Zwei, die sich verstehen: Niclas Füllkrug und Florian Kohfeldt - © Friedemann Vogel/Pool/Getty Images
Zwei, die sich verstehen: Niclas Füllkrug und Florian Kohfeldt - © Friedemann Vogel/Pool/Getty Images
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Kohfeldts Trumpf: "Lücke" Füllkrug belebt den SV Werder Bremen

"Lücke" ist wieder da. Und das ist sofort zu spüren. Es kracht in den Zweikämpfen, klare Ansagen dröhnen aus der Sturmspitze des SV Werder Bremen über den Rasen. "Wir schaffen das!", schrie Niclas Füllkrug am Samstag während des Bundesliga-Finales aus voller Kehle - die Motivationsspritze für die Kollegen war bis in die oberste Reihe des Stadions zu hören. Der 27-Jährige ist als Torjäger und Mentalitätsmonster Bremens Trumpf für die Relegation.

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"Wir dürfen unglaublich dankbar sein, dass wir diese zwei Spiele noch spielen dürfen", sagte Füllkrug, auf den Werder-Trainer Florian Kohfeldt ziemlich sicher auch im Hinspiel des Duells mit dem Außenseiter Heidenheim am Donnerstag setzt. Nach dem 6:1 gegen Köln, bei dem Füllkrug nach monatelanger Leidenszeit sein Startelfcomeback feierte, kann der Coach sicher sein, dass Füllkrug bereit ist.

Niclas Füllkrug trifft gegen Köln - Oliver Hardt/Pool/Getty Images

Füllkrug macht auch Osako und Rashica besser

Vor dem Beschluss, Füllkrug nach Ausheilung des Kreuzbandrisses im Knie erstmals von Beginn an zu bringen, versuchte sich Kohfeldt noch als Detektiv. Er nahm Kontakt zum engeren Umfeld des Angreifers auf, um herauszufinden, ob dieser wirklich schon für den Schritt bereit ist. "Ich kenne ihn so gut, dass ich weiß, er würde alles tun, um zu spielen", sagte Kohfeldt: "Er würde mir auch bei Schmerzen sagen: Trainer, alles in Ordnung, lass mich spielen. Deswegen habe ich mich breiter informiert."

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Seine Entscheidung für Füllkrug sollte er nicht bereuen, nicht allein aufgrund des Treffers. Auch Yuya Osako und Milot Rashica blühten in der Konstellation auf. Füllkrug weiß seinen wuchtigen Körper einzusetzen und Bälle abzulegen.

"Das Element Füllkrug hat gefehlt"

Den Bremern fehlte in dieser Saison gerade im letzten Drittel des Spielfeldes die Durchschlagskraft, angesichts der Quote von vier Toren in acht Partien in dieser Spielzeit ist es durchaus vorstellbar, dass es mit Füllkrug besser gelaufen wäre. "Niclas hat dieses Unbekümmerte auf dem Platz und ist unangenehm für den Gegner", sagte Sportchef Frank Baumann laut Bild. Gegen Köln habe man gesehen, "dass uns dieses Element Niclas sehr gefehlt hat."

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Der frühere Hannoveraner und Nürnberger Füllkrug musste sich im Februar dieses Jahres für einen kleineren Eingriff am seinem angeschlagenen Knie sogar ein weiteres Mal unters Messer legen. Sein Saisonaus hatte schon festgestanden, doch dann verschoben sich die Entscheidungen aufgrund der Corona-Pandemie. Und "Lücke" kann somit auch in der Relegation wieder angreifen.