Köln – Das Transferfenster ist seit dem 31. August geschlossen und die Clubs der Bundesliga können jetzt nur noch vertragslose Profis verpflichten. Die Länderspielpause bietet die perfekte Gelegenheit, die Neuzugänge der 18 Bundesliga-Clubs einmal unter die Lupe zu nehmen. Welche Spieler haben sofort Eindruck hinterlassen und welche Stars brauchen noch Zeit? In Teil 3 des Transferchecks schauen wir auf Borussia Dortmund, Borussia Mönchengladbach, Eintracht Frankfurt, den FC Schalke 04, FC Bayern München und die TSG 1899 Hoffenheim.

>>> Teil 1: Die Neuzugänge von Wolfsburg, Bremen, Mainz, Hannover, Nürnberg und Leipzig im Check

>>> Teil 2: Die Neuzugänge von Stuttgart, Freiburg, Leverkusen, Augsburg, Hertha und Düsseldorf im Check

Borussia Dortmund

Eingesetzte Neuzugänge: 4 (Axel Witsel, Thomas Delaney, Abdou Diallo, Marius Wolf)

Erfolgreich ist der BVB mit seinem neuen Trainer Lucien Favre in die Saison gestartet. Wie seine Vorgänger Peter Stöger, Peter Bosz, Thomas Tuchel und Jürgen Klopp blieb er in seinen ersten beiden Bundesliga-Spielen ungeschlagen (1 Sieg, 1 Remis). Großen Anteil daran hatten auch die vier Neuzugänge, auf die er in beiden Partien setze. Axel Witsel, Thomas Delaney und Abdou Diallo kamen an den ersten beiden Spieltagen jeweils von Beginn an zum Zug. Während Marius Wolf am ersten Spieltag noch die Jokerrolle zu kam, stand er eine Woche später ebenfalls in der Startelf.

Am beeindruckendsten gestaltete Belgiens Mittelfeld-Star Axel Witsel sein BVB-Debüt. Der Lockenkopf erzielte beim 4:1 gegen RB Leipzig einen sehenswerten Treffer per Seitfallzieher. Der Belgier zeigte bereits in den ersten Partien, dass er als Dreh- und Angelpunkt im BVB-Spiel fungiert und schon in kurzer Zeit zum Dortmunder Antreiber und Führungsspieler geworden ist. Aber auch Delaney und Diallo haben sich mit guten Leistungen in den Fokus gespielt und ihre Starteinsätze gerechtfertigt. Beide gewannen bislang den Großteil ihrer Zweikämpfe für den BVB (Delaney 53 Prozent, Diallo 58).

Borussia Mönchengladbach

Eingesetzte Neuzugänge: 3 (Alassane Plea, Jordan Beyer, Florian Neuhaus)

Trainer Dieter Hecking setzte an den ersten beiden Spieltagen vor allem auf die Youngster. Der 18 Jahre alte Jordan Beyer ist im Sommer aus der eigenen Jugend zu den Profis gewechselt und durfte jeweils von Beginn an ran. Vor allem am 1. Spieltag gegen Bayer Leverkusen zeigte der Rechtsverteidiger eine herausragende Leistung, als er Gegenspieler Leon Bailey quasi ausschaltete und ihn sich nicht entfalten ließ. Florian Neuhaus, den die Borussia bereits im letzten Jahr verpflichtet, dann aber an Fortuna Düsseldorf ausgeliehen hatte, stand ebenfalls an den ersten Spieltagen in der Startelf. Auch der 21 Jahre alte Mittelfeldspieler überzeugte vor allem zum Saisonauftakt - nicht nur, weil er den zweiten Strafstoß für seine Mannschaft vor dem 1:0 herausholte.

Etwas überraschend vielleicht stand Gladbachs Toptransfer Alassane Plea bislang nicht in der Startelf, wurde aber an beiden Spieltagen eingewechselt. Am 2. Spieltag zeigte er dann, wie wertvoll er für die Offensive der Borussia sein kann, als er mit dem Tor zum 1:1 gegen Augsburg direkt eine Duftmarke setzte. Möglicherweise erhält er nach der Länderspielpause die Chance auf sein Startelfdebüt.

Video: Witsel, Goretzka, Rudy, Trapp und Plea im Check

FC Bayern München

Eingesetzte Neuzugänge: 2 (Leon Goretzka, Serge Gnabry)

Der FC Bayern hat sich in diesem Sommer auf dem Transfermarkt sehr zurückgehalten und mit Leon Goretzka nur einen Spieler neu verpflichtet. Doch es kommt ja bekanntlich auf die Qualität an und die war bei dem einstigen Schalker an den ersten beiden Spieltagen deutlich zu sehen. Wurde der 23 Jahre alte Mittelfeldspieler am 1. Spieltag gegen Hoffenheim eingewechselt, zeigte er eine Woche später gegen Stuttgart ein bärenstarkes Startelfdebüt. So traf er zunächst selbst zum 1:0 und legte später das 2:0 für Robert Lewandowski vor. Goretzka scheint bei den Bayern richtig aufzublühen und das Niveau direkt angenommen zu haben. Eine Beteiligung an zwei Toren war ihm in 116-Einsätzen für Schalke nur zwei Mal gelungen, nun bereits in seinem zweiten Spiel.

Serge Gnabry musste zum Saisonauftakt passen. Der Offensivspieler fehlte gegen seinen Ex-Club Hoffenheim, an den er in der letzten Saison von Bayern München ausgeliehen war, wegen Oberschenkelproblemen. Nun spielt er seine erste Saison für den FCB und durfte sich am 2. Spieltag gegen Stuttgart für 13 Minuten erstmals im neuen Trikot in der Bundesliga zeigen. Gnabry kam ins Spiel für Franck Ribery, für den er aber sicher nicht nur ein Backup bleiben wird.

Eintracht Frankfurt

Eingesetzte Neuzugänge: 6 (Frederik Rönnow, Kevin Trapp, Nicolai Müller, Lucas Torro, Filip Kostic, Evan Ndicka)

Im Fokus standen bei der Eintracht an den ersten beiden Spieltagen sicher die Torhüter. Auf dieser Position verstärkten sich die Frankfurter gleich dreifach: Felix Wiedwald, Frederik Rönnow und, kurz vor Ende der Transferperiode, Kevin Trapp wurde nach dem Weggang von Lukas Hradecky geholt. Und der hat am 2. Spieltag direkt gezeigt, wie wichtig seine Leihe von Paris St. Germain ist, als er die in Unterzahl agierenden Frankfurter gegen Bremen lange Zeit im Spiel hielt. Der 28-Jährige dürfte sich mit dieser Leistung vor Rönnow, der am 1. Spieltag im Tor stand, gesetzt haben.

Aber nicht nur zwischen den Pfosten, auch auf dem Platz sorgten Neuzugänge bei der Eintracht für Furore. So zum Beispiel Nicolai Müller, der am 1. Spieltag in Freiburg das erste Frankfurter Saisontor erzielte und in beiden Partien von Beginn an agierte. Ebenso wie Lucas Torro im defensiven Mittelfeld.

TSG 1899 Hoffenheim

Eingesetzte Neuzugänge: 3 (Vincenzo Grifo, Leonardo Bittencourt, Kasim Adams)

Alle drei bislang eingesetzten neuen Spieler standen am 1. Spieltag in der Startelf. Leonardo Bittencourt und Kasim Adams auch eine Woche später. Hätte sich Innenverteidiger Adams gegen Freiburg nicht verletzt, hätte er wohl auch wie Bittencourt jeweils 90 Minuten auf dem Platz gestanden. Vor allem Letztgenannter hat sich bereits früh in der Saison etabliert. Nach seinem Wechsel von Absteiger Köln zeigt Bittencourt auch im Mittelfeld der TSG seine Stärken und war in den ersten beiden Partien an vielen Offensivaktionen beteiligt. Unter anderem legte er das Tor zum 3:1-Endstand gegen den Sport-Club auf.

Kein echter aber ein gefühlter Neuzugang ist der Brasilianer Joelinton. Der Stürmer gehört zwar schon seit 2015 zur TSG, kam aber vor dieser Saison nur auf einen Kurzeinsatz in der Bundesliga und war die vergangenen beiden Jahre an Rapid Wien verliehen. Nachdem er im Pokal ein dickes Ausrufezeichen gesetzt hatte (3 Treffer gegen den FCK) stand er in beiden Bundesliga-Partien über die komplette Distanz auf dem Platz. Ein Tor blieb dem 22 Jahre alten Stürmer bislang verwehrt, er sorgte aber in der gegnerischen Hälfte immer für viel Wirbel.

Video: Die Bayern zum Start in Topform

FC Schalke 04

Eingesetzte Neuzugänge: 4 (Suat Serdar, Mark Uth, Salif Sane, Sebastian Rudy)

S04-Trainer Domenico Tedesco hat in der Anfangsphase der Saison auf ein Neuzugangs-Quartett gesetzt. Wobei Sebastian Rudy erst am 2. Spieltag zum Team gestoßen ist, nachdem er zum Ende der Transferzeit noch von den Bayern gekommen ist. Im Spiel gegen Hertha agierte Suat Serdar, der am 1. Spieltag noch von Beginn an ran durfte, dann als Joker.

Mark Uth und Salif Sane erhielten mit zwei Startelf-Einsätzen bislang aber das volle Vertrauen ihres Trainer. Sane ist ein echter Rückhalt in der Abwehr. Der Innenverteidiger gewann bislang 63 Prozent seiner Zweikämpfe, vor allem in der Luft räumt er fast alles ab. Zudem zeigt er, mit einer Passquote von 88 Prozent, dass er die nötige Ruhe am Ball hat, um das Spiel von hinten raus zu eröffnen.