
Zwei direkte Duelle: Super-Samstag um die Champions League
Am 32. Spieltag kommt es zu zwei Kracher-Duellen: Die TSG Hoffenheim empfängt den VfB Stuttgart am Nachmittag und Bayer 04 Leverkusen am Abend RB Leipzig zum Topspiel – der Super-Samstag in der Bundesliga! Wer sichert sich Platz drei und vier?
Dritter gegen Sechser, Fünfter gegen Vierter: Der kommende Samstag verspricht absolute Hochspannung! RB Leipzig, VfB Stuttgart, TSG Hoffenheim und Bayer 04 Leverkusen kämpfen drei Spieltage vor Schluss um die Champions-League-Qualifikation.
Die beste Ausgangslage haben die Leipziger (62 Punkte), die mit einem Auswärtssieg in Leverkusen den Einzug in die Königsklasse klarmachen können. Sie stehen aktuell fünf Punkte vor Rang fünf. Auf diesem liegen die Hoffenheimer, punktgleich mit deren Gegner Stuttgart (beide 57 Punkte). Wenn aber die TSG und der VfB Unentschieden spielen sollten, könnte B04 (55 Punkte) am Abend gegen RBL als Sieger aus dem Spieltag gehen und Rang vier einnehmen.
bundesliga.de nimmt die direkten Duelle unter die Lupe und verrät, was für die jeweiligen Teams spricht.

RB Leipzig fehlt ein Schritt
"Wir sind echt im Flow", sagte Willi Orbán nach dem 3:1 gegen Union. Der Abwehrboss übertreibt nicht: Die letzten fünf Spiele haben die Roten Bullen allesamt gewonnen. RBL steht bei 19 Saisonsiegen, historisch waren es zu diesem Saisonzeitpunkt nie mehr. Ein Dreier fehlt zur Einstellung des Vereins-Saisonrekordes (2016/17 und 2022/23 jeweils 20).
Die Leipziger präsentieren sich in der heißen Phase zum einen sehr offensivstark: 439 Torschüsse gaben sie ab, nur die Bayern mehr. Zum anderen steht die Defensive sehr kompakt: Hinter Bayern und dem BVB kassierten die Sachsen die drittwenigsten Gegentore (38). Nach Standards waren es lediglich fünf Gegentore - alleiniger Bundesliga-Bestwert.
In Königsklassen-Form befindet sich Yan Diomande. Er ist der torgefährlichste Teenager der Bundesliga (zwölf Saisontore) und mit Christoph Baumgartner RBL-Toptorschütze. Auf sie muss Bayer 04 besonders aufpassen. Das Hinspiel gewann die Werkself mit 3:1, dementsprechend heiß wird RB Leipzig auf das Rückspiel sein.

VfB Stuttgart will Patzer vergessen machen
"Auf der einen Seite kann der Punkt noch wichtig sein, auf der anderen Seite hätten wir gerne drei Zähler mitgenommen", resümierte Stürmer Ermedin Demirović nach dem 1:1 gegen Werder Bremen. Der VfB ging mit gemischten Gefühlen aus dem 31. Spieltag. Zuvor hatte man bei den Bayern verloren. Der Vier-Punkte-Vorsprung ist mittlerweile aufgebraucht.
Und doch haben die Schwaben bereits mehr Punkte geholt (57) als in der ganzen letzten Saison (50). Zudem ist der VfB hinter Bayern und Dortmund das torgefährlichste Team (63 Tore). 18 davon erzielte Topstürmer Deniz Undav, der hinter Harry Kane Platz zwei im Torjägerranking belegt. 15 Tore gehen auf das Konto von Jokern.
Neben Undav präsentiert sich auch Bilal El Khannouss in Topform: Der Marokkaner war zuletzt erstmalig in drei Bundesliga-Spielen in Serie an einem Treffer beteiligt (ein Tor, zwei Vorlagen). Ihre Offensivkraft wird in Hoffenheim dringend gebraucht: Mit einem Sieg könnte man die TSG auf Distanz halten und Platz vier festigen. Das Hinspiel endete 0:0.

