Blickrichtung oberes Tabellendrittel: Der VfB Stuttgart um Holger Badstuber hat für viele Experten das Zeug zum Überraschungsteam - © imago / Sportfoto Rudel
Blickrichtung oberes Tabellendrittel: Der VfB Stuttgart um Holger Badstuber hat für viele Experten das Zeug zum Überraschungsteam - © imago / Sportfoto Rudel
Bundesliga

VfB Stuttgart vor dem Saisonstart: Ein großes Puzzle mit Europapokal-Ambitionen

Köln – Um ein Haar hätte sich der VfB Stuttgart in dieser Saison bereits auf internationale Duelle freuen können: Durch einen überraschenden Auswärtssieg beim FC Bayern München sprangen die Schwaben am letzten Bundesliga-Spieltag auf Rang sieben, der unter Umständen zur Teilnahme an der Europa League berechtigt hätte. Erst eine Woche später war der Europapokal-Traum ausgeträumt, als Eintracht Frankfurt das letzte Ticket durch den Erfolg im DFB-Pokalfinale löste.

Die Enttäuschung währte am Neckar nicht allzu lange, ganz im Gegenteil: Vor dem Start in die Bundesliga-Saison 2018/19 herrscht in Stuttgart rund um den fünfmaligen Deutschen Meister eine gewisse Euphorie. "Mit etwas Glück traue ich den Schwaben durchaus Großes in der kommenden Saison zu. Warum sollte sich der VfB nicht für die Champions League qualifizieren? Es hängt an Kleinigkeiten, ob man Platz zwei oder drei oder Platz acht oder neun erreicht", gibt sich beispielsweise Christoph Daum, mit den Schwaben 1992 Bundesliga-Champion, im "kicker"-Magazin überzeugt vom großen Potenzial der Mannschaft von Trainer Tayfun Korkut. Auch für viele andere Beobachter gilt der VfB als Kandidat für eine überraschend gute Platzierung in der anstehenden Spielzeit, der "kicker" sieht gar die Bundesliga-Konkurrenz nach Stuttgart blicken.

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"Mit etwas Glück traue ich den Schwaben durchaus Großes in der kommenden Saison zu. Warum sollte sich der VfB nicht für die Champions League qualifizieren?" Christoph Daum

Blick beim VfB geht nach oben

Diese Zuversicht trägt vor allem einen Namen: Michael Reschke. Der Stuttgarter Sportvorstand sorgte auf dem Transfermarkt für einige Ausrufezeichen und verstärkte den Kader des Zweitliga-Meisters 2016/17 in Spitze wie Breite. Der 60-Jährige, im Sommer des letzten Jahres aus München zum VfB gestoßen, hält den Ball allerdings betont flach: Eine Position zwischen Platz acht und zwölf strebt der Rheinländer in dieser Spielzeit an.

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Der Blick im Schwabenland richtet sich allerdings eher nach oben denn nach unten. "Ich lege mich jetzt schon fest: Wir werden nicht absteigen. Wir werden auch nicht groß in den Abstiegskampf geraten", betont Reschke, der aber davor warnt, die Europapokal-Qualifikation als nächsten Schritt für die Stuttgarter schon für 2019 zu erwarten. Dass viele einen derartigen Höhenflug jedoch für durchaus möglich halten, hat mit Reschkes Arbeit in diesem Transfersommer zu tun.

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"Ich bin vom Weg, den der VfB eingeschlagen hat, genauso überzeugt wie von den Transfers, die getätigt wurden." Holger Badstuber (VfB Stuttgart)

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Die guten Argumente für den Badstuber-Verbleib heißen unter anderem Marc-Oliver Kempf, Borna Sosa, Pablo Maffeo und Nicolas Gonzalez. Gleich vier vielsprechende Youngster sicherte sich der VfB in diesem Sommer – eine Bilanz, die sich durchaus sehen lassen kann. Der aus Freiburg gekommene U21-Europameister Kempf soll in der Innenverteidigung für weitere Optionen sorgen, während Maffeo (Manchester City) und Sosa (Dinamo Zagreb) auf der defensiven Außenbahn den Konkurrenzkampf bei den Schwaben beleben.

Gute Mischung aus Jung und Alt

Gonzalez, beim Maradona-Club Argentinos Juniors ausgebildet und auch von zahlreichen europäischen Spitzenclubs umworben, schließt im Stuttgarter Sturm die Lücke, die der Abgang von Daniel Ginczek (VfL Wolfsburg) gerissen hat. Transfers, die nicht nur die Konkurrenz aufhorchen und auch die eigenen Fans von höheren Ambitionen träumen lassen.

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Es ist die vielversprechende Mischung aus erfahrenen Routiniers wie Castro, Badstuber oder auch Torjäger Mario Gomez in Verbindung mit unbekümmerten Toptalenten wie Maffeo, Gonzalez und Weltmeister Benjamin Pavard, die beim VfB derzeit Lust auf mehr machen. Von dem enormen Erfahrungsschatz gestandener Profis sollen die jungen Talente in den nächsten Wochen und Monaten profitieren. Diese Balance und Ausgeglichenheit des Kaders sei "ein weiterer Mosaikstein in unserem großen Puzzle", betont Stuttgarts Sportvorstand Michael Reschke.