezielt verstärkt
  • Trainer Korkut genießt großes Vertrauen im Verein
  • Noch immer herrscht große Euphorie in Stuttgart

Köln - Eine lange Vorbereitung neigt sich dem Ende zu und ab dem 24. August rollt endlich wieder der Ball in der Bundesliga. bundesliga.de nimmt alle Teams der Bundesliga im Teamcheck genau unter die Lupe. Heute: Der VfB Stuttgart.

Der Kader

Nach Guido Buchwald (1990) und Carlos Dunga (1994) ist Benjamin Pavard der dritte Weltmeister, der beim VfB Stuttgart unter Vertrag steht. Zweifellos ist der Franzose der (neue) Star des Teams – doch Auswirkungen auf sein Standing bei Trainer Tayfun Korkut soll das nicht haben. Das ist auch ein Indiz dafür, wie stark der Kader der Schwaben besetzt ist. Um die Routiniers Christian Gentner, Mario Gomez und Holger Badstuber formte der 44-Jährige eine Mannschaft, die vor allem von klaren Strukturen profitiert. Und weitere erfahrene Bundesliga-Profis kommen hinzu: Daniel Didavi (VfL Wolfsburg) und Gonzalo Castro (Borussia Dortmund) haben beim fünfmaligen Deutschen Meister unterschrieben. Die perfekte Ergänzung: Junge Talente wie Pablo Maffeo, Nicolas Gonzales, Marc Oliver Kempf und Borno Sosa.

So könnte Stuttgart spielen

© DFL DEUTSCHE FUSSBALL LIGA

Veränderte Rolle: Trainer Tayfun Korkut

Er führte den VfB von Platz 14 in Tabellen-Regionen, in denen es um die Qualifikation für das internationale Geschäft geht. Der Lohn vom Club: Korkut erhielt einen Vertrag bis 2020. In diesem Sommer hat sich seine Rolle verändert. Als er im Januar kam, war er als Retter gefragt. Nun kennt er die die Mannschaft, hat sie zudem gezielt verstärkt. „Wir haben jetzt Konkurrenzkämpfe auf jeder Position“, sagt er und ergänzt: „Dadurch ist eine tolle Dynamik entstanden.“ Jemand wie er hat keine Schwierigkeiten, derartige Entwicklungen festzustellen. Der 43-malige türkische Nationalspieler sieht es als Vorteil, dass er in jungen Jahren selbst vor den Ball trat: „Ich weiß, wie eine Kabine riecht.“

 

Die aktuelle Form

Acht Testspiele, fünf Siege, drei Remis – Stuttgart hat in der Vorbereitung keine Partie verloren. Trainer Korkut: „Ergebnisse sind wichtig für das gute Gefühl einer Mannschaft.“ Insbesondere nach den Duellen mit den drei spanischen Teams SD Eibar, Real Sociedad und Atletico Madrid, die allesamt einen „komplett unterschiedlichen Ansatz, Fußball zu spielen“ verfolgt hätten, sah sich der 44-Jährige in seiner Arbeit bestätigt. Das Pokalaus bei Hansa Rostock kam deswegen überaus überraschend, wobei die Schwaben das Spiel eigentlich weitgehend dominierten. Im Hinblick auf den Bundesliga-Start ist sich der VfB-Trainer aber sicher: "Diese Niederlage wird uns nicht aus der Bahn werfen." Aber dennoch steht nach starker Vorbereitung nun ein kleines Fragezeichen vor dem Auftaktspiel in Mainz.

Die Überraschung des Sommers

Etwa 12.000 Kilometer liegen zwischen der neuen und der alten Heimat von Nicolas Gonzales. Der 20-Jährige hat das argentinische Dorf Belen de Escobar verlassen, um sich in Stuttgart den Traum vom Profifußball in Europa zu erfüllen. Die Verantwortlichen des VfB Stuttgart trauen ihm das offensichtlich zu. Was Scout Markus Lösch besonders bei dessen Beobachtungen nachhaltig beeindruckt hatte: Gonzales stand nach den rüden Attacken seiner argentinischen Gegenspielern immer wieder auf. Ein Stürmer mit Nehmerqualitäten.

 

Zielsetzung und Ausblick

Im Jahr des 125-jähriges Bestehens war der Klassenerhalt der wohl wichtigste Schritt für die Schwaben. Das führt dazu, dass auch ein Jahr nach dem Wiederaufstieg rund um den Verein immer noch große Euphorie herrscht. Die Vereinsführung lässt sich davon jedoch nicht beeinflussen. „Wir träumen und sprechen für diese Saison definitiv nicht von irgendwelchen Europacup-Fantasien“, betont VfB-Sportvorstand Reschke. Dank der genannten Verstärkungen sowie der kontinuierlich guten Arbeit, die Trainer Korkut leistet, könnte die Mannschaft den Funktionär jedoch eines Besseren belehren. Auch, wenn der mögliche Weg nach Europa über den Pokal bereits beendet ist.