
Teamcheck Eintracht Frankfurt: Adi Hütter soll die SGE wieder entfesseln
Am 28. August geht es endlich wieder los! Vor dem Auftakt nimmt bundesliga.de alle Vereine im Teamcheck unter die Lupe, diesmal: Eintracht Frankfurt. Finden die Hessen unter dem neuen, alten Trainer Adi Hütter wieder zu alter Stärke?
Wer sich an Adi Hütters erste Amtszeit bei Eintracht Frankfurt von 2018 bis 2021 erinnert, dem kommen wohl drei Dinge sofort in den Kopf: die Büffelherde um das Sturmtrio Sébastien Haller, Luka Jović und Ante Rebić, wilder Offensivfußball und furiose Europapokal-Nächte. Der Österreicher stabilisierte die SGE in der oberen Tabellenhälfte, wurde Siebter, Neunter und Fünfter. Nach einem kurzen Intermezzo in Gladbach, einer einjährigen Pause und rund zwei Jahren in Monaco ist Hütter nun an den Main zurückgekehrt – und soll wieder für den typischen Frankfurt-Fußball der vergangenen Jahre sorgen.
"Das oberste Ziel ist es, jetzt wieder einen ganz anderen Fußball zu spielen. Einen offensiveren Fußball mit mehr Intensität. Und da ist Adi Hütter genau der richtige Trainer für", erklärt Sportvorstand Markus Krösche auf dem Eintracht-Familientag. Hütter soll die in der vergangenen Saison sehr inkonstant spielenden Hessen wieder auf Vordermann bringen. Krösche ergänzt: "Man muss ehrlicherweise gestehen, dass wir es im letzten Jahr bei den Heimspielen nicht geschafft haben, wirklich guten Fußball zu spielen. Schon gar nicht über 90 Minuten."
In den ersten Monaten seit seiner Rückkehr hat Hütter bereits einiges bewegt. Die Adlerträger präsentierten sich in den Testspielen – bis auf einen herben Ausrutscher beim 0:7 in Brentford – insgesamt stabiler und angriffsfreudiger. 7:1 (FC Gießen), 3:0 (Trabzonspor), 1:0 (Waldhof Mannheim), 2:0 (Hull City) und 5:1 (FSV Frankfurt) lauten die übrigen Testspielergebnisse. Im DFB-Pokal holte sich das Team Selbstvertrauen: 11:0 beim SC St. Tönis.

Der wichtigste Neuzugang: Raphael Onyedika
Raphael Onyedika ist der erst zweite Nigerianer der Eintracht-Geschichte – und damit automatisch mit einer ganz besonderen Vereinslegende verbunden: Jay-Jay Okocha. Sportlich ist von Onyedika allerdings eine ganz andere Rolle zu erwarten. "Raphael Onyedika überzeugt uns nicht nur mit seiner Robustheit und seinem strategischen Spielverständnis, sondern vor allem durch seine außergewöhnliche Konstanz", beschreibt Krösche den defensiven Mittelfeldspieler, der vom FC Brügge gekommen ist und eine Leitfigur im Mittelfeldzentrum werden soll.
Der 25-Jährige war bereits in Brügge ein Schlüsselspieler, kam dort auf eine Passquote von 90 Prozent, 73 Ballkontakte im Schnitt pro Spiel und eine Zweikampfquote von 56 Prozent. Onyedika besitzt ein Profil, das die Hessen seit dem Karriereende von Sebastian Rode nicht mehr hatten. Der 26-fache Nationalspieler punktet mit Aggressivität und 100-prozentiger Einsatzbereitschaft.
Der Schlüsselspieler: Jonathan Burkardt
"Jonny ist einfach gesetzt, das kann man klar sagen. Er ist einfach ein Stürmer, der für Tore sorgt", machte Adi Hütter nach dem Test gegen Hull deutlich, wer für ihn der Chef-Knipser ist. Jonathan Burkardt. Der 26-Jährige genießt vollstes Vertrauen des neuen Trainers.
Die Spielidee Hütters gefällt Burkardt, wie er im kicker-Interview sagt: "Ich glaube, es passt sehr gut zu mir, hoch anzulaufen, intensiv unterwegs zu sein, hohe Balleroberungen zu haben, um dann auch einen kurzen Weg zum Tor zu haben."
Die neuen Trikots der Bundesliga
Trotz einer Wadenverletzung in seiner Debütsaison bei der SGE traf Burkardt 13-mal in der Bundesliga ins Schwarze. Der fünffache deutsche Nationalspieler will in der kommenden Spielzeit fit bleiben und seine Torquote nach oben schrauben. "Ich habe schon viel trainiert im Urlaub und fühle mich gerade sehr, sehr gut und sehr, sehr fit. Ich konnte alle Trainingseinheiten perfekt mitmachen und glaube, das sieht man auch", so Burkardt.

Die mögliche Startelf
Neben Burkardt sind drei weitere Spieler im 4-2-2-2-System von Adi Hütter gesetzt: Innenverteidiger Robin Koch, der offensive Mittelfeldspieler Can Uzun und Sechser Raphael Onyedika. Im Tor dürfte zunächst Kauã Santos starten, er stand in allen Testspielen von Beginn an im Tor. In der Viererkette wäre Nnamdi Collins ein Kandidat als zweiter Innenverteidiger neben Koch. Hütter gefallen das Tempo und die Athletik des 22-Jährigen. Doch eine Verletzung machte ihm in der Vorbereitung zu schaffen, daher hat Neuzugang Otávio erst einmal die Nase vorn.
Im zentralen Mittelfeld liefern sich Hugo Larsson und Oscar Höjlund ein Duell auf Augenhöhe, im Pokal erhielt aber plötzlich Mario Götze den Vorzug in der Zentrale. Halbrechts offensiv dürfte Ritsu Dōan auflaufen. Im Sturm duellieren sich Younes Ebnoutalib und Ansgar Knauff. Auf der Pressekonferenz vor dem DFB-Pokal-Spiel deutete Hütter an, dass Ebnoutalib zum Saisonauftakt die Doppelspitze komplettiert: "Auf alle Fälle ist er ein Startelfkandidat, weil er es auch verdient hat."
Voraussichtliche Aufstellung am 1. Spieltag:
Santos – Baum, Koch, Otávio (Collins), Kosugi – Larsson (Højlund, Götze), Onyedika – Dōan, Uzun – Ebnoutalib (Knauff), Burkardt
Philipp Pachollek
