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Rafael Borre nach erstem Tor in Frankfurt angekommen

Das Warten hat ein Ende, die Minutenzähler haben Feierabend: Rafael Borre schoss gegen Köln sein erstes Bundesligator und steht damit stellvertretend für die Entwicklung bei Eintracht Frankfurt. Die Unentschieden-Könige aus Hessen zielen nun auf den ersten Saisonsieg. Mit Borre soll der am Wochenende ausgerechnet gegen den Rekordmeister gelingen.

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Es könnte der Anfang einer wunderbaren Freundschaft sein - oder zumindest der nächsten florierenden Angriffspartnerschaft bei Eintracht Frankfurt. Tief in der Nachspielzeit des ersten Durchgangs im Heimspiel gegen den 1. FC Köln hob Filip Kostic auf seinem linken Flügel mal wieder den Kopf. Ein paar blitzartige Bewegungen später folgte das perfekte Zuspiel, eins von der Sorte, die Kostic beherrscht wie kaum ein anderer in der Bundesliga: punktgenau und mundgerecht. Das Besondere: Anders als die herkömmliche Kostic-Flanke flog diese Hereingabe nicht hoch und scharf in den Fünfmeterraum, sondern schnellte flach in den Rücken der Abwehr. Da nämlich ist Rafael Borre als Abnehmer besonders stark. Der Neuzugang von River Plate verdelte mit der Innenseite trocken zum 1:1-Endstand - Borres Tor-Premiere in der Bundesliga.

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"Ich bin glücklich über mein erstes Tor in diesem Trikot", ließ der Kolumbianer nach dem Spiel wissen, obwohl er mit seinem neuen Team natürlich lieber alle drei Punkte in Frankfurt behalten hätte. Doch vielleicht ist Borres geplatzter Knoten für die Eintracht auf lange Sicht sogar wertvoller als ein einzelner Sieg. Der 26-Jährige kam mit der Empfehlung von 56 Toren in 149 Spielen aus Argentinien. Mit River Plate gewann er 2018 die Copa Libertadores, erreichte 2019 erneut das Endspiel. Auf den ersten Blick konnte er wie die naheliegende Ersatz-Verpflichtung für den nach Leipzig abgewanderten Andre Silva erscheinen. Das SGE-Management allerdings verpflichtete mit Borre bewusst einen Stürmertypen, der sich deutlich vom 28-Tore-Mann der Vorsaison unterscheidet.

Ikonischer Jubel: Rafael Borre gibt den "Comandante" nach seinem Treffer gegen Köln - Eibner-Pressefoto / Michael Bermel via www.imago-images.de/imago images/Eibner

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Da wäre zunächst mal der Größenunterschied: Borre misst mit 1,74 m elf Zentimeter weniger als Silva. Die jüngsten Saisonrückblicke sind voll mit Kostic-Flanken, die Silva in der Luft stehend einnickt, acht Mal führte diese Kombination 2020/21 zum Torerfolg. Nun ist Borre ebenfalls kopfballstark, operiert aus offensichtlichen Gründen aber eine Etage tiefer als sein erfolgreicher Vorgänger. Die Frankfurter Zulieferer um Kostic müssen ihre Hereingaben für Borre neu justieren. Köln war auf diesem Weg ein wichtiger Meilenstein: Kostic-Borre, das kann nach der Vorjahrespartnerschaft und davor der "Büffelherde" die nächste Erfolgsgeschichte im Frankfurter Angriff werden.

Zumal Kostic und Co. die hohen Flanken ja nicht aus ihrem Repertoire streichen müssen. Mit Sam Lammers (1,91 m) verpflichtete die Eintracht schließlich noch einen großgewachsenen Stürmer, auch auf Borres Anregung hin. "Dann hätten wir noch eine Variante mehr", hatte er eine Woche vor Transferschluss nahegelegt. "Ich kann mich mit einem klassischen Neuner sehr gut ergänzen und Räume für ihn schaffen." Außerdem erfüllt er seinerseits Oliver Glasners Wunsch nach einem schnellen, laufstarken Stürmer, der viele Tiefenläufe anbietet, Lücken reißt und kombinieren kann.

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Der Coach zeigt sich zudem zufrieden mit Borres Einstellung und Leistungsbereitschaft. In der Vorbereitung übernahm der Rechtsfuß gleich Verantwortung vom Elfmeterpunkt und traf (gegen St. Etienne). Gegen den VfB Stuttgart präsentierte er sich trotz 15-stündiger Flugrückkehr aus der Länderspielpause mit sieben Stunden Zeitverschiebung spielfähig: "Dass er dann in 20, 25 Minuten so präsent ist, die Riesen-Chance hat und sonst auch noch sehr aktiv ist, das bewerte ich sehr hoch", so Glasner.

Mit Hilfe von Freundin Ana verbessert der Mann von der Karibikküste zudem sein Schul-Englisch, das in Kolumbien nicht mit dem europäischen Standard vergleichbar ist. So soll bald auch die Kommunikation mit den Mitspielern besser und detaillierter ablaufen - vor seinem Wechsel spielte Borre stets in spanischsprachigen Ländern.

Borres Eingewöhnung schreitet also voran, ebenso Eintrachts Umstellung auf Glasners Spielidee. Beides soll in Borres erstem Tor nur den vorläufigen Höhepunkt gefunden haben. Mit harter aber unaufgeregter Arbeit rückt nach zuletzt fünf Unentschieden in Folge kommenden Sonntag der erste Saisonsieg ins Visier - ausgerechnet beim noch ungeschlagenen FC Bayern, Herr Glasner? "Genau der richtige Zeitpunkt für den ersten Sieg."