Die Bundesliga ist reich an dramatischen Entscheidungen um die Meisterschaft - © DFL Deutsche Fußball Liga
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Saisonfinale - die größten Dramen um die Deutsche Meisterschaft

Köln - Das Saisonfinale in der Bundesliga steht vor der Tür. Bayern München und Borussia Dortmund trennen an der Tabellenspitze nur zwei Punkte. Erst am 34. Spieltag fällt die Entscheidung um die Deutsche Meisterschaft. Und da hat es in der Vergangenheit schon so manches legendäres Fotofinish gegeben. bundesliga.de wirft einen Blick auf die größten Dramen im Kampf um die Schale...

Saison 2006/07

Vor dem letzten Spieltag liegt der VfB Stuttgart zwei Punkte und drei Tore vor dem FC Schalke 04. Die Schwaben haben dabei eine unglaubliche Aufholjagd hingelegt. Nach dem 26. Spieltag hat die Mannschaft von Coach Armin Veh noch sieben Punkte Rückstand auf die Knappen, dann folgen sieben Siege in Folge.

Doch zunächst läuft im Finale alles für Schalke. Königsblau führt nach 16 Minuten bereits 2:0 gegen Bielefeld, der VfB hingegen kassiert in der 19. Minute das 0:1 gegen Energie Cottbus. Zu diesem Zeitpunkt ist Schalke Meister. Aber Stuttgart reißt das Ding noch rum. Thomas Hitzlsperger gleicht aus (27.), Sami Khedira gelingt noch der 2:1-Siegtreffer (63.). Stuttgart ist zum fünften Mal Deutscher Meister.

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Saison 2001/02

Gleich drei Mannschaften können sich am letzten Spieltag noch die Meisterschaft holen. Borussia Dortmund liegt mit 67 Punkten auf Platz eins, dahinter folgen Bayer 04 Leverkusen (66) und der FC Bayern München (65), die aber beide das klar bessere Torverhältnis im Vergleich zum BVB haben. Alle drei Clubs spielen zum Saisonfinale zu Hause.

Die Bayern tun sich gegen Hansa Rostock schwer, gewinnen aber letztlich mit 3:2. Auch Leverkusen, das am 33. Spieltag die Tabellenführung durch ein 0:1 in Nürnberg verloren hatte, macht seine Hausaufgaben. Zwei Tore von Michael Ballack bringen den 2:1-Sieg gegen Hertha BSC. Beim BVB hingegen geht es rund. Paul Stalteri schießt Werder Bremen in Führung (17.), erst kurz vor der Pause gelingt Jan Koller der Ausgleich. Aber das reicht noch nicht, das Team von Coach Matthias Sammer ist zu diesem Zeitpunkt nur Tabellendritter. Bis zur 74. Minute - dann trifft Ewerthon zum 2:1. Der BVB darf feiern.

Saison 2000/01

Die Mutter aller Meisterschaftsentscheidungen erlebt die Bundesliga am 19. Mai 2001. Der FC Bayern ist in der Pole Position auf den Titelgewinn, doch auch der FC Schalke darf sich Hoffnungen machen. Nachdem S04 zunächst gegen die SpVgg Unterhaching in Rückstand gerät, können die Königsblauen das Spiel drehen und gewinnen mit 5:3.

Als dann Sergej Barbarez in der 90. Minute das 1:0 für den Hamburger SV gegen die Bayern erzielt, brechen alle Dämme. Schalker Fans stürmen im Parkstadion das Feld und starten die Feierlichkeiten, doch das Spiel in Hamburg ist nicht beendet. In der vierten Minute der Nachspielzeit bekommt der FCB einen indirekten Freistoß im Strafraum zugesprochen, den Patrik Andersson verwandelt. Das 1:1 reicht München zum Titel, in Gelsenkirchen fließen bittere Tränen.

Saison 1999/2000

Ein weiteres großes Drama der Bundesliga-Geschichte steigt in Unterhaching. Bayer Leverkusen hat vor dem letzten Saisonspiel drei Punkte Vorsprung auf die Bayern und muss "nur" zum kleinen Aufsteiger aus der Münchner Vorstadt, der zudem schon den überraschenden Klassenerhalt im Sack hat. Ein Punkt reicht der Mannschaft von Coach Christoph Daum, um die erste Deutsche Meisterschaft der Clubgeschichte nach Hause zu fahren.

Die Bayern machen parallel im knapp 20 Kilometer weiter nördlich gelegenen Olympiastadion kurzen Prozess mit Werder Bremen. Nach 16 Minuten steht es schon 3:0, am Ende 3:1. Im Sportpark Unterhaching hingegen nimmt das Unheil in der 20. Minute seinen Lauf. Nationalmannschafts-Star Michael Ballack unterläuft ein Eigentor. Bayer läuft danach wild an, drängt auf den Ausgleich - und wird ausgekontert. Markus Oberleitner erzielt das 2:0 für die SpVgg und schießt die Bayern, die das bessere Torverhältnis haben, damit auf den Thron. Bei der Meisterfeier der Münchner sind die Spieler der SpVgg Ehrengäste.

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Saison 1994/95

Der SV Werder Bremen steht vor seinem vierten Meistertitel. Das Team von Coach Otto Rehhagel hat vor dem Saisonfinale einen Punkt Vorsprung auf Dortmund. Ein Unentschieden würde den Bremern bei einem Sieg der Dortmunder mit höchstens einem Tor Differenz schon reichen. Die Hansestädter müssen auswärts beim FC Bayern antreten - und holen sich dort eine 1:3-Niederlage ab. Alexander Zickler ist mit einem Doppelpack der Spielverderber.

Dortmund hingegen geht gegen den Hamburger SV schon in der achten Minute durch Andi Möller in Führung. Lars Ricken macht in der 28. alles klar. Damit ist die Borussia mit einem Punkt Vorsprung erstmals in der Bundesliga Deutscher Meister.

Saison 1992/93

Lange Zeit scheint der Meistertitel eine ausgemachte Sache für die Bayern zu sein. Die Münchner dominieren die gesamte Saison über die Tabelle. Doch am 32. Spieltag schließt Bremen punktemäßig mit dem FCB, der 2:4 in Karlsruhe verliert, auf. Eine Woche später zieht Werder durch ein 5:0 gegen den HSV sogar aufgrund des nun besseren Torverhältnisses an den Bayern vorbei, die nur 3:1 gegen Bochum gewinnen.

In Stuttgart spielt Werder am letzten Spieltag nach der Pause dann groß auf, bezwingt die Schwaben klar mit 3:0. Der FCB hingegen, der nun mit vier Toren Vorsprung gewinnen müsste, kommt beim FC Schalke nicht über ein 3:3 hinaus. Bremen nimmt letztlich mit einem Punkt mehr auf dem Konto die Schale entgegen.

Saison 1991/92

Vor dem letzten Spieltag gilt der Titelgewinn von Eintracht Frankfurt bereits als gemachte Sache. Zu überlegen haben die Hessen die Saison gestaltet, vor allem das Mittelfeld mit der Achse Uwe Bein/Andreas Möller brilliert. Vor dem Saisonfinale liegen zwar drei Mannschaften gleichauf mit 50:26 Punkten. Doch das Torverhältnis spricht klar für die Frankfurter, die zudem beim Tabellenvorletzten Hansa Rostock antreten, der zuvor fünf Niederlagen in Folge kassiert hat.

Doch die "launische Diva" macht ihrem Namen alle Ehre und verliert in Rostock mit 1:2. Das entscheidende Tor für die "Kogge" fällt in der 89. Minute. Aber auch Dortmund hat allen Grund zu klagen: Die Borussen führen mit 1:0 in Duisburg und sind nur vier Minuten vom Titelgewinn entfernt. Denn in Leverkusen steht es zwischen Bayer 04 und dem VfB Stuttgart 1:1. Bis zum Auftritt von Guido Buchwald. 239 Sekunden vor dem Abpfiff köpft der Verteidiger das 2:1 und trifft Dortmund bis ins Mark. Dank Rostocker Schützenhilfe sind die Schwaben Meister mit der besseren Tordifferenz gegenüber Dortmund.

Saison 1985/86

Das Drama nimmt einen Spieltag vor Schluss seinen Lauf. Im Weserstadion treffen die beiden Favoriten Werder Bremen und FC Bayern aufeinander. Bremen hat vor dem Spiel 48:18 Punkte, die Bayern 46:20. Zuvor hatten die Werderaner zwischenzeitlich sogar fünf Punkte Vorsprung auf die Münchner. In der 89. Minute bekommt Bremen beim Stand von 0:0 einen Elfmeter zugesprochen. Michael Kutzop, ein Schütze, der in seiner gesamten Karriere nur einen von 17 Elfern verschießt, setzt den Ball an den rechten Pfosten und sinkt danach wie vom Blitz getroffen zu Boden. Ein 1:0-Sieg hätte die vorzeitige Meisterschaft bedeutet.

Am letzten Spieltag siegen die Bayern zu Hause fulminant mit 6:0 gegen Borussia Mönchengladbach. Bremen hingegen zeigt sich vom verschossenen Elfer nicht erholt und unterliegt in Stuttgart mit 1:2. Ein Punkt hätte wiederum genügt, um Meister zu werden. Karl Allgöwer leitet mit einem Doppelpack die Niederlage ein, der Anschlusstreffer durch Manni Burgsmüller (79.) kommt zu spät. Bayern, das in in der kompletten Saison nie auf Platz 1 gestanden hatte, wird Dank der besseren Tordifferenz Meister.

Saison 1982/83

1983 gingen der Hamburger SV und der SV Werder Bremen punktgleich in den 34. Spieltag. Der HSV hatte die deutlich bessere Tordifferenz, aber mit dem Auswärtsspiel auf Schalke auch die deutlich schwierigere Aufgabe vor der Brust. Die Knappen benötigten einen Punkt, um sich zumindest den Relegationsplatz zu sichern. Werder empfing den VfL Bochum, der bereits gerettet war.

Hamburg ging früh durch Hrubesch in Führung, während Werder in Rückstand geriet. Rudi Völler brachte Bremen zurück ins Spiel und Wolfram Wuttke traf kurz vor der Pause zum Schalker Ausgleich. Als Uwe Reinders Bremen in der 49. Minute in Führung schoss, war der SVW kurze Zeit Meister, aber in Gelsenkirchen sorgte Wolfgang Rolff in der 52. Minute für die erneute Hamburger Führung. Ein weiterer Schalker Treffer hätte den Titel für Werder bedeutet, aber der HSV brachte das Ergebnis über die Zeit und feierte im Parkstadion. Schalke stieg nach der verlorenen Relegation gegen Uerdingen in die 2. Bundesliga ab.

Saison 1977/78

Der 1. FC Köln und Borussia Mönchengladbach waren zwar vor dem letzten Spieltag punktgleich an der Spitze, aber dank der um zehn Tore besseren Tordifferenz und der Aufgabe beim bereits abgestiegenen Schlusslicht St. Pauli deutete dennoch wenig auf einen dramatischen Schlussakkord hin. Aber es kam anders, denn Mönchengladbach hatte sich Historisches vorgenommen und stürmte gegen Borussia Dortmund von der ersten Minute an wild drauf los.

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Am Ende gewann die Fohlen-Elf mit 12:0 - der bis heute höchste Sieg der Bundesliga-Geschichte. Der FC brauchte bei diesem Ergebnis zeitgleich schon einen Sieg mit drei Treffern Unterschied, um die Tabellenführung zu behalten. Zehn Minuten vor Schluss trennten Köln und Gladbach nur noch drei Tore, aber Cullmann und Okudera schrauben den FC-Sieg in der Schlussphase noch auf 5:0 und machen den Titel klar. Es war das erste Mal in der Bundesliga-Historie, dass die Tordifferenz über den Meister entschied.

Saison 1971/72

Vor der Gründung der Bundesliga wurde der Deutsche Meister 52 Mal in einem klassischen Endspiel ermittelt. Wenn man so will kam beim Saisonfinale 1972 zum 53. Finale um die Meisterschaft. Zum einzigen Mal in der Bundesliga-Geschichte wurde der Titel im direkten Duell der beiden Kontrahenten am 34. Spieltag entschieden. Der FC Schalke lag einen Punkt hinter dem FC Bayern München, war aber zum Abschluss der Spielzeit in München zu Gast. Die Knappen hatten den Titel also noch selbst in der Hand.

Die Bayern ließen im ersten Heimspiel im Olympiastadion aber nichts anbrennen und führten zur Pause nach Toren von Johnny Hansen und Paul Breitner bereits mit 2:0. Klaus Fischer sorgte nach dem Seitenwechsel mit dem 1:2 noch einmal kurzzeitig für Hoffnung, aber Wilhelm Hoffmann, Uli Hoeneß und Franz Beckenbauer besiegelten den deutlichen Bayern-Sieg und damit den Titel.

Saison 1970/71

Nie in der Geschichte der Bundesliga lagen zwei Teams vor dem letzten Spieltag so dicht beisammen wie der FC Bayern München und Borussia Mönchengladbach im Jahr 1971. Vor dem Saisonfinale lagen beide Teams punktgleich an der Spitze. Die Bayern standen dank der Tordifferenz von 74:34 an der Spitze, Gladbach folgte mit 73:34 Treffern.

Die Fohlen machten in Frankfurt ihre Hausaufgaben und gewannen dank der Treffer von Netzer, Köppel und zwei Mal Heynckes mit 4:1. Der FC Bayern München dagegen tut sich in Duisburg extrem schwer und hat zunächst Glück, dass der MSV einen Elfmeter verschießt. Im zweiten Durchgang dreht der Meidericher Sportverein dann aber auf und Rainer Budde macht mit einem Doppelpack die Münchner Meisterträume zunichte.