Köln – Das Transferfenster ist seit dem 31. August geschlossen und die Clubs der Bundesliga können jetzt nur noch vertragslose Profis verpflichteten. Die Länderspielpause bietet die perfekte Gelegenheit, die Neuzugänge der 18 Bundesliga-Clubs einmal unter die Lupe zu nehmen. Welche Spieler haben sofort Eindruck hinterlassen und welche Stars brauchen noch Zeit? In Teil 1 des Transferchecks schauen wir auf den VfL Wolfsburg, den SV Werder Bremen, den 1. FSV Mainz 05, Hannover 96, den 1. FC Nürnberg und RB Leipzig.

>>> Teil 2: Die Neuzugänge von Stuttgart, Freiburg, Leverkusen, Augsburg, Hertha und Düsseldorf im Check

>>> Teil 3: Die Neuzugänge von Dortmund, Bayern, Schalke, Gladbach, Frankfurt und Hoffenheim

VfL Wolfsburg

Eingesetzte Neuzugänge: 4 (Daniel Ginczek, Wout Weghorst, Jerome Roussillon, Pavao Pervan)

Beim VfL Wolfsburg waren mit Daniel Ginczek, Wout Weghorst und Jerome Roussillon gleich drei Neuzugänge entscheidend an den beiden Auftaktsiegen des VfL beteiligt. Ginczek und Weghorst schossen in den beiden Partien gegen Schalke (Ginczek) und Leverkusen (Weghorst) jeweils das wichtige Tor zum 2:1. Roussillon legte seinerseits das Weghorst-Tor gegen Leverkusen vor. Der Linksverteidiger, den die Wölfe aus Montpellier nach Niedersachsen holten, hinterlässt einen bärenstarken Eindruck. Damit ist eine Problemposition der letzten Jahre mehr als ordentlich besetzt.

Mit Pavao Pervan stand gegen Leverkusen auch ein vierter Neuzugang etwas überraschend in der Startelf des VfL. Der Österreicher vertrat den Vater werdenden Koen Casteels im Tor, zeigte kaum Nervosität und half mit, den Sieg in Leverkusen zu sichern.

Werder Bremen

Eingesetzte Neuzugänge: 4 (Yuya Osako, Claudio Pizarro, Martin Harnik, Davy Klaassen)

Den größten sofortigen Einfluss unter den Neuzugängen hatte bei Werder Yuya Osako, dem als einzigem Bremer Neuzugang bereits ein Tor gelang. Beim 2:1 in Frankfurt erzielte er das zwischenzeitlich 1:0 und war an zahlreichen weiteren gefährlichen Aktionen beteiligt. "Königstransfer" Davy Klaassen, der für den abgewanderten Thomas Delaney an die Weser kam, stand wie Osako in beiden bisherigen Saisonspielen in der Startelf und zeichnete sich vor allem durch seine hohe Laufbereitschaft aus (im Schnitt 12,4 Kilometer sind Topwert bei den Bremern.)

Video: Davy Klaassen beeindruckt auf ganzer Linie

In Claudio Pizarro und Martin Harnik verpflichtete Werder gleich zwei Rückkehrer. Pizarro "debütierte" bereits am 1. Spieltag und wurde auch in Frankfurt eingewechselt. In 54 Spielminuten gab der Peruaner bereits sechs Torschüsse ab. Kein anderer Spieler mit mindestens 30 Bundesliga-Minuten in dieser Saison schoss im Schnitt so oft aufs Tor. Martin Harnik stand bei der Eintracht in der Startelf, blieb aber glücklos und wurde ausgewechselt. Last-Minute-Transfer Nuri Sahin stand noch nicht im Kader, dürfte aber gute Chancen haben, gegen den 1. FC Nürnberg am dritten Spieltag erstmals in Grün-Weiß aufzulaufen.

1. FSV Mainz 05

Eingesetzte Neuzugänge: 6 (Jean-Philippe Mateta, Aaron Martin, Moussa Niakhate, Pierre Kunde, Phillipp Mwene, Jean-Paul Boetius)

Beim 1. FSV Mainz 05 standen gleich vier Neuzugänge an den ersten beiden Spieltagen in der Startelf. Jean-Philippe Mateta, Aaron Martin, Moussa Niakhate und Pierre Kunde hatten großen Anteil am guten Start der Rheinhessen. Zwei Spieler konnten sogar bereits einen Scorerpunkt sammeln: In Nürnberg erzielte Mateta nach einer Flanke von Martin die zwischenzeitliche Führung. Mit Phillipp Mwene und Jean-Paul Boetius kamen zwei weitere Neuzugänge immerhin zu je einem Kurzeinsatz als Joker. 

Hannover 96

Eingesetzte Neuzugänge: 6 (Hendrik Weydandt, Takuma Asano, Walace, Kevin Wimmer, Genki Haraguchi, Bobby Wood)

Hendrik Weydandt hat zwar nicht die meisten Minuten aller Neuzugänge bei Hannover absolviert, aber der 23-Jährige sorgte dennoch für eine der schönsten Geschichten dieses Sommers: Weydandt spielte vor vier Jahren noch in der Kreisliga und war eigentlich für die zweite Mannschaft verpflichtet worden. In der Vorbereitung und im Pokal überzeugte er aber mit Toren am Fließband und gab so am 1. Spieltag als Joker sein Bundesliga-Debüt. 75 Sekunden nach seiner Einwechslung erzielte er das bislang einzige Hannoveraner Saisontor.

>>> Die unglaubliche Geschichte des Hendrik Weydandt

Takuma Asano, Walace, Kevin Wimmer standen bislang immer in der Startelf. Gerade Walace und Wimmer überzeugten beim starken 0:0 gegen Borussia Dortmund. Genki Haraguchi und Bobby Wood kamen bislang jeweils ein Mal als Einwechselspieler zum Zug, sind aber mittelfristig auch durchaus Kandidaten für die Startelf.

Video: Weydandt trifft bei Bundesliga-Debüt in Bremen

1. FC Nürnberg

Eingesetzte Neuzugänge: 4 (Yuya Kubo, Robert Bauer, Törles Knöll, Kevin Goden)

Der japanische Mittelstürmer Yuya Kubo hat es als einziger Nürnberger Neuzugang direkt zum Stammspieler gebracht. Kubo stand in beiden Nürnberger Spielen in der Startelf und spielte jeweils durch. Seine sieben Torschüsse sind Topwert beim Club (wie Mikael Ishak), an einem Tor war er allerdings noch nicht beteiligt. Robert Bauer, der aus Bremen nach Nürnberg kam, musste nach seiner Startelf-Premiere am 1. Spieltag in Berlin am 2. Spieltag gegen Mainz auf der Bank Platz nehmen. Törles Knöll und Kevin Goden bringen es beide auf einen Kurzeinsatz als Joker.

RB Leipzig

Eingesetzte Neuzugänge: 3 (Marcelo Saracchi, Nordi Mukiele, Matheus Cunha)

RB Leipzig hat im Sommer vor allem in der Verteidigung nachgebessert. Mit Linksverteidiger Marcelo Saracchi (zwei Einsätze), und Rechtsverteidiger Nordi Mukiele (ein Einsatz) spielten an den ersten beiden Spieltagen zwei Neuzugänge auf den Außenbahnen. Beide waren in der Offensive sehr emsig: Sarachi schlug bereits 13, Mukiele acht Flanken. Nur der Ertrag war etwas dürftig, denn eine Torvorlage gelang beiden nicht. Mit Matheus Cunha kam zudem ein offensiver Neuzugang zu zwei Kurzeinsätzen als Joker.