
So verstärkt Juwel Kennet Eichhorn Bayer 04 Leverkusen
Bayer 04 Leverkusen hat ab der kommenden Saison ein absolutes Top-Talent in seinen Reihen. Der erst 16-jährige Kennet Eichhorn wechselt von Hertha BSC zum Europa-League-Teilnehmer und soll dort unter Neu-Trainer Carles Martínez weitere Schritte machen. Das zeichnet den Jungstar aus.
Er ist das Supertalent des deutschen Fußballs: Kennet Eichhorn. Und Bayer 04 Leverkusen darf sich glücklich schätzen, den Zuschlag von dem 16-Jährigen erhalten zu haben. Die halbe Bundesliga und internationale Topclubs waren dem Vernehmen nach hinter dem Eigengewächs von Hertha BSC her.
"Wir sind sehr froh, dass wir Kennet Eichhorn von unserem Konzept überzeugen konnten. Schon vor einem Jahr hatten wir engen Kontakt mit Kennet und seiner Familie, und schon damals ist zwischen uns eine gute Verbindung entstanden", sagte Bayers Geschäftsführer Sport Simon Rolfes.
bundesliga.de erklärt, was Eichhorn auszeichnet und wie er die Rheinländer in der neuen Saison verstärken kann.
Jüngster Zweitliga-Profi und Zweitliga-Torschütze
Leverkusen hat sich den derzeit jüngsten Zweitliga-Debütanten an Land gezogen: Am 3. Spieltag der abgelaufenen Saison feierte Eichhorn nur 14 Tage nach seinem 16. Geburtstag gegen den Karlsruher SC sein Premiere im Profifußball. Er löste den Karlsruher Efe-Kaan Sihlaroglu ab.
Der nächste Geschichtsbucheintrag folgte am 33. Spieltag: Eichhorn erzielte nach einem Sololauf das 1:0 gegen Greuther Fürth und wurde damit zum jüngsten Torschützen der Zweitligahistorie. Bei seinem Tor war er 16 Jahre und 287 Tage alt und löste den ehemaligen Darmstädter Gunter Reeg ab, der bei seinem ersten Tor im Jahr 1985 mit 16 Jahren und 339 Tagen auch noch keine 17 war.
"Ein unfassbares Tor. Er ist 16 Jahre - welche Superlative wollen wir für den Jungen noch finden? Wenn du mit 16 in dieser Liga spielst wie ein gestandener Zweitliga-Spieler und auch physisch mithalten kannst, dann sagt das alles aus. Phantastisches Tor, Glückwunsch an Kenny", sagte Hertha-Coach Stefan Leitl in Richtung des Youngsters.
Eichhorn brauchte kaum Anlaufzeit
Eichhorn etablierte sich schnell im Team des damaligen Aufstiegsaspiranten. In 14 von 20 Zweitligaspielen stand der in Bernau bei Berlin geborene Sechser in der Startelf – bereits am 5. Spieltag setzte Leitl von Beginn an auf ihn. Eine Sprunggelenksverletzung inmitten der Saison verhinderte weitere Einsätze, Eichhorn musste neun Spiele aussetzen. Im Saisonendspurt kehrte Eichhorn auf den Rasen zurück, fehlte allerdings noch mal zwei Spiele aufgrund einer Sperre.
Insgesamt kommt er auf 20 Pflichtspiele mit 1151 Spielminuten (ohne Nachspielzeit) und zwei Tore für den BSC – beides ist für einen Teenager äußerst beachtlich. In einer physisch herausfordernden 2. Bundesliga überzeugte er mit einem Mix aus Robustheit, Technik und Spielintelligenz, der in dieser Altersklasse in Deutschland seinesgleichen sucht.
Darauf können sich die Bayer-Fans freuen
Eichhorn entschied solide 50 Prozent seiner vielen Zweikämpfe für sich, allzu viele Fouls leistete er sich dabei nicht (20 in 17 Partien). Und doch ging Eichhorn hier und dort etwas übermütig in die direkten Duelle: Siebenmal sah er Gelb und einmal Rot. Das zeigt aber auch: Eichhorn traut sich was, agiert trotz seines Alters keineswegs vorsichtig.
Mit dem Ball am Fuß zählte er bereits zu dem Besten, was die 2. Bundesliga zu bieten hatte. Sein Premierentor gegen Fürth zeigte, wie spielerisch leicht Eichhorn den Ball durch die gegnerischen Reihen treiben kann. Während er den Ball trägt, baut er gezielt Tempowechsel ein und antizipiert sehr genau die Bewegungen seiner Gegner. Unter Gegner-, Raum- und Zeitdruck blüht Eichhorn erst so richtig auf.
Im 4-2-3-1 der Hertha agierte er zumeist neben Spielgestalter Paul Seguin. In der Rolle des zurückgezogenen Spielmachers begeisterte Eichhorn mit außerordentlich gutem Raumverständnis, bot im Spielaufbau immer wieder Anspielstationen und gab aus dem zentralen Mittelfeld heraus den Spielrhythmus vor.

"Große Übereinstimmung in den fußballerischen Themen"
Unter dem neuen Bayer-Trainer Carles Martínez wird Eichhorn im zentralen Mittelfeld vor allem mit Aleix García und Exequiel Palacios konkurrieren. Martínez bevorzugte bei seinem Ex-Club Toulouse ein flexibles 3-4-3/3-4-2-1. Das ließ auch Meistertrainer Xabi Alonso bei der Werkself spielen.
"Wir wollen aktiv sein, mit aggressivem Spielstil und Ballbesitz. Wenn man den Ball hat, ist man besser. Mit Ballbesitz kann man viel kreieren", kündigte der Spanier seinen Spielstil an, der Eichhorn entgegenkommen dürfte. Rolfes verriet zudem: "Der Austausch auch mit unserem Cheftrainer Carles Martínez war von großer Übereinstimmung in den fußballerischen Themen und von gegenseitigem Vertrauen geprägt."

Top-Adresse für hochtalentierte Fußballer
Für Eichhorn liegen die Gründe für den Wechsel zu Leverkusen auf der Hand: "Ich habe mich nach wirklich sehr guten Gesprächen für die aus meiner Sicht beste Lösung entschieden: Leverkusen ist ein Verein, der schon viele, auch sehr junge Spieler schnell zu Top-Profis entwickelt hat."
Mit Florian Wirtz und Kai Havertz hat Bayer 04 bereits mehrfach bewiesen, junge Talente auf höchstem Niveau zu fördern. Beispiele wie diese sprechen dafür, dass Eichhorn mit seiner Entscheidung richtig liegen könnte.
Philipp Pachollek