Kommt die TSG rechtzeitig wieder in Form?
Pünktlich zur Crunchtime in der Bundesliga scheint die TSG Hoffenheim wieder in Form zu kommen: Nach zuvor vier sieglosen Spielen gewann sie die letzten beiden Partien gegen den BVB und in Hamburg. Erstmals seit Spieltag 27 ist man wieder punktgleich mit Rang vier. Hoffenheim feierte bereits jetzt mehr Siege (17) als in jeder anderen Bundesliga-Saison. Fünf Zähler fehlen zur Einstellung des Vereins-Saisonrekordes (62 Punkte 2016/17).
Die TSG traf in der laufenden Spielzeit schon neunmal aus der Ferne, ligaweit nur Bayern öfter. Toptorschütze ist Andrej Kramarić, der in seiner elften Saison mit Hoffenheim zum neunten Mal zweistellig getroffen hat (zwölf Saisontore). Auch Fisnik Asllani bringt es in seiner ersten Saison als Stammspieler in der Bundesliga mittlerweile auf zehn Tore.
Hoffenheim ist dazu das laufstärkste Team der Bundesliga, lief 123,1 Kilometer pro Spiel und legte die meisten intensiven Läufe pro Spiel hin (748). Vladimir Coufal, der das zwischenzeitliche 1:0 beim HSV mit einem starken Sprint an der Seitenlinie einleitete, kommt auf die zweitmeisten Kilometer ligaweit (366,6 - nur Freiburgs Maximilian Eggestein mehr).

Ist Bayer 04 Leverkusen der lachende Vierte?
Hinter der TSG lauert Bayer 04, das zumindest Hoffenheim und Stuttgart noch aus eigener Kraft überholen kann. "Wir sind im Kampf um die Champions League und wollen auch die letzten drei Spiele alle gewinnen. Die Hoffnung und der Wille sind bei uns absolut da - wir können das schaffen!", meinte Knipser Patrik Schick, der beim 2:1 in Köln beide Treffer erzielte. Trainer Kasper Hjulmand übernahm die Rheinländer auf Rang zwölf, führte sie zwischenzeitlich sogar auf Rang drei (am Jahresende 2025). Von den letzten neun Bundesliga-Spielen verloren sie nur eins.
Neben 57 Prozent Ballbesitz im Schnitt und einer Passquote von 89 Prozent (das toppt jeweils nur Bayern) hat Leverkusen einen wiedererstarkten Schick in seinen Reihen (13 Saisontore). Der Tscheche bringt sich immer mehr in WM-Form. Er traf in den letzten fünf Bundesliga-Partien sechsmal. Mit Alejandro Grimaldo hat Bayer 04 zudem einen Freistoßspezialisten: Fünf Tore schoss er auf diese Weise - alleiniger Bundesliga-Bestwert. Leipzig muss vor allem in der Anfangsviertelstunde aufpassen: Dort trafen die Rheinländer bereits zehnmal, öfter als jede andere Mannschaft.

SC Freiburg könnte sich über den Europa-League-Titel qualifizieren
Der Sport-Club Freiburg kann sich über die Liga nicht mehr für die Champions League qualifizieren. Dort stehen die Breisgauer auf Rang acht, 14 Punkte hinter Stuttgart. Doch das Team von Trainer Julian Schuster hat noch ein Ass im Ärmel: die Europa League!
An diesem Donnerstag steht für den SC das Halbfinal-Hinspiel in Braga an. Sollten die Freiburger auch diese Hürde überspringen und im Finale gewinnen, würden sie in der kommenden Saison in der Königsklasse spielen. Das hätte wiederum einen Einfluss auf den Tabellenfünften der Bundesliga.
Möglicherweise reicht sogar Platz fünf
Die ersten beiden Teams im Jahres-Koeffizienten-Ranking der UEFA bekommen für die neue Saison einen "Performance-Platz" für die Champions League gutgeschrieben. Derzeit liegt Deutschland in diesem Ranking knapp hinter Spanien auf Platz drei. Beide Verbände sind noch mit jeweils zwei Teams im Europapokal vertreten.
Sollte Deutschland am Saisonende Rang zwei belegen, würde über die Bundesliga auch Rang fünf zur CL-Qualifikation reichen. Alle weiteren Europapokalplätze würden sich entsprechend um jeweils einen Rang nach hinten verschieben.










