Mit Andre Breitenreiter nach Europa? Die TSG ist ambitioniert - © Alex Grimm/Getty Images
Mit Andre Breitenreiter nach Europa? Die TSG ist ambitioniert - © Alex Grimm/Getty Images
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Saisonvorschau TSG Hoffenheim: Mit neuem Trainer nach Europa

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Ab dem 5. August rollt der Ball endlich wieder in der Bundesliga. bundesliga.de nimmt alle Clubs im Teamcheck unter die Lupe. Hier: die TSG Hoffenheim. Hoffnungsträger der Kraichgauer ist der erfahrene Trainer Andre Breitenreiter, der in der vergangenen Saison sensationell mit dem FC Zürich Meister in der Schweiz wurde. Mit ihm will der Verein zurück in den Europapokal.

Der Kader

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Im Kern hat sich die TSG Hoffenheim im Vergleich zur Vorsaison kaum verändert. In Finn Ole Becker (vom FC St. Pauli), Grischa Prömel (von Union Berlin), Ozan Kabak (von Schalke) und Stanley Nsoki (Club Brügge) haben sich die Kraichgauer in der Spitze und Breite aber durchaus nochmal verbessert. Im Zentrum gibt es nun ein sehr großes Angebot an gestandenen und talentierten Spielern. Kapitän Benjamin Hübner fällt allerdings leider wieder aus, daher ruht die Hoffnung auf Besserung in der zuletzt so wackligen Defensive auf den neuen Spielern. Generell bleibt der Kader der TSG jung, dynamisch und technisch stark: Im Kader schlummert ordentlich Potenzial, das der neue Trainer Andre Breitenreiter herausholen soll und auch kann.

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Noch haben die Kraichgauer erst einen Leistungsträger verloren: Florian Grillitsch hat seinen Vertrag nicht verlängert. Mt Kabak und Prömel dürfte dieser Verlust allerdings kompensiert sein. Zudem agierte auch Sebastian Rudy häufig als zentraler Innenverteidiger und könnte den Österreicher ersetzen. Dass in der Vorbereitung aber Robert Skov häufig als linker Schienenspieler agierte und für diese Position reaktiviert wurde, zeigt: Der deutsche Nationalspieler David Raum, der eine überragende Saison 2021/22 gespielt hat, ist umworben und könnte noch gehen.

Top-Neuzugang: Grischa Prömel

Der 27-Jährige wurde von der TSG selbst ausgebildet. 2015 trennten sich aber die Wege von Grischa Prömel und den Kraichgauern: Erst ging es für den zentralen Mittelfeldmann zum Karlsruher SC, dann schloss er sich 2017 Union Berlin an. Mit den Köpenickern machte Prömel eine enorme Entwicklung durch: Von der 2. Bundesliga bis ins internationale Geschäft. In seiner Zeit bei Union war der Mittelfeldspieler, der durch seine Zweikampfstärke und seinen Zug zum Tor immer wieder auffällt, gesetzt. Mit seinem Jugend-Club will der gebürtige Stuttgarter und Silbermedaillengewinner der Olympsichen Spiele 2016 nun das schaffen, was ihm bereits mit den Eisernen gelang: mindestens der Einzug in die Europa League.

Schlüsselspieler: Andrej Kramaric

Der technisch beschlagene Kroate hat das Potenzial für 20 Saisontore. Egal ob im Sturm, auf der Zehn, als Linksaußen oder Rechtsaußen: Kramaric steht für Torgefahr. In 192 Spielen in der Bundesliga kommt der 31 Jahre alte Angreifer, der 2018 mit Kroatien im WM-Finale stand, auf starke 88 Treffer sowie 44 Assists. Seine beste Saison bei der TSG erlebte Kramaric 2020/21, als ihm 20 Treffer und sechs Vorlagen in nur 28 Einsätzen gelangen. Wichtig bei der Nummer 27 der TSG: die körperliche Fitness. Wenn diese beim Top-Spieler der Hoffenheimer gegeben ist, dann erhöhen sich die Chancen, dass die ambitionierten Kraichgauer ihre Ziele erreichen.

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Youngster to watch: Georginio Rutter

Man mag es kaum glauben: Der schnelle, wuchtige und trickreiche Angreifer Georginio Rutter ist erst 20 Jahre alt. 42 Einsätze konnte der junge Franzose bereits in seinen eineinhalb Jahren bei der TSG in der Bundesliga sammeln. Neun Treffer und vier Assists hat er insgesamt erzielt, alle Scorerpunkte, bis auf ein Tor, holte er 2021/22. Dass sich Rutter in der kommenden Saison nochmals steigert ist durchaus wahrscheinlich.

Hoffnungsträger für die neue Saison: Neuzugang Grischa Prömel und Youngster Georginio Rutter - IMAGO/Sascha Meiser/IMAGO/Jan Huebner

So könnten sie spielen

Die TSG ist in der Spitze und in der Breite sehr gut aufgestellt. Andre Breitenreiter hat auf seinen bisherigen Stationen durchaus variabel agieren lassen. In der Vorbereitung der TSG setzte der neue Coach meist auf eine Dreierkette, die in Hoffenheim bereits seit den Zeiten von Julian Nagelsmann regelmäßig aufgestellt wird. Das 3-4-1-2 sah man meist bei den offensiv ausgerichteten Kraichgauern.

Die mögliche Startelf

Baumann - Kabak, Vogt, Nsoki - Kaderabek, Prömel, Samassekou, Raum/Skov - Baumgartner - Rutter, Kramaric

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Bisherige Vorbereitung

Die Ergebnisse in den Testspielen der Hoffenheimer können sich sehen lassen: Die ersten vier Partien gab es drei Siege und ein Remis. Der Regionalligist FC Astoria Walldorf wurde 4:0 geschlagen, der 1. FC Heidenheim - immerhin ein Spitzenteam der 2. Bundesliga - ebenfalls, mit 2:0. Puskas Akademia, vergangene Saison Dritter in der ungarischen Liga, wurde auch mit 2:0 bezwungen. US Salernitana, die sich letzte Saison gerade noch in der italienischen Serie A halten konnten, zwang die TSG in einen richtigen Schlagabtausch und holte mit einem 2:2 ein Remis. Bei der Generalprobe gegen Hellas Verona bewiesen die Hoffenheimer Biss und machten aus einem 0:2 noch ein 3:2. Was erkennbar ist: Offensiv läuft es auch unter dem neuen Trainer weiterhin gut. Hinten stehen die Kraichgauer noch nicht ganz so sicher wie gewünscht, der Transfer von Ozan Kabak dürfte die Abwehr aber noch weiter verstärken.

Saisonziel und Prognose

Die Hoffenheimer boten in der vergangenen Saison immer wieder ansehnlichen Offensiv-Fußball. Nach Anlaufschwierigkeiten und vielen Auf und Abs in der Hinrunde wurden die Kraichgauer zu Beginn der Rückrunde beständiger, kamen in einen kleinen Lauf und landeten am 25. Spieltag auf Platz vier. In den letzten neun Partien der Saison gab es aber nur noch schlappe drei Zähler für die TSG. Zehn Treffer wurden noch erzielt, 24 kassiert. Im Club-Magazin der Kraichgauer bezeichnete Dietmar Hopp, der Mehrheitseigner der Hoffenheimer Fußball-Spielbetriebs GmbH, das Ende der vergangenen Spielzeit als "peinlich, inakzeptabel, unentschuldbar." Der 82-Jährige "wünscht sich Platz sechs, das ist okay für mich. Ich finde das gut, am liebsten möchte ich noch besser abschneiden", sagte TSG-Trainer Breitenreiter. Starke Neuzugänge, die den Kader nochmal deutlich verbreitert haben plus ein erfahrener und erfolgreicher Coach: die Kraichgauer Zutaten fürs internationale Geschäft? Das erste Drittel und ein europäischer Wettbewerb könnten durchaus drin sein.