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Pflichtaufgabe gelöst: RB Leipzig bezwingt den Aufsteiger VfL Bochum mit 3:0

RB Leipzig hat seine Pflichtaufgabe gegen den VfL Bochum mit 3:0 (0:0) gelöst. In den ersten 20 Minuten hatten die Gäste großes Glück, dass die Sachsen nicht mit einem oder gar zwei Toren Unterschied führten. In Hälfte zwei stachen Andre Silva (70.) und Doppelpacker Christopher Nkunku zu (73./78.) schließlich zu. Durch den Heimdreier springen die Leipziger auf Rang sieben, Bochum bleibt Vorletzter.

RB Leipzigs Cheftrainer Jesse Marsch entschied sich wie schon beim 6:0-Kantersieg gegen Hertha BSC für eine Dreierkette in der Defensive. Unter der Woche in der Champions League gegen Brügge fehlte Angelino gesperrt, weshalb Marsch dort auf Viererkette umstellte. Neben Angelino kamen Josko Gvardiol, Amadou Haidara und Tyler Adams gegen den Ruhrpott-Club ins Team. Aufseiten des VfL Bochum brachte Thomas Reis Takuma Asano für Sebastian Polter (Bank). Physisch eine Mammutaufgabe für den Japaner, der es mit den großgewachsenen RBL-Verteidigern zu tun bekam.

Fantasy Heroes: Christopher Nkunku (20 Punkte) | Josko Gvardiol (15) | Mohamed Simakan (14)

Eine einstudierte Freistoßvariante, bei der Emil Forsberg und Angelino den Freistoß mehrmals im Wechsel antäuschten, führte zur ersten Chance des Spiels. Diese köpfte Gvardiol aber zu unplatziert in die Arme von Manuel Riemann (2.). Kurz darauf umkurvte Angelino den Bochumer Schlussmann, schoss aus spitzem Winkel hoch aufs Tor. Erhan Masovic rettete auf der Linie, doch die Szene blieb heiß! Herbert Bockhorn und Poulsen gingen mit hoher Sohle nahezu gleichzeitig zum Ball, der Däne fiel im Strafraum zu Boden. Schiedsrichter Robert Hartmann zeigte auf den Punkt! Der Video-Assistent riet Hartmann, in die Review Area zu gehen. Dort revidierte der Schiri seine Entscheidung und nahm den Elfmeter zurück (2.).

Silva köpft mit dem ersten Ballkontakt ins Tor - Sven Sonntag via www.imago-images.de/imago images/Picture Point LE

Riemann und die Latte treiben Leipzig zur Weißglut

Einige Minuten später schickte Christopher Nkunku Forsberg per Lupferball hinter die letzte Kette auf die Reise. Im Sechzehner angekommen zog der Schwede ab und fand in Riemann seinen Meister, der konzentriert mit beiden Händen abwehrte (8.). Dann die größte Chance in der Anfangsviertelstunde, in der Bochum kaum Luft zum Atmen bekam. Yussuf Poulsen setzte sich gegen Armel Bella Kotchap durch und bediente Forsberg, der mit einer Körpertäuschung drei Bochumer ins Leere laufen ließ und aus rund elf Metern die Latte touchierte (11.). Beim VfL sorgte Elvis Rexhbecaj aus 18 Metern mal für Entlastung - kein Problem für RBL-Keeper Peter Gulacsi (14.).

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Nur eine Minute danach verarbeitete Poulsen einen Chipball von Nkunku stark und versuchte, Riemann mit einem Linksschuss zu überwinden. Der VfL-Keeper parierte auch hier reaktionsschnell (15.). 7:1 Torschüsse standen zu diesem Zeitpunkt auf der Habenseite der Sachsen. Im weiteren Verlauf der ersten Hälfte stabilisierte sich der Ruhrpott-Club. Die glasklaren Möglichkeiten der Hausherren wurden weniger, Bochum schob etwas öfter raus. In der 29. Spielminute hatte aber noch mal Nkunku die dicke Chance zum 1:0: Der Franzose wollte die Kugel in die lange Ecke schlenzen, die Fußstellung war allerdings zu offensichtlich, sodass Riemann den Ball festhielt. Der Querpass zum freien Poulsen hätte wohl die Führung bedeutet. Bochum verzeichnete seinen zweiten Torabschluss durch Anthony Losilla, der sich offensiv einschaltete, aber den Ball links vom Tor wegdrehte (36.).

Silva wird zum Superjoker - Nkunku legt zweimal nach

In Abschnitt zwei passierte lange Zeit wenig. Leipzig entwickelte weniger Durchschlagskraft als in Durchgang eins. Bochum machte es defensiv sehr ordentlich. Ab und an agierten die Sachsen zu umständlich, wie beim Versuch von Nkunku, der nach präzisem Zuspiel von Forsberg zu lange mit dem Abschluss zögerte (59.). In der 69. Spielminute brachte Marsch Dominik Szoboszlai und Andre Silva. Zwei Einwechslungen, die sich wenig später bezahlt machten.

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Eine scharfe Ecke von Szoboszlai flog direkt in den Fünfer auf den Kopf von Silva, der aus kürzester Distanz Riemann auf den Brustkorb köpfte. Mit Ball flog der VfL-Keeper hinter die Linie. Die Uhr des Schiedsrichters zeigte an: Tor für RB Leipzig (70.). Es war der zweite Ballkontakt des Portugiesen und gleich die so dringend benötigte Führung für die Hausherren. Zudem stellte Silva mit dem 42. Bundesliga-Tor den historischen Bundesliga-Rekord seines Landsmannes Hugo Almeida ein.

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Damit war noch nicht Schluss: Leipzig drückte nun auf das 2:0 und sollte dieses auch erzwingen. Nkunku schlich sich im Rücken von Bella Kotchap weg und bekam den Flachpass von Silva im genau richtigen Moment. Nkunku lupfte den Ball über Riemann hinweg ins Tor (73.). Fünf Minuten später ein weiterer Geniestreich des Franzosen, als er einen hohen Ball von Gvardiol mustergültig aus der Luft erneut über Riemann ins Tor hob (78.). Bochum erholte sich vom nun hohen Rückstand nicht mehr.  Leipzig siegte aufgrund der Vielzahl an guten Torchancen hochverdient und profitierte dabei von der individuellen Klasse Silvas und Nkunkus.

Nkunku wird gegen den VfL Bochum zum Doppelpacker - Sven Sonntag via www.imago-images.de/imago images/Picture Point LE

Spieler des Spiels: Christopher Nkunku

Christopher Nkunku hatte erst in der Vorwoche gegen Hertha BSC seinen ersten Bundesliga-Doppelpack erzielt und legte nun gegen Bochum direkt seinen zweiten nach – es waren seine Bundesliga-Saisontore drei und vier. Der Franzose war an fünf der 15 Leipziger Torschüsse beteiligt (drei abgegeben, zwei vorgelegt), nur Yussuf Poulsen an mehr (sechs).