
Kampf um die Champions League: Wer macht das Rennen?
Die Bundesliga-Saison befindet sich mitten in der Crunchtime. So stehen die Chancen der Teams auf eine Champions-League-Teilnahme in der kommenden Saison.
Noch steht nicht fest, welcher Tabellenplatz einer Champions-League-Qualifikation gleichkommt. Zuletzt holten die deutschen Teams im internationalen Rennen um einen festen fünften CL-Startplatz zwar Punkte auf, entschieden ist aber noch nichts.
Klar ist, dass die Top-4 der Bundesliga gesetzt sind – und während dem frisch gebackenen Deutschen Meister FC Bayern München Platz eins logischerweise nicht mehr zu nehmen ist, fehlen auch dem Zweitplatzierten Borussia Dortmund nur noch drei Punkte, um aus eigener Kraft die Qualifikation klarzumachen. In der Hinrunde gab es gegen die nun kommenden Gegner acht Punkte – so scheint es nur schwer vorstellbar, dass der BVB seine aussichtsreiche Chance noch verspielt.
Um die weiteren Plätze streiten sich vor allem RB Leipzig, der VfB Stuttgart, die TSG Hoffenheim und Bayer 04 Leverkusen. Und nicht zu vergessen: Gewinnt der Sport-Club Freiburg die Europa League, würden die Breisgauer auch auf diesem Wege direkt in die Champions League einziehen.

RB Leipzig – 59 Punkte
Die Sachsen sind mit dem Sieg im Topspiel bei Eintracht Frankfurt und weiterhin fünf Punkten Vorsprung auf Rang fünf voll auf Champions-League-Kurs. Das Team von Ole Werner hat sechs der letzten sieben Bundesliga-Spiele gewonnen und jetzt 18 Saisonsiege auf dem Konto. Historisch waren es zu diesem Saisonzeitpunkt nur einmal mehr (2016/17 waren es 19).
Die offensivstarken Leipziger gaben starke 474 Torschüsse ab – nur die Bayern überbieten das. Mit Yan Diomande, der in Frankfurt den 1:0-Führungstreffer erzielte, hat RBL den torgefährlichsten Teenager der Bundesliga (zwölf Saisontore) in den eigenen Reihen – einen jüngeren Spieler als Diomande mit so vielen Saisontoren gab es in der Bundesliga-Geschichte nur ein einziges Mal (2018/19 Jadon Sancho).
Auch im nicht leichten Restprogramm der Leipziger – Union Berlin, Leverkusen, St. Pauli und Freiburg lauten die Gegner – könnte der Super-Youngster zu einem entscheidenden Faktor werden.

VfB Stuttgart – 56 Punkte
Der VfB ist bereits sicher mindestens Sechster und übertrifft sich trotz der herben 2:4-Niederlage zuletzt in München mal wieder selbst: Schon jetzt haben die Schwaben mehr Punkte geholt (56) als in der ganzen letzten Saison (50). Grund dafür ist allen voran die starke Offensive, hinter den Bayern ist der VfB das torgefährlichste Team der Bundesliga (62 Saisontore).
Daran hat natürlich Nationalstürmer Deniz Undav mit seinen 18 Saisontoren und fünf Torvorlagen einen großen Anteil, aber auch seine offensiven Teamkollegen Jamie Leweling und Ermedin Demirović sammelten schon eine gehörige Anzahl an Scorerpunkten (14 bzw. zwölf) – um nur zwei Namen zu nennen.
Stuttgarts Kader weist eine gute Breite auf – auch die Joker erzielten insgesamt 14 Tore, was nur von Bayern und Dortmund (je 15 Jokertore) überboten wird. Diese Breite wird auch bei den noch anstehenden Aufgaben wichtig werden, wenn der VfB gegen Bremen, Hoffenheim, Leverkusen und Frankfurt antritt.

TSG Hoffenheim – 54 Punkte
Der Sieg über Borussia Dortmund war für die TSG Hoffenheim nach zuvor vier sieglosen Spielen immens wichtig. Der Mannschaft von Christian Ilzer fehlen damit nun noch zwei Punkte, um aus eigener Kraft Platz sechs festzumachen, der bereits zur Teilnahme am Europapokal berechtigt.
Hoffenheim hat aber auch mit zwei Punkten Rückstand auf Platz vier immer noch berechtigte Hoffnungen auf einen Champions-League-Platz, sofern ihr aktueller Rang fünf aufgrund der Performance von Bayern und Freiburg als letzte verbliebene deutsche Vertreter im Europapokal nicht ausreichen sollte.
Dass dem Team aus Sinsheim im Saisonendspurt die Puste ausgeht, würde eigentlich nicht ins Schema passen: Hoffenheim ist das laufstärkste Team der Bundesliga (123,4 Kilometer pro Spiel) und legte die meisten intensiven Läufe pro Spiel hin (749). In der Hinrunde holte die TSG gegen die verbleibenden vier Gegner zehn Punkte – ligaweit kein Team mehr. Für Hamburg, Stuttgart, Bremen und Mönchengladbach sollte das eine Warnung sein.

Bayer 04 Leverkusen – 52 Punkte
Bei Leverkusen lief es zuletzt eigentlich wieder besser: Das irre 6:3 gegen Wolfsburg und das starke 1:0 in Dortmund ließ die Hoffnung auf die dritte Champions-League-Teilnahme in Serie in realistische Nähe rücken. Zwar beträgt der Abstand auf Platz vier nach wie vor nur vier Punkte, allerdings bekam die Werkself durch die vermeidbare Niederlage gegen Augsburg und das Vorbeiziehen der TSG Hoffenheim gleich einen doppelten Dämpfer verpasst.
Umso wichtiger wird es für Bayer 04 nun sein, sich auf die eigenen Stärken zu konzentrieren. Das sind beispielsweise die durchschnittlichen 57 Prozent Ballbesitz sowie die ausgezeichnete Passquote von 89 Prozent, was jeweils nur von den Bayern getoppt wird. Außerdem haben sie mit Alejandro Grimaldo, der in dieser Saison bereits fünf Freistoßtore erzielte, den besten Freistoß-Spezialisten der Bundesliga in ihren Reihen!
Um sich für die Königsklasse zu qualifizieren, muss die Werkself ihre neun Punkte, die sie an den letzten vier Spieltagen der Hinrunde sammelten, am besten noch überbieten, da die direkten Konkurrenten Stuttgart und Hoffenheim in diesem Zeitraum jeweils einen Zähler mehr holten. Leverkusen dürfte das Duell mit dem VfB am vorletzten Spieltag demzufolge in die Karten spielen, die restlichen Gegner lauten Köln, Leipzig und Hamburg.

Weitere News

Besser als Seeler und 400 Mal Arnold
Das sind die besten Zahlen des 30. Spieltags.

Wer wird der Spieler des Monats April?
Grimaldo, Diomande, Nicolas, Mainka, Maza und Zetterer stehen zur Wahl...

FCB-Teenager: Viele Debüts, ein Volltreffer
Der Rekordmeister setzt auf viele Youngster – einer prägt die Saison wie kein Zweiter.