Eine bärenstarke Leistung zeigt Arjen Robben gegen Juventus. Gegenspieler Patrice Evra kann den Niederländer nicht stoppen - © © gettyimages / Marco Luzzani
Eine bärenstarke Leistung zeigt Arjen Robben gegen Juventus. Gegenspieler Patrice Evra kann den Niederländer nicht stoppen - © © gettyimages / Marco Luzzani

Topleistung und Traumtor - Arjen Robben ist wieder da

Turin. Arjen Robben ist endgültig wieder der Alte. Am Dienstagabend beim 2:2 in Turin war der Niederländer einer der besten Spieler auf dem Platz. Seine starke Leistung krönte er mit seinem lang ersehnten Treffer zum 2:0. Schon vor der Partie hatte ihn sein Trainer Pep Guardiola gelobt und seine Topform angepriesen.

Er hatte es förmlich beschrien. Auf der Abschluss-Pressekonferenz des FC Bayern München am Montagabend erklärte Arjen Robben, dass zu seiner Glückseligkeit nur noch der Torerfolg fehlen würde. Nur einen Tag später ließ er dann Taten folgen. Sein Treffer zum zwischenzeitlichen 2:0 war ein typisches Robben-Tor. Unnachahmlich dribbelte der Linksfuß über die rechte Seite in den Strafraum der Turiner und zog Richtung Elfmeterpunkt.

Nach mehreren Schussfinten zog der 32-Jährige dann doch mit links ab und schlenzte den Ball unhaltbar für Juve-Keeper Gianluigi Buffon in die Maschen. "Es ist nicht immer so, dass er innen vorbei geht, aber meistens", flachste Kapitän Philipp Lahm über Robbens Treffer. Das erste Pflichtspieltor seit dem 7. November (4:0 gegen Stuttgart) erinnerte stark an das 1:0 im Nou Camp 2013 im Halbfinal-Rückspiel beim FC Barcelona (Endstand 3:0 für Bayern). Auch gegen die Katalanen lief der Niederländer nach innen und schlenzte den Ball ins lange Eck.

Nicht nur Lewy und Müller treffen

Von Beginn an wirkte Robben lauffreudig und voller Tatendrang. Bereits vor seinem Torerfolg hatte er drei Torschüsse abgegeben, keiner der Bayern Spieler hatte zu diesem Zeitpunkt mehr. Neben dem Münchener Stürmerduo Robert Lewandowski und Thomas Müller traf in der Rückserie endlich auch eine andere Offensivkraft (Lewandowski und Müller sind nicht zu bremsen). Das einzige Tor, was weder von Lewandowski noch von Müller 2016 für die Bayern erzielt wurde, war das 2:0 im DFB-Pokal-Achtelfinale beim VfL Bochum. Anfang Februar traf der Spanier Thiago ausnahmsweise.

Auch seine Teamkollegen wie etwa Thomas Müller wussten, wie sehr sich Robben das Tor nach so langer Zeit gewünscht hatte. "Das war natürlich ein super wichtiger Treffer. Ich denke Arjen hat in den vergangenen Partien immer gut gespielt, auch wenn er kein Tor erzielt hat. Um ihn müssen wir uns keine Sorgen machen." (Das komplette Interview mit Müller lesen Sie hier).

"Die Performance war Wahnsinn!"

Bayern sind zuhause eine Macht

In der Tat. Die "Bianconeri", bis zum Anschlusstreffer hoffnungslos unterlegen, kämpften sich noch einmal in die Partie und kamen durch Treffer von Paulo Dybala und Stefano Sturaro zurück ins Spiel. "Die Champions League hat heute gewonnen. Die Zuschauer haben einiges gesehen. Mit dem 2:2 können wir leben. Das ist eine gute Ausgangslage fürs Rückspiel", analysierte Kapitän Philipp Lahm, der im Juventus Stadium sein 100. Champions League bestritt. Nur ein deutscher Spieler hat noch mehr Partien in der Königsklasse auf dem Buckel: Oliver Kahn (103). Diese Marke könnte Lahm erst im Halbfinale knacken. So weit sind die Bayern jedoch noch nicht.

Zunächst steht in drei Wochen erst einmal das Rückspiel in der Allianz Arena an. Einen kleinen Vorteil haben die Münchner dank der beiden Auswärtstore mit Sicherheit. Zudem können die Bayern auf eine starke Heimbilanz bauen. Die letzten neun Heimspiele in der Champions League konnten gewonnen werden bei einem Torverhältnis von 36:4 Toren! Arjen Robben brachte es schlussendlich auf den Punkt: "Einfach so wie die ersten 60 Minuten spielen, nur 30 Minuten länger."

Aus Turin berichtet Alexander Barklage