Anzeige
Beendet seine Profikarriere: Lukas Podolski
Beendet seine Profikarriere: Lukas Podolski - © IMAGO/Michal Chwieduk/Arena Akcji/ArenaAkcji
Beendet seine Profikarriere: Lukas Podolski - © IMAGO/Michal Chwieduk/Arena Akcji/ArenaAkcji
bundesliga

"So, Feierabend": Lukas Podolski tritt von der Fußball-Bühne ab

xwhatsappmailcopy-link

Weltmeister, Publikumsliebling, Torjäger: Mit Lukas Podolski tritt eine ganz besondere Figur von der Fußball-Bühne ab. Der heute 40-Jährige eroberte die Herzen im Sturm – mit seinem gewaltigen linken Fuß wie seinem unbekümmerten Auftreten. Nun geht "Prinz Poldi", der längst zum König auf und neben dem Platz geworden ist, in die fußballerische Rente.

"Es wird gut" – mit diesen Worten und dem Titel "Boss" begrüßten die Fans von Gornik Zabrze Lukas Podolski bei seinem allerletzten Profispiel. Der Weltmeister von 2014 hatte vor dem Wochenende sein Karriereende verkündet – und durfte bei dem Club, den er unter der Woche gekauft hatte, nochmals ein Highlight erleben: Mit 6:2 gegen Radomiak Radom sicherte sich der polnische Pokalsieger noch die Vizemeisterschaft, Podolski wurde zum Abschied in der 68. Minute eingewechselt.

Der letzte Akt einer illustren Karriere mit vielen Höhen und wenigen Tiefen. Eine Karriere, die ihren Anfang vor fast 23 Jahren nahm. Kometenhaft ging Podolskis Stern in der Saison 2003/04 beim 1. FC Köln auf – mit gerade einmal 18 Jahren ballerte sich der Jung-Stürmer in die Herzen der kölschen Fans. Sein linker Fuß, seine Dynamik, sein unbekümmertes Auftreten: "Prinz Poldi", wie er schnell vom Boulevard getauft wurde, war auf dem Rasen von Beginn an eine erfrischende Erscheinung.

"Fußball ist einfach. Rein das Ding und ab nach Hause"

Doch nicht nur auf dem Platz, sondern auch daneben sorgte Podolski schnell für Furore. Der im polnischen Gliwice geborene, aber in Bergheim bei Köln aufgewachsene Angreifer war von Beginn an selten um einen Spruch verlegen. Auch seine Auftritte vor der Kamera machten den „kölschen Jung“ zum Star im deutschen Fußball und darüber hinaus. Seine Sprüche – selbst die, die ihm nur zugeschrieben wurden – luden zum Schmunzeln ein, manchmal auch unfreiwillig.

"Fußball ist einfach. Rein das Ding und ab nach Hause" – so prägnant formulierte Podolski einst seine Spielphilosophie. Und die Umsetzung gelang ihm nahezu überall in Perfektion: 49 Tore in 130 Länderspielen sprechen eine deutliche Sprache, ebenso 70 Treffer in 210 Bundesliga-Spielen für den 1. FC Köln und den FC Bayern München. Kaum verwunderlich, dass sich "Prinz Poldi" über Köln hinaus bis heute großer Beliebtheit erfreut – als Spieler auf dem Platz wie als Typ abseits des Rasens.

Köln-Botschafter auf der ganzen Welt

Das wussten auch gerade die Fans außerhalb Deutschlands zu schätzen: Nach seinem Wechsel zum FC Arsenal 2012 avancierte Podolski auch bei den "Gunners" in seinen drei Jahren in London zum absoluten Publikumsliebling, das galt genauso bei seinen Gastspielen in Istanbul bei Galatasaray (2015-2017) sowie in Japan für Vissel Kobe, für die er von 2017 bis 2020 kickte. Am Ende seiner Karriere erfüllte sich Podolski noch seinen Kindheitstraum und spielte die vergangenen Jahre für seinen Heimatverein Górnik Zabrze.

Doch, egal wo der "kölsche Jung" auch unterwegs war: Seine Heimat behielt Podolski immer tief im Herzen, reiste praktisch als Kölner Botschafter um die Welt. Sinnbildlich dafür immer wieder Szenen bei der Nationalmannschaft: Bei den Feierlichkeiten zum WM-Triumph schwenkte "Poldi" die Kölner Stadtflagge, auch bei seinem Abschied aus der DFB-Elf zeigte er sich zur Freude der Fans mit den Insignien der Domstadt. Kölle und Podolski: Das war schon von der ersten Sekunde an ein Match!

Pokalsieger zum Abschluss: Podolski feiert mit Gornik Zabrze den ersehnten Titel - IMAGO/FOT. HUGO WIECKOWSKI / 058SPORT.PL

"Feierabend" für Podolski

Nun also der Abpfiff für seine traumhafte Karriere: Vor dem Wochenende hatte Podolski in einem emotionalen Video seinen Abschied vom Profifußball verkündet. "So, Feierabend", betonte der Weltmeister von 2014 dort auf seine gewohnt prägnante Art. Eines ist klar: Dass dem Tausendsassa ohne das Geschehen auf dem Platz langweilig würde, davon ist nicht auszugehen. Der 40-Jährige hat seinen Herzensverein Górnik gekauft – und ist darüber hinaus Inhaber einer Dönerkette sowie einer Eismarke.