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Die glorreiche Sieben: Wer löst das Europaticket?

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Die Bundesliga erhält über die Nationenwertung keinen zusätzlichen Champions-League-Platz und damit ist klar: Wer über die Liga nach Europa will, muss sich Platz 7 sichern. Nur ein Punkt trennt derzeit den SC Freiburg auf Rang sieben von den Verfolgern aus Frankfurt und Augsburg.

Freiburg hat als einziges Team noch eine zusätzliche Europa-Chance – und was für eine: Bei einem Sieg im Europa-League-Finale gegen Aston Villa am 20. Mai in Istanbul wäre das Schuster-Team unabhängig von der Ligaplatzierung 2026/27 für Champions League qualifiziert. Sollte der Sport-Club am Samstag den siebten Platz verteidigen, würde übrigens nicht der Achte nachrücken. In diesem Fall gäbe es keinen deutschen Starter in der Conference League 2026/27.

Acht Bundesliga-Teilnehmer in Europa sind 2026/27 aber dennoch möglich: Sollte Freiburg in der Bundesliga noch auf Rang acht oder neun zurückfallen, würde der Siebte in der Conference League an den Start gehen, während Freiburg in der Königsklasse mitmischen dürfte. Ein Szenario, auf das man sich im Breisgau sicher nicht verlassen will. Wir blicken aufs Saisonfinale und verraten, was für wen spricht.

Platz 7: SC Freiburg, 44 Punkte, Tordifferenz -9

Die Ausgangslage ist klar: Mit einem Sieg spielt Freiburg auch 2026/27 europäisch. Allerdings kommt jetzt ausgerechnet der Angstgegner in den Breisgau: Der Sport-Club ist gegen RB Leipzig seit 14 Pflicht- bzw. zwölf Bundesliga-Spielen sieglos. Zudem holte das Schuster-Team aus den letzten drei Partien nur einen Punkt. Endlich hat der SC nun aber wieder eine ganze Trainingswoche, um sich auf den Kontrahenten am Samstag einzustellen – und bei den Gästen könnte es nach der am letzten Wochenende gesicherten Rückkehr in die Champions League einen gewissen Spannungsabfall geben.

Die Freiburger Akkus sollten für ihr laufintensives Spiel auf jeden Fall voll geladen sein. Der SC lief im Schnitt über 121 Kilometer pro Spiel – Platz drei hinter Hoffenheim und Bayern. Auch wenn das Spiel ruht, sind Grifo und Co. ausgewiesene Experten: Freiburg traf 19 Mal nach einem ruhenden Ball – nur die Top-Teams Bayern und Dortmund öfter.

Die Konzentration bei gegnerischen Standards ist dafür auch ein Problem: Neun Gegentore nach Ecken und insgesamt zwölf Kopfballgegentore sind jeweils der höchste Wert der Liga.

Freiburgs smoother Shootingstar12.05.2026

Platz 8: Eintracht Frankfurt, 43 Punkte, Tordifferenz -4

Der Trainerwechsel in Frankfurt hatte bislang noch nicht den gewünschten Effekt, aber dennoch könnte am Samstagabend die erneute Qualifikation für einen internationalen Wettbewerb feststehen – aufgrund der besten Tordifferenz des Trios könnte dafür sogar ein Remis genügen. Mehr sprang an den letzten vier Spieltagen insgesamt nicht bei der SGE heraus (drei Niederlagen).

Mut macht der Gegner, denn die Eintracht hat nur eines der letzten sieben Heimspiele gegen Stuttgart verloren (drei Siege, drei Remis). Außerdem ist zumindest die Abschlusseffizienz auf Champions-League-Niveau. Aus einem xGoals-Wert von 44,2 machten die Hessen 59 Treffer. Nur der FC Bayern übertrifft die Frankfurter Überperformance des zu erwartenden Wertes. Jeder siebte Torschuss landete 2025/26 im Schnitt im gegnerischen Kasten – auch hier ist nur der Rekordmeister besser.

Gefährlich wird es vor allem immer dann, wenn schnell umgeschaltet werden kann. 17 Treffer nach gegnerischem Ballverlust sind der zweitbeste Wert der Saison – hinter den Überfliegern aus München. Anfällig wiederum ist die SGE bei Flanken (18 Gegentore) und Weitschüssen (elf Gegentreffer). In beiden Kategorien ist Frankfurt das Schlusslicht der Liga. 

Augsburg siegt mühelos gegen Gladbach10.05.2026

Platz 9: FC Augsburg, 43 Punkte, Tordifferenz -12

Die Fuggerstädter haben auf dem Papier zwar die schlechteste Ausgangsposition, sind aber von allen drei Teams in der Bundesliga am besten in Form: Seit sechs Spielen ist der FCA ungeschlagen – nur die Bayern weisen aktuell eine längere Serie auf. In der Rückrundentabelle liegt Augsburg zudem mit 28 Zählern auf Rang fünf – deutlich vor Freiburg (10.) und Frankfurt (11.).

Auch der kommende Gegner spricht für die von Manuel Baum in Topform gebrachte Mannschaft: Augsburg verlor nur eines der letzten elf Duelle gegen Union. Das Erfolgsgeheimnis ist eine extrem intensive Spielweise: Der FCA bestritt in der Bundesliga die meisten Zweikämpfe aller Teams (202 im Schnitt pro Spiel). Die zwölf Tore nach Flanken aus dem Spiel werden zudem nur von Borussia Dortmund übertroffen (15).

Es spricht also durchaus einiges dafür, dass der FC Augsburg sich nach der Teilnahme an der Europa League 2015/16 ein zweites Mal für einen europäischen Wettbewerb qualifizieren könnte. Es wäre die Krönung einer ganz starken Entwicklung, die die bayrischen Schwaben aus dem Tabellenkeller bis an die Pforte der Conference League geführt hat.