
Werders Wahnsinns-Comeback in der AWS-Analyse
Wie konnte es am 4. Spieltag zum nächsten grün-weißen Wunder an der Weser kommen? bundesliga.de wirft mithilfe der Bundesliga Match Facts einen Blick auf das Comeback gegen den FC Augsburg.
Die bayerischen Schwaben legten am vergangenen Wochenende los wie die Feuerwehr: Nach bereits 18 Minuten ging der FCA nach einem traumhaften Tiefpass von Fabian Rieder in Führung, Robin Fellhauer vollstreckte.
Direkt nach dem Seitenwechsel legte das Team von Trainer Manuel Baum nach: 2:0 in der 58. Minute durch Innenverteidiger Calvin Brackelmann. Die Siegwahrscheinlichkeit für die schwäbischen Gäste lag zu diesem Zeitpunkt bei 90 Prozent.
Und die Chance auf einen Heimdreier des SV Werder Bremen zu diesem Zeitpunkt? Gerade mal 2,1 Prozent!

Werder trotzt den Wahrscheinlichkeiten
Doch dann drehte Bremen, angefeuert von den Fans, auf: Erst knallte Marco Grüll einen Schuss aus zwölf Metern links oben in den Winkel, dann packte Rückkehrer Niclas Füllkrug seinen rechten Huf aus und nagelte die Kugel mit 111 Stundenkilometern ins Tor!
In der bisherigen Saison gab es bislang erst zwei Spieler, die mit mehr Wumms verwandelt haben: Augsburgs Rodrigo Ribeiro und Jamal Musiala (wie Füllkrug am 4. Spieltag) haben einen Schuss mit 112 km/h ins gegnerische Tornetz befördert. Diese (Willens-)Kraft, doch noch zum Erfolg zu kommen, spiegelt sich in den wuchtigen Werder-Abschlüssen wider. Für eine regelrechte Stimmungsexplosion sorgte dann aber ein anderer Comebacker, der nicht von einem anderen Verein zurück ins Bremer Team stieß, sondern nach einer langwierigen Kreuzbandverletzung: Mitchell Weiser.
Der brachte mit einem gefühlvollen Abschluss das 3:2. Die Wahrscheinlichkeit, aus dieser Position so zu treffen, lag bei nur 9,5 Prozent! 0:2 hinten, Siegwahrscheinlichkeit von gerade mal 2,1 Prozent – Werder hat wieder einmal den Wahrscheinlichkeiten getrotzt. Und wie schon gegen Köln nach Rückstand gepunktet.

Nun wartet Tabellenführer Dortmund
Mit sieben Punkten aus vier Spielen und Rang acht liegen die Werderaner voll im Soll, fahren nach der Länderspielpause mit breiter Brust nach Dortmund.
Die Wahrscheinlichkeit, dass man dort beim ungeschlagenen Tabellenführer etwas Zählbares mitnimmt, ist wohl eher gering. Aber das dürfte der Mannschaft von Daniel Thioune im Wissen um die eigenen Comeback- und Comebacker-Qualitäten herzlich egal sein.